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Willich
Der Einzelhandel nimmt die Herausforderung Internet an

Willich: Der Einzelhandel nimmt die Herausforderung Internet an
Sprachen zur Lage des Einzelhandels vor rund 200 geladenen Gästen beim Sommer-Event in Willich (von links): Hartmut Janßen, Rainer Höppner, Jürgen Steinmetz, Markus Ottersbach und Uwe Schummer. FOTO: Wolfgang Kaiser
Willich. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz empfahl beim Sommer-Event des Handels, den Kaufleuten das Medium Internet richtig zu nutzen. Von Nadia Joppen

Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes (EHDV) Krefeld-Kempen-Viersen, war zufrieden. Zum zweiten "Sommer-Event" des Verbandes waren am Freitagabend rund 200 Teilnehmer gekommen: rund 140 Einzelhändler, dazu Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie verschiedener Unternehmen, die handelsrelevante Informationen an ihren Ständen vermittelten. Damit habe sich die Zahl der Teilnehmer gegenüber dem ersten Event 2013 verdoppelt, so Ottersbach.

Thema der Veranstaltung im Hof des Restaurants "in vino veritas" auf den Holterhöfen war "Update Handel - Zeit für neue Ideen": Sie begann bereits am Freitagnachmittag - mit Info-Ständen etwa der Industrie- und Handelskammer (IHK) (Thema Gebäude-Optimierung und Energieeinsparung), der Sparkasse Krefeld (elektronische Zahlungssysteme), dem Forum www.krefeld.marktplatz.de sowie einem Podiumsgespräch zu aktuellen Herausforderungen für den Handel.

Das Abendessen wurde von Vorträgen begleitet - mit hochkarätigen Rednern: Jürgen Steinmetz, seit fünf Wochen neuer Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, analysierte verschiedene Aspekte zum Einzelhandel: Er beschrieb, dass sich die Einzelhandels-Verkaufsfläche in Deutschland seit 1999 um rund 60 Prozent auf 124 Millionen Quadratmeter vergrößert habe und allein in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr noch eine Million Quadratmeter dazu komme. "Im Handel tobt der Verdrängungswettbewerb, aber nur wo Wettbewerb herrscht, können sich Innovationen durchsetzen", meinte Steinmetz. Weiteres Problem sei, dass viele Geschäfte strukturierte Konzepte haben, die sich in den Innenstädten nicht realisieren lassen - daher ziehen die Händler in Randbereich. Steinmetz: "Das Leitbild der europäischen Stadt ist immer noch ein zukunftsfähiges Modell, aber die Balance ist verloren gegangen." Dafür seien auch fragwürdige Rechtsvorgaben im Genehmigungsverfahren wie die Annahme von "unerheblichen Umsatzverteilungen" verantwortlich - dagegen wehre sich die IHK. Zum Thema Internet empfahl Steinmetz dem Handel, dieses Medium richtig zu nutzen, dann sei es "eine wertvolle Unterstützung". Er appellierte an die Händler, nicht "einzeln zu handeln, sondern als Gemeinschaft" - so solle sich der Handel auch einbringen, wenn es um die Frage sauberer attraktiver Standorte gehe. Weitere Forderung: Der Handel brauche Unterstützung durch die kommunale Wirtschaftsförderung und das Citymanagement, "wo die Zusammenarbeit zwischen Handel und Verwaltung funktioniert, da läuft es besser".

Weitere Ansprachen hielten der EHDV-Vorsitzende Hartmut Janßen, sein Stellvertreter Rainer Höppner und der CDU-Bundestagsabgeordneten für den Kreis Viersen, Uwe Schummer.

Quelle: RP
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