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Stadt Willich
Die Nachfrage nach Zeit reißt nicht ab

Stadt Willich: Die Nachfrage nach Zeit reißt nicht ab
Caritas-Bereichsleiter Christian Schrödter (von links), Mitarbeiterin Angelika Uth-Flatow, die Leiterin des Familienzentrums, Melanie Genz, Dr. Ingeborg Odenthal, Vorsitzende des Caritasverbandes Kempen-Viersen und Geschäftsführer Peter Babinetz vor dem Gebäude an der Schiefbahner Hochstraße, in dem das Freiwilligen-Zentrum untergebracht ist. FOTO: Kaiser
Stadt Willich. Das Freiwilligen-Zentrum Willich prägt seit 15 Jahren das Bild der Stadt. Im Jubiläumsjahr kommt nun ein neues Projekt hinzu: Das Repair-Café läuft an. Von Bianca Treffer

Wenn am Samstag, 23. September, in der Schiefbahner Begegnungsstätte hinter dem Freiwilligen-Zentrum (FZ) an der Hochstraße 67 kräftig an diversen Gegenständen geschraubt wird, Fahrradreifen geflickt werden und Nähmaschinen rattern, dann blickt das FZ Willich auf sein nächstes Projekt. "Wir beginnen an diesem Datum von 14 bis 17 Uhr mit unserem Repair-Café", berichtet Melanie Genz, die Leiterin des FZ. Was seit Monaten gemeinsam mit der Stadt Willich vorbereitet wurde, geht nun an den Start.

"Wir haben zwölf Ehrenamtler gefunden, die die verschiedenen Bereiche von der Elektrik bis zum Nähen abdecken und die helfen, zeigen und erklären können", sagt Genz. Hilfe zur Selbsthilfe ist angesagt, wobei geplant ist, sich jeden vierten Samstag im Monat zu treffen. Damit ist das FZ Willich neben Projekten wie dem Willicher Weihnachtswunschbaum, dem virtuellen Möbellager "Von mir zu dir", dem Wohnprojekt Plan A, der Tafel und dem Dolmetscherpool um ein weiteres Projekt reicher geworden.

"Es sind allesamt alltagsorientierte Projekte, die sich an den Bedürfnissen der Bürger orientieren und die sehr gut laufen", sagt Christian Schrödter, Bereichsleiter Caritas in Gemeinden. Seit nunmehr 15 Jahren ist die Einrichtung des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen nicht nur eine Ideenschmiede für die unterschiedlichsten Angebote von Bürgern für Bürger, sondern eine Anlaufstelle für Vereine, Organisationen sowie Institutionen, die für verschiedene Projekte Bürger suchen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Rund 1600 Bürger hat das FZ Willich in den vergangenen 15 Jahren in eine ehrenamtliche Tätigkeit vermittelt und dabei mit mehr als 120 Einrichtungen zusammengearbeitet.

Es gibt kaum eine Einrichtung in Willich, die noch nicht auf das Angebot zurückgegriffen hat. 14 Jahre lang stand Marita Gentsch als Leiterin an der Spitze, die nunmehr im vergangenen Jahr von Genz abgelöst wurde. Unterstützt von Teilzeitkraft Angelika Uth-Flatow sowie einem insgesamt achtköpfigen ehrenamtlichen Team wird geholfen, damit Bürger, die sich ehrenamtlich einbringen möchten, auch das für sie richtige Einsatzgebiet finden. Allein das Ehrenamtlerteam des FZ leistete im vergangenen Jahr 1200 Stunden für die Einrichtung an sich.

Das Dankeschön, das Peter Babinetz, Geschäftsführer des Caritasverbandes, dafür ausspricht, kommt von Herzen. Er bezeichnet das FZ als eine Anlaufstelle für Zeit-Schenker. Über 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren engagiert sich in Deutschland ehrenamtlich. In Willich ist das FZ daran auf der ganzen Linie beteiligt. "Wir bringen Menschen zusammen", fasst es Dr. Ingeborg Odenthal, erste Vorsitzende des Caritasverbandes, kurz und knapp zusammen. Ob Freiwillige, die Nahrungsmittel bei der Tafel ausgeben, Menschen im Rollstuhl begleiten, Schülern bei Hausaufgaben helfen oder Migranten Deutschunterricht erteilen - jeder Bürger, der sich einbringen möchte, findet eine entsprechende Aufgabe für sich.

Aktuell sucht das FZ unter anderem jemanden, der mit seinem Hund ein Altenheim besuchen möchte, und jemanden, dem es Freude macht, mit Kita-Kindern an der Werkbank zu arbeiten. Eine andere Kita sucht jemanden, der einmal in der Woche von einem Willicher Bio-Bauern das Gemüse nach Neersen fährt. "Die Nachfragen nach Ehrenamtlern ist bei uns immer groß", sagt Genz. Etwas, das sich in den 15 Jahren nie geändert hat. Das Ganze ist dabei eine Kooperation zwischen der Stadt Willich und der Caritas. Die Stadt kommt zu einem großen Teil für die Verwaltungs- und Sachkosten auf, der Caritasverband trägt die Kosten der Gemeindesozialarbeiterin.

Quelle: RP
 
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