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Stadt Willich
Diebe haben immer öfter Autos im Visier

Stadt Willich. Autodiebstahl und Diebstähle aus Autos machen auch vor dem Kreis Viersen nicht halt. Insbesondere die Diebstähle aus Autos nahmen in der ersten Jahreshälfte zu. Von Bianca Treffer

Zwischen Diebstahlversuchen und geglückten Diebstählen von Autos macht die Statistik der Kreispolizeibehörde Viersen keine Unterschiede. Fest steht: In der ersten Jahreshälfte kam es zu insgesamt 50 Delikten. "Damit liegen wir, vergleicht man die Zahlen mit den Vorjahren, in einem für den Kreis Viersen üblichen Bereich", sagt Thomas Holt vom Kriminalkommissariat West.

Von Januar bis Juni 2014 kam es zu 54 Delikten. Insgesamt lag die Zahl 2014 bei 103 Diebstählen (2013: 112 Diebstähle). Oftmals ist es dabei so, dass wertvolle Autos als Blickfang vor dem Haus stehen. "Die Garagen sind teilweise zu klein, wenn es sich um ältere Modelle handelt oder sie sind mit Fahrrädern, Zweitwagen und Co. zugestellt", zählt Holt Gründe auf, warum hochwertige Fahrzeuge auf der Straße stehen und so zum Diebstahl einladen. Auch wenn es aufgrund der Nutzung umständlich ist - wer verlässt mit welchem Fahrzeug morgens als erster das Haus - , empfiehlt die Polizei, das hochwertigere Modell in der Garage zu parken, selbst wenn am Morgen erst rangiert werden muss.

Zumal Bürger auf diesem Weg auch Homecar-Jacking ein Stück weit unterbinden können. Wo es keinen Hinweis auf ein teueres Fahrzeug gibt, versucht in der Regel kein Einbrecher einzubrechen, um den Autoschlüssel zu stehlen.

"Um den Funkkontakt zwischen Autoschlüssel und Fahrzeug zu blockieren, ist es zudem sinnig, den Schlüssel in einer Metallschüssel aufzubewahren", hat Holt als Tipp auf Lager. So können von außerhalb keine Daten abgegriffen werden. Mit der Lenkradkralle kann Dieben das Leben ebenfalls erschwert werden. Denn wie auch bei Wohnungseinbrüchen gilt: Alles, was Langfingern einen Diebstahl erschwert und damit das Entdeckungsrisiko erhöht, sorgt für Sicherheit. Eine weitere Hilfe sind auch Ortungssysteme in hochwertigen Fahrzeugen. Sie können helfen, nach einem Diebstahl das Fahrzeug wiederzubekommen.

Vollkommen sicher ist allerdings kein Auto, egal, in welcher Preisklasse es liegt. So kam es vor Kurzem am Tag im Kreis Viersen zu Diebstählen von gleich drei VW Caddys.

Während die Zahl der Diebstähle von Autos oder zumindest dem Versuch nahezu konstant geblieben ist, kletterte die Anzahl der Diebstähle aus dem Wagen erheblich. Von Januar bis Juni zählte die Polizei 661 solcher Vergehen. Im Vorjahreszeitraum waren es 497. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 1000 Fälle (2013: 1006 Diebstähle). Im Visier der Diebe sind momentan fest eingebaute Navigationsgeräte. Im ersten Halbjahr 2015 entwendeten sie 126 solcher Geräte. Zum Vergleich: Für das gesamte Jahr 2014 waren es 147 Fälle. Eine Zahl, die also aktuell bereits in einem halben Jahr erreicht wurde.

Die Polizei geht aufgrund der starken Zunahme davon aus, dass es sich um gezielt vorgehende Banden handelt. "Diese sind oftmals nachts und das zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Bürgern, denen gerade nachts Unbekannte in ihren Straßen auffallen, sollten sich nicht scheuen, die Polizei anzurufen. Finden außerdem irgendwo Verladetätigkeiten statt, bedeutet das in der Regel nichts Gutes", betont Holt und fügt an, dass Bürger lieber einmal zu viel als zu wenig die Polizei anrufen sollten. Immer wieder kommt es nämlich vor, dass sich Bürger nach Diebstählen melden und mitteilen, etwas Ungewöhnliches im Vorfeld bemerkt zu haben. Ansonsten kann die Polizei nur empfehlen keine Wertgegenstände oder andere Dinge im Auto liegenzulassen, die einem potenziellen Dieb schnelle Beute signalisieren. Das gilt auch für Navi-Halterungen, die zeigen, in diesem Auto wird ein mobiler "Pfadfinder" genutzt - und das könnte im Handschuhfach liegen. Eine offene Handtasche, auch wenn sich keine Geldbörse darin befindet, kann einen Grund für einen Fahrzeugaufbruch darstellen.

Etwas wird auch oft vergessen: das Absperren eines Fahrzeuges. Wobei es auch vorkommt, dass jemand der Ansicht ist, abgesperrt zu haben, aber dies nicht der Fall ist. Eine kurze Kontrolle nach dem Druck aufs Knöpfchen des Schlüssels kann hilfreich sein.

Quelle: RP
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