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Stadt Willich
Der Umwelt etwas Gutes tun

Stadt Willich. BHKW - auf diese vier Buchstaben setzt Detlef Mersmann. Der Anrather hat für sein Mehrfamilienhaus ein Blockheizkraftwerk in Betrieb und spart auf diesem Weg CO2. Die Anschaffungskosten sind allerdings hoch. Von Bianca Treffer

Wenn Detlef Mersmann in den Keller geht und die Tür zu seinem Heizraum öffnet, dann muss er lächeln. "Ich freue mich jeden Tag darüber, dass ich mich vor einigen Jahren dazu entschlossen habe, ein Blockheizkraftwerk zu installieren", sagt der Anrather mit Blick auf den großen, grünen, schallisolierten und gedämmten Kasten, der den Generator beinhaltet und damit das Herzstück der Anlage ist. Ein Stückchen dahinter ist der Warmwasserspeicher zu sehen. Das Prinzip eines BHKW, wie die Anlagen abgekürzt heißen, ist die Kraft-Wärme-Kopplung.

Die Energie, die eine normale Anlage produziert, um Wärme und Warmwasser herzustellen, geht normalerweise verloren. Die Abwärme geht durch den Kamin nach draußen. Bei der Funktionsweise eines BHKW ist das nicht der Fall. Ein Motor treibt einen Hochleistungsgenerator an, der Strom produziert. Die dabei entstehende Wärme wird direkt zum Heizen oder für die Warmwasseraufbereitung genutzt.

"Eigentlich brachte mein Sohn den Stein ins Rollen, weil er bei einem Unternehmen arbeitete, das BHKWs installiert", erinnert sich Mersmann. Er selbst wurde neugierig und schaute sich eine Anlage in einem Kempener Einfamilienhaus an. Beim Schauen blieb es nicht. Mersmann setzte sich intensiv mit dem Thema auseinander und beschloss, sein Mehrfamilienhaus, in dem insgesamt sechs Parteien leben, mit einem BHKW auszurüsten. "Die alte Heizanlage war eh in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Ich war bereits auf der Suche nach Alternativen, und daher passte alles gut", sagt Mersmann.

Allerdings stellte es sich zu dem damaligen Zeitpunkt als nicht so einfach heraus, eine entsprechende Genehmigung zu erlangen, den Strom nicht einzuspeisen, sondern selbst nutzen zu dürfen. Der Anrather nahm sogar zur Bundesnetzagentur in Bonn Kontakt auf. Doch all das gehört der Vergangenheit an. Seit 2012 versorgt das BHKW das gesamte Haus mit Strom sowie warmem Wasser für die Heizung und die Wasserhähne. Mersmann ist der ökologische Aspekt der Anlage dabei das Wichtigste. "Wir sparen deutlich CO2 ein. Gegenüber aus Großkraftwerken erzeugtem Strom beträgt die Einsparung 41 Prozent", sagt der Anrather. Neben dem Umweltschutzaspekt freut sich aber auch das Portemonnaie, denn die Strom- und Heizkostenersparnis liegt laut Mersmann bei 35 Prozent.

Auch Marcel Gellißen, der Klimamanager der Stadt Willich, sieht in BHKWs etliche Vorteile. "Da moderne BHKWs mit Wirkungsgraden von über 90 Prozent arbeiten, wird die eingesetzte Primärenergie effizienter in nutzbare Energie umgewandelt, und der Verbrauch von Brennstoffen deutlich reduziert. Durch die hohen Wirkungsgrade werden außerdem die anfallenden CO2-Emissionen gesenkt", bestätigt er die Aussagen von Mersmann. Da der Strom selbst erzeugt wird, muss nur wenig bis kein Strom zugekauft werden, und für die Stromeinspeisung ins Netz gibt es eine geregelte Vergütung nach dem KWK-Gesetz.

Dank der sogenannten Mini- und Mikro-BHKWs kann die Technik selbst in Einfamilienhäusern genutzt werden. Aber es gibt auch Nachteile. Die liegen zum einen in den hohen Investitionskosten. "Die Anschaffungskosten für ein BHKW sind vergleichsweise hoch, und auch die Wartung ist teurer als bei gewöhnlichen Heizkesseln", berichtet Gellißen. Damit sich eine Anschaffung lohnt, sind lange Laufzeiten erforderlich. In der Regel sollten mindestens 5000 Betriebsstunden pro Jahr erreicht werden, in denen das BHKW voll ausgelastet läuft, damit sich die Anschaffung lohnt.

Quelle: RP
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