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Stadt Willich
Die Willicher Tafel hat eine neue Ausgabestelle an der Kochstraße

Stadt Willich. "Wir haben das einige Male bereits ausprobiert, es hat prima geklappt, sodass wir jetzt hier jeden Mittwoch die Lebensmittel ausgeben", sagt die neue Vorsitzende der Willicher Tafel, Sabine Neumann. Sie stellt gerade Obst, Paprika, Salat, Kartoffeln, Säfte und Tee für eine syrische Familie zusammen. Denn in einer Wohnunterkunft für Flüchtlinge an der Kochstraße ist jetzt offiziell eine weitere Ausgabestelle der Willicher Tafel entstanden. Von Willi Schöfer

Da bei der Tafel vor allem in Alt-Willich der Ansturm auf die Lebensmittel nicht mehr bewältigt werden konnte, suchte die ehrenamtliche Organisation händeringend nach einer Entzerrung. Da sich aufgrund der vielen Flüchtlinge die Wartezeiten bei der normalen Ausgabe in der Jakob-Frantzen-Halle zuletzt bis zu drei Stunden hinzogen und diese Zustände für Helfer und Bedürftige nicht mehr haltbar waren, musste sogar ein vorläufiger Aufnahmestopp verhängt werden (die RP berichtete). In einem Raum an der Kochstraße 4 sollen jetzt jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr Lebensmittel für maximal 200 Personen ausgegeben werden. An Flüchtlinge, Familien wie Alleinerziehende, die dort und im näheren Umfeld wohnen.

"Es ist schön, helfen zu können", sagt Serpil Bilgin. Die Türkin wohnt eigentlich in Strümp, gehört aber der muslimischen Gemeinde in Willich an und packt ebenso mit an wie deren Frauen-Vorsitzende Hatice Kösel oder Patrcia Preuß. Auch einige Flüchtlinge helfen mit, holen Lebensmittel von den Fellerhöfen und bauen den Proviant im Ausgaberaum auf, so die Syrer Mohamad Al Tahhan und Farek Desouki.

Die Willicher Tafel betreut derzeit etwa 1050 bedürftige Menschen, darunter rund 400 Kinder. "Wir möchten gern den Aufnahmestopp wieder rückgängig machen", sagt Sabine Neumann. Dazu finden in den nächsten Tagen Gespräche mit der Stadt Willich statt. Der Wunsch der Vorsitzenden: "dass wir vielleicht eine weitere Ausgabestelle im kleinen Flüchtlingsdorf an der Moltkestraße einrichten können und dass uns die Stadt beim Transport der Lebensmittel hilft." Denn auch die Kapazität beziehungsweise die Einsätze der eigenen Fahrzeuge seien nahezu ausgereizt.

Natürlich sucht die Tafel weiterhin ehrenamtliche Helfer und Landwirte oder Geschäfte, die Lebensmittel spenden, vor allem Kartoffeln, Paprika, Möhren oder Tomaten. Derzeit sorgen in allen Stadteilen etwa 86 ehrenamtliche Helfer dafür, dass in den vier Stadtteilen an allen Wochentagen eine Ausgabe stattfinden kann.

Quelle: RP
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