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Stadt Willich
Der Arbeitskreis sorgt für Leben

Stadt Willich: Der Arbeitskreis sorgt für Leben
Der Arbeitskreis Josefshalle besteht aus 16 Frauen und Männern im Alter von 18 bis 72 Jahren. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Dass die Josefshalle heute ein solch funktionales und gut erhaltenes Gebäude ist, verdankt sie dem Arbeitskreis Josefshalle der KAB. Er sorgt für die Halle und füllt sie regelmäßig mit Leben. Von Bianca Treffer

Wenn Sabine Rudolfs in das dicke, rote Terminbuch blickt, ist die Anratherin zufrieden. "Wir sind gut nachgefragt. Es gibt natürlich auch noch freie Plätze, aber tendenziell können wir sehr zufrieden sein", sagt sie. Die gute Nachfrage bezieht sich auf die Josefshalle. Rudolfs gehört zum Arbeitskreis Josefshalle der Katholischen Arbeiternehmer-Bewegung (KAB) und kümmert sich federführend um die Vermietung der Halle. Ob Geburtstag, Hochzeit, Taufe, Beerdigungskaffee oder sonstige Feiern - jeder kann die Halle anmieten.

In der Halle finden Yogakurse statt, die Theatergruppe "Salz & Pfeffer" führt auf der Bühne seit Jahren ihre Stücke auf, und Chöre veranstalten hier ihre Konzerte. Der Arbeitskreis selbst verwandelt den 200 Quadratmeter großen Saal zur Fußball-WM oder -EM in ein Public-Viewing-Zentrum. "Allerdings nur, wenn Deutschland spielt. Wir haben es bei anderen Spielen ebenfalls angeboten, aber das lohnt sich nicht", sagt Hans-Joachim Geilenkirchen. Und lohnen muss es sich, denn die Josefshalle an sich finanziert sich fast ausschließlich aus den Vermietungen und Veranstaltungen, die dort stattfinden.

Dass die Halle samt der angeschlossenen Gaststätte so aktiv genutzt wird, alles top gepflegt und in Schuss ist verdankt sie einzig und allein dem Arbeitskreis. Die KAB war es schon Ende der 60er-Jahre, die aktiv zur Tat schritt, als es Überlegungen gab, die Gaststätte zu schließen, die bis dato von Pächtern betrieben worden war. Schließlich war die Halle wie ein Stammhaus für die KAB. Die regelmäßigen KAB-Treffen fanden dort genauso statt wie die eigenen Veranstaltungen. Man brachte sich ein, wenn Reparaturen anstanden, und hegte und pflegte die Halle mit.

Aus diesem Engagement heraus gründete sich innerhalb der KAB der Arbeitskreis Josefshalle, dessen Leitung nach Günter Baier und Franz Josef Reiners nun Sabine Rudolfs innehat. Wobei das Gebäude selbst der Pfarrgemeinde St. Johannes gehört und durch das Bistum ein Stück weit finanzielle Unterstützung erfährt, wenn größere Arbeiten anstehen. Als zum Beispiel im vergangenen Jahr die neue Heizung installiert wurde oder 2016 der Boden renoviert wurde, gab es Mittel vom Bistum. Denn so große Summen kann der Arbeitskreis nicht allein stemmen.

Ansonsten betreibt der Arbeitskreis, dessen Kern aus 16 Frauen und Männern im Alter von 18 bis 72 Jahren besteht, die Josefshalle in Absprache mit der Kirchengemeinde in Eigenregie und sorgt für deren Pflege. "Wenn jemand die Halle für eine Veranstaltung mietet, kümmern wir uns um alles - von der Bestuhlung bis zu den Getränken. Viele wissen gar nicht, welchen Service wir hier anbieten und wofür die Josefshalle gemietet werden kann", sagt Rudolfs. Ob lediglich die Gaststätte in der Josefshalle für angemietet wird oder der große Saal - der Arbeitskreis organisiert alles. Es wird entsprechend der Gruppengröße bestuhlt, Getränke, Brötchen und Co. eingekauft und selbstverständlich auch serviert. Der große Saal fasst 350 Personen, während in der Gaststätte rund 50 Gäste Platz finden.

Aktuell sieht sich der Arbeitskreis mit einer großen Aufgabe konfrontiert: "Wir benötigen eine neue Bestuhlung sowie neue Tische. Beides ist 58 Jahre alt und wackelt beachtlich", informiert Franz Josef Reiners. Also müssen die Kosten für 49 Tische und 350 Stühle gestemmt werden. "Wir haben schon Ideen, die wir jetzt noch mit der Kirchengemeinde abstimmen müssen", sagt Babsi Reiners. So könnte sich der Arbeitskreis vorstellen, die Namen von Sponsoren, die zum Beispiel einen Stuhl spenden, an der Rückseite des Stuhles zu erwähnen oder eine Tafel mit allen Spendern in der Josefshalle anzubringen.

Eins ist klar: Langweilig wird es dem Arbeitskreis nie. Die Josefshalle, die sie mit Leben füllen, hält alle Mitglieder auf Trab. Und dann gibt es da auch noch die regelmäßigen Angebote des Arbeitskreises. So bietet er alle 14 Tage von 11 bis 13 Uhr einen Frühschoppen in der Gaststätte an. "Ein Bierchen und gute Gespräche sind angesagt", sagt Rudolfs. Im Rahmen des Frühschoppens steht zudem viermal im Jahr ein Skatturnier auf dem Programm, bei dem jeder gegen eine Startgebühr von 3 Euro spontan mitmachen kann. Das nächste Turnier findet am 10. Juni statt.

Quelle: RP
 
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