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Stadt Willich
Die Neersener Schlossfestspiele wachsen weiter

Stadt Willich. Mit 71 Vorstellungen gibt es im nächsten Jahr fünf Termine mehr als in diesem Jahr. Der Kulturausschuss genehmigt den Finanzplan. Von Nadia Joppen

Der Sport- und Kulturausschuss hat den Finanzplan für die Schlossfestspiele Neersen 2016 einstimmig genehmigt. In der Besprechung des Tagesordnungspunktes merkte Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) an, dass er sich bemühe, Inhalte des Festspielprogramms mit einer anderen Aktion zu verbinden: Im Rahmenprogramm sind Lesungen aus dem "Tagebuch der Anne Frank" mit Isabell Dachsteiner und unter der Regie von Sven Post vorgesehen. Röhrscheid, der seit Jahren die Aktivitäten Willicher Schüler zu der Verlegung von Stolpersteinen als Erinnerung an jüdische Mitbürger begleitet, will versuchen, eine ohnehin geplante Verlegung von Stolpersteinen in Neersen in die Festspielzeit einzubinden. Dann könnte die Verlegung der Steine von den Ensemble-Mitgliedern begleitet werden.

Doris Thiel, die Geschäftsführerin des Vereins Schlossfestspiele Neersen, wies zudem noch einmal darauf hin, dass das 2015 eingeführte Konzept der "Jungen Schlossfestspiele" erweitert wird und der Intendant Jan Bodinus zehn Termine für Lesungen aus dem "Tagebuch" in Schulen anbietet. Sie hofft, dass sich noch mehr interessierte Schulen melden - aktuell sind erst zwei Termine vergeben. Die Stadt kann die Lesungen kostenfrei anbieten, weil der Sponsor der Jungen Schlossfestspiele, das Fitness- und Gesundheitsstudio Halle 22, sein finanzielles Engagement ausweitet.

Wolfgang Dille (CDU) fragte, wie der Intendant auf die in diesem Jahr relativ niedrige Auslastung des Kinderstücks "in 80 Tagen um die Welt" mit etwas über 69 Prozent reagieren wolle. Das sei über die Auswahl des neuen Kinderstücks "Der gestiefelte Kater - Schreck lass nach!" geschehen, so Doris Thiel: In diesem Jahr habe sich das Kinderstück eher an ältere Kinder gerichtet, 2016 sollen wieder mehr Kindergarten- und Grundschulkinder angesprochen werden. Andre Loosen (CDU) meinte, es sei auch zu berücksichtigen, dass sich 2015 die Streiks der Erzieherinnen auf den Festspiel-Besuch ausgewirkt haben könnten. Die Kindergartengruppe seiner Tochter habe den Theaterbesuch streikbedingt ausfallen lassen. Es sei zu vermuten, dass es anderen Gruppen ähnlich ergangen sei. Der Ausschussvorsitzende Franz Auling meinte, der Intendant habe ein "sehr schönes Programm" entwickelt, und freute sich besonders über die weitere Einbindung der Jugendlichen.

Zum Finanzplan merkte Doris Thiel an, dass im nächsten Jahr 71 statt bisher 66 Vorstellungen terminiert sind - daher erhöhen sich die Kosten für Aushilfen um 9000 Euro. Außerdem finanziert der Verein zwei Premieren-Feiern - je eine für die Hauptstücke "Ziemlich beste Freunde" und "Die Feuerzangenbowle". Das koste 18.500 Euro, aber sie erwarte auch mehr Einnahmen, so Thiel. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern kalkuliert sie mit 308.750 Euro - auf Basis einer Auslastung von durchschnittlich 80,78 Prozent und inklusive der Mehreinnahmen aus der zweiten Abendpremiere. Aus dem Kulturmarketing möchte sie 30.000 Euro erzielen - das entspricht dem Ergebnis des Jahres 2015 abzüglich eines Sponsors, der 2016 nicht mehr dabei ist. Der Zuschuss der Stadt Willich liegt unverändert bei 180.000 Euro - das hatten Politik, Verwaltung und Verein vor einigen Jahren als Fix-Summe vereinbart.

Quelle: RP
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