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Stadt Willich
Die Tour de France führt nicht durch Willich

Stadt Willich. Kosten und Werbeeffekt für die Stadt Willich stünden in keinem vertretbaren Verhältnis zueinander, findet die Verwaltung. Von Nadia Joppen

"Der Traum ist schön, aber es bleibt ein Traum" - so drückte es Bernd-Dieter Röhrscheid, SPD-Fraktionsvorsitzender, im Haupt- und Finanzausschuss aus. Gemeint waren die Idee und ein entsprechendes Schreiben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Niederrhein Tourismus, ob Willich daran interessiert sei, sich allein oder in einer Gemeinschaft von fünf Kreiskommunen darum zu bewerben, eine Durchfahrtsetappe des zweiten Tags der Tour de France 2017 zu werden. Die Tour startet am 1. Juli in Düsseldorf, und laut des Schreibens der Niederrhein Tourismus ist aus einem Gespräch mit dem Veranstalter erkennbar, dass dieser sich gut vorstellen kann, fünf Kommunen im Kreis an der zweiten Etappe zu beteiligen.

Die Verwaltung hatte den Vorschlag der Niederrhein Tourismus in die Tagesordnung der Sitzung aufgenommen und dazu ausführlich Stellung bezogen. Wenn es eine Gemeinschaft von fünf Kommunen geben würde, dann müsste jede sich an der Organisation beteiligen und zusätzlich 10.000 Euro aufbringen - eine Einzelkommune entsprechend 50.000 Euro. Im Kreis hätten sich Brüggen und Nettetal grundsätzlich positiv zu der Beteiligung an einer Bewerbung geäußert, wollten beide aber noch die Rahmenbedingungen klären. Einerseits sieht die Verwaltung eine Möglichkeit, den Bekanntheitsgrad der Stadt Willich erheblich zu steigern, andererseits sei der Verwaltungsvorstand in der Sitzung am 19. April aber zu dem Ergebnis gekommen, dass "der mögliche Werbeeffekt in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Kosten bzw. dem Aufwand steht".

Röhrscheid führte noch an, er habe Rücksprache mit den Radsport-Vereinen in der Stadt gehalten. Diese hätten signalisiert, dass sie die Organisation nicht stemmen könnten und mit Kosten in sechsstelliger Höhe rechneten. Die zuständige Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger wies noch auf die zwischenzeitliche Entwicklung hin, dass die Stadt Mönchengladbach bereits als zweite Tour-Etappe feststehe. Der Ausschuss folgte einstimmig der Ablehnung. Danach wies Kämmerer Willy Kerbusch noch darauf hin, dass dem Nachbarn Mönchengladbach für die Tour Kosten in Höhe von 100.000 Euro (mehr als die gesamten städtischen Zuschüsse an die Mönchengladbacher Vereine) entstünden. Da die Stadt eine der Kommunen ist, die vom Land NRW wegen ihrer schlechten Finanzsituation Zuschüsse erhalte, finanziere Willich die Tour-Thematik über die Abundanz-Umlage mit. Das halte er für "fragwürdig", so Kerbusch.

Quelle: RP
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