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Gemeinde Grefrath
Die Schwerkraft ausgehebelt

Gemeinde Grefrath: Die Schwerkraft ausgehebelt
Eine brillante Mischung aus Musik, Show und Artistik erlebten die Zuschauer beim Gastspiel der chinesischen Künstler im Pädagogischen Zentrum der Liebfrauenschule in Mülhausen. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Eine Premiere erlebten die siebten und achten Klassen der Liebfrauenschule. Erstmals waren Schüler vom Taiwan College of Performing Arts in Deutschland und zeigten eine atemberaubende Schau mit Artistik, Musik und Tanz. Von Bianca Treffer

Die blauen Flaggen bewegen sich durch die Luft, als wenn der Wind hindurchfegen würde. Allerdings sorgt nicht die Natur für die Bewegungen, sondern dafür sorgen die sechs jungen Tänzerinnen und Tänzer, die mit den Stäben, an denen die Stoffbahnen befestigt sind, über die Bühne im Pädagogischen Zentrum der Liebfrauenschule Mülhausen wirbeln. Es scheint, als würde die Schwerkraft aufgelöst. Mächtige Sprünge über mehrere Meter, Salti rückwärts, in einem Moment noch Rad schlagend unterwegs, um in der nächsten Sekunde im Spagat auf dem Boden zu sitzen, eine Fahne mit einem lauten Knall hinter sich herführend. Tänzer überspringen sich gegenseitig, um gekonnt aufzukommen und in die nächste akrobatische Bewegung zu gehen.

Was auf der Bühne läuft,m ist atemberaubend. Das sehen auch die Zuschauer so. Immer wieder ertönt spontaner Zwischenapplaus. "Jetzt suchen wir drei Freiwillige", sagt Moderatorin Yunting. Drei Liebfrauenschüler sollen gemeinsam mit fünf der Tänzer ein Hindernis bilden. Auf dem Boden liegen sie dicht an dicht nebeneinander. Dramatische Musik erklingt und ohne Anlauf, lediglich mit einem weiten, kunstvollen Sprung setzt einer der Tänzer über alle hinweg.

Die zuschauenden Siebt- und Achtklässler samt ihrer Lehrer sind begeistert. Schon der Auftakt der Schau der 14- bis 17-jährigen Schüler vom Taiwan College of Performing Arts reißt alle mit. Dabei ist es eine ganz besondere Premiere, die die Gymnasiasten erleben. Das College, gefördert von der Adlink-Stiftung in Taiwan, ist erstmals zu Gast in Deutschland und gastiert in drei Schulen mit seiner Schau. "Der Kontakt ist über den taiwanischen Frauenverein entstanden, dessen Vorsitzende ich bin", berichtet Yasmin Jeng-Zeitz, die an der Liebfrauenschule seit Jahren Chinesisch unterrichtet. Vor dem Hintergrund des deutsch-taiwanesischen Kulturaustausches konnte nun nicht nur ein Auftritt der jungen Künstler realisiert werden, die Gymnasiasten erhielten zudem die Gelegenheit, an anschließenden Workshops teilzunehmen und sowohl artistisch als auch kreativ aktiv zu werden.

Auf der Bühne reihte sich ein Höhepunkt an den anderen. Die in Lotosschuhen getanzte Geschichte mit Tuch-Jonglage, bei der Yunting die benötigten Informationen liefert, um alles zu verstehen, fasziniert. Der Tanz in den kleinen Schuhen ist eine Kunst für sich und mit einer Art eines andauernden Spitzenschuhtanzes zu vergleichen. Wobei das traditionelle chinesische Outfit der Peking-Oper getragen wird. Bahnbrechende Kopfakrobatik, Schlangenmenschen, die sich bewegen, als wenn sie weder Knochen noch Sehnen und Bänder in ihren Körpern hätten, Jonglage, die ihresgleichen sucht, - immer wieder ertönt angesichts der gezeigten Leistungen tosender Applaus. Bei der Teller-Jonglage, bei der einer jeder der Artisten zwei Stäbe mit je zwei sich blitzeschnell drehenden Teller trägt, stellt sich die Frage, warum diese nicht runterfallen. Die auf den Stäben tanzenden Teller werden in Schräglagen gebracht, tanzen weiter, während der Dreher im Kopfstand steht, sich frei schwebend auf einer Hand abstützt oder rückwärts auf einer schmalen Bank eine Brücke schlägt. Kraft und Power beim Gongfu, bei dem die Artisten Menschenpyramiden der außergewöhnlichsten Formen bilden.

Großartig ist dann die Diabolo-Schau. Die Diabolos fliegen durch die Lüfte, dass es fast unheimlich anmutet. Stilvoll ist der Fächertanz und wunderschön die musikalische Einlage mit chinesischer Flöte, Gitarre und Zitter. Kulturelle Interaktion fehlt aber auch nicht.

Die Streicher AG der Liebfrauenschule spielt zusammen mit den chinesischen Musikern die Loreley und das Jasminblüten-Lied. Die Schüler, die danach zusammen mit den zehn chinesischen jungen Künstlern in den verschiedenen Workshops zusammenarbeiten, sind begeistert.

Quelle: RP
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