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Stadt Willich
Die Lizenz zum Trainieren

Stadt Willich: Die Lizenz zum Trainieren
Die Sportlehrer Eric Bongartz und Andreas Schwan leiteten die Jugendlichen an und brachten ihnen unterschiedliche Trainings-Methoden bei. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. 15 junge Leute zwischen 16 und 19 Jahren haben in der Jakob-Frantzen-Halle in Willich die offizielle Junior-Coach-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes erworben. Das Rhein-Maas-Berufskolleg ist Kooperationspartner des DFB. Von Willi Schöfer

"Natürlich will ich mal Profi werden, wenn dies nicht klappt, werde ich Fußballtrainer oder Einzelhandelskaufmann", sagte gestern in einer kurzen Pause der Kempener Christian Sadlowski. Der 16-jährige spielt in der U 17 von Borussia Mönchengladbach. Christian macht gerade bei einem fünftägigen Workshop mit, will jetzt erst einmal offizieller Junior-Coach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. Wie 14 andere Teilnehmer auch, die gestern in der Jakob-Frantzen-Halle in Willich unterwegs sind und heute ihre Zertifikate bekommen.

Die 15 jungen Leute, zwischen 16 und 19 Jahre alt, haben gerade in der Halle kleine Kreise gebildet, werfen sich Bälle in unterschiedlicher Größe zu, klatschen vor dem Auffangen in die Hände, sagen dabei den Namen des Werfers oder drehen sich danach im Kreis. "Diese Übung dient zur besseren Wahrnehmung und Koordination", erklärt Andreas Schwan. Er ist wie Eric Bongartz Sportlehrer am Rhein-Maas-Berufskolleg. Und dieses Kolleg war vom DFB zu einer von zwölf Partnerschulen im Fußballverband Niederrhein geworden.

Mit Lena Wessling (17, aus Lobberich) und Marie Baumeister (19, Oedt) sind auch zwei junge Damen mit von der Partie. Es sind größtenteils Schüler, die am Berufskolleg ihr Sport-Abi als angehende Freizeitsport-Leiter machen und bereits seit einiger Zeit in den Fußballvereinen einige Stunden in der Woche den Trainern über die Schulter schauen und ihr Praktikum machen. So der 16-jährige Luca Krienen, der selbst bei Union Nettetal in der B-Jugend spielt und der D 2 zugeteilt worden war. Luca sagt: "Wenn ich im nächsten Jahr mein Sport-Abi und Zeit habe, möchte ich mal Jugendtrainer werden."

"Klar, möchten wir dadurch mehr Trainer für die Vereine gewinnen, aber die jungen Leute können dann auch Fußball-AGs in den Schulen leiten", erklärt Sportlehrer Schwan. Durch eine gezielte Förderung sollen aber auch Straßenfußballer besser erkannt und nach vorne gebracht werden. Dieses Projekt wird vom DFB seit 2013 angeboten. Im Pilotjahr 2013/14 wurden 50 Ausbildungsschulen gefördert, ab dem Schuljahr 2014/15 waren es schon etwa hundert.

Am vergangenen Montag hatte der Workshop mit viel Theorie und den praktischen Übungen begonnen. "Wir haben zum Beispiel gelernt, dass es den jungen Bambini oder F-Jugendspielern keinen Spaß macht, sich ohne einen Ball zu bewegen", erzählt der 18-jährige Neersener Yusuf Tanios, der sein Praktikum gerade bei den Bambini des VfL Willich macht und später einmal die C-Trainerlizenz erwerben möchte. "Und dieser Lehrgang ist dafür die Voraussetzung, eine Art Einstiegsmodul für die C-Lizenz", meint Andreas Schwan. Um Junior-Coach zu werden, waren in dieser Woche insgesamt 40 Lerneinheiten vorgesehen. Bei der C-Lizenz, mit der man dann Teams von der D- bis zu A-Jugend trainieren darf, kommen noch einmal etwa 65 Lerneinheiten dazu.

Die jungen Teilnehmer lernten unter anderem, wie man eine Stunde sinnvoll aufbaut, was man bei den jeweiligen Alters- und Entwicklungsstufen der Kinder berücksichtigen muss, wie der Zusammenhalt in der Gruppe gefördert werden kann und welche Übungen und Turnierformen es gibt. "Wichtig ist, dass die Kinder ihren Spaß beim Training nicht verlieren", meint der 18-jährige Anrather David Zischewski, der derzeit bei Viktoria Co-Trainer bei einer E-Jugend ist. David will aber kein Profi-Trainer werden: "Ich möchte später mal bei der Bundeswehr oder bei der Polizei aktiv sein."

Jedenfalls holen sich heute wahrscheinlich alle 15 Absolventen die Zertifikate ab, haben dann der Kindertrainerausbildung entsprechend die offizielle Erlaubnis, die Bambini, E- und F-Jugendlichen zu coachen. Einige Sport-Studenten von der Uni Frankfurt kamen unter der Woche vorbei und schauten sich die Wirksamkeit und Effektivität dieses Workshops an.

Quelle: RP
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