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Stadt Willich
Die Taschengeldbörse macht's möglich: Jugendliche helfen Senioren

Stadt Willich. Die Kinder sind erwachsen und längst aus dem Haus, wohnen weit weg. Viele könnten sie im Alter dringend gebrauchen, bei Dingen wie bei Einkäufen, bei der Gartenarbeit oder auch, wenn der Computer oder das Handy Probleme macht. Jetzt gibt es für diesen Zweck vom regionalen Caritasverband Kempen-Viersen eine "Willicher Taschengeldbörse", über die Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren Hilfen anbieten können.

"Wir haben damit in Viersen, wo es die Börse bereits seit etwa eineinhalb Jahren gibt, gute Erfahrungen gemacht", sagt Melanie Genz, eine Caritas-Sozialarbeiterin, die in Willich die Projektleiterin ist und von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Susanne Worms und Ursula Meisel unterstützt wird. In Viersen hätten sich bisher rund 80 Jugendliche für die einfachen Tätigkeiten zur Verfügung gestellt. 75 Senioren nutzten das Angebot.

Die Leiterin des Bereiches "Caritas in Gemeinden", Michaela Lichy, nennt Vorteile: "Jung und Alt haben Kontakt miteinander, und die jungen Leute werden schon einmal sozial ein wenig geschult, können ihre Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sorgfalt beweisen." Natürlich ist dies nicht umsonst. Melanie Genz: "Der Stundenlohn sollte mindestens fünf Euro betragen, ist aber von beiden Seiten noch verhandelbar." Man habe die Altersgrenze der jungen Jobber unter 18 Jahre gesetzt, weil sie dann nicht, sollten sie die Arbeit öfter machen, unter die Kriterien des Mindestlohnes fallen.

Derzeit ist man dabei, im Internet ein Portal einzurichten, durch das Jobsucher und Senioren unter anderem ihre freien Zeiten oder die konkreten Hilfswünsche nennen können. Parallel dazu werden ab sofort Angebote und Gesuche in den Räumen des Freiwilligen-Zentrums an der Schiefbahner Hochstraße 67, Erdgeschoss, im Wechsel von Melanie Genz, Susanne Worms und Ursula Meisel entgegengenommen: montags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr, Tel. 02154 413272 oder E-Mail an tgb-willich@caritas-viersen.de.

Einfach, ungefährlich und unregelmäßig sollten die Jobs sein. Typische Klassiker seien, so Melanie Genz, die Begleitung bei Spaziergängen, Rasenmähen, Einkaufen, Vorlesen oder, sollte es irgendwann mal wieder Schnee geben, die Räum- und Kehrarbeiten. Die drei Damen koordinieren die Einsätze, laden nach den Anmeldungen beide Seiten zum Kennenlernen und zu einem Info-Gespräch ein. Und hinterher wird gefragt, ob beiden Seiten zufrieden waren. Extra versichert sind die jungen Jobber aber nicht.

Gute Erfahrungen gibt es in einigen Städten, so in Solingen, die diese Börse bereits haben. Dafür hatte sich im Mai 2015 auch die Willicher FDP in einem Antrag starkgemacht. Ein Startkapital und eine Anschubfinanzierung von 15 000 Euro für die "Willicher Taschengeldbörse" hatten das auch für die Senioren zuständige NRW-Ministerium und der Europäische Sozialfond gegeben. Dieses Geld wird in der ersten Zeit für das Personal und für die Erstellung der Homepage benötigt.

(wsc)
 
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