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Stadt Willich
Ein besonderer Tag für Leseratten

Stadt Willich: Ein besonderer Tag für Leseratten
Nach Herzenslust konnten gestern die jungen Besucher des Literatur-Tags in Anrath in ausgestellten Büchern schmökern, selbst Geschichten vortragen oder Erzählerinnen lauschen. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Willich. In der Anrather Josefshalle ging es gestern um Literatur und ums Lesen von Büchern. Die Katholische Öffentliche Bücherei hatte den Tag organisiert. "Anton Literath" war das nicht nur bei Kindern beliebte Maskottchen. Von Willi Schöfer

Etwas nervös war in der ersten Stunde Anja Kuypers. Sie hatte mit ihrem Team der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) den ersten Anrather Literaturtag organisiert. Und die monatelangen Vorbereitungen wurden mehr als belohnt. Durch zahlreiche Aktionen wurde vor allem den Jüngeren der Lesespaß vermittelt.

Keineswegs nervös war "Anton Literath", den Anneliese Werner gestern Morgen in der Hand hielt. Der pfiffige Kerl mit seinem breiten Lachen, in blauer Stoffhose und Ringelpullover, war aus Stoff und das Maskottchen bei der Premiere.

Das Ziel der Initiatoren war klar: mehr Kinder und Jugendliche für das Buch zu begeistern. "Ich bin auch gleich in ein Wespennest gestochen", erinnerte Anja Kuypers an den Zuspruch, der ihre Idee in den Anrather Schulen und Kindergärten fand. So hatte schon vor vielen Wochen in einigen Gruppen und Klassen ein Schreibwettbewerb stattgefunden. Mehr als 80 Kinder hatten sich mit Gedichten und Geschichten beteiligt. Sie alle bekamen am Nachmittag kleine Präsente.

In der Josefshalle las gerade in einer Ecke die zehnjährige Mara Steves von der Klasse 5 c des Lise-Meitner-Gymasiums ihre Geschichte "Das magische Buch". Um "Geheime Bücherwelten" ging es bei Satiya Barkouta aus der 7d. Satiya gewann den Wettbewerb vor Sophia Krull und Mina Schnepp. Mina hatte über den "Verzauberten Mondschein" geschrieben, Sophia über "Bücher lesen ist gefährlich". Dass das Lesen oder die Geschichten abenteuerlich und spannend, aber keineswegs gefährlich sind, hatte auch schon im Vorfeld des Literaturtages eine Schreib-AG der Gottfried-Kricker-Schule bewiesen. So beschäftigten sich unter der Anleitung von Cordula Hammerschmidt Zweit- bis Viertklässler mit dem Buch "Leopold und der Fremde". Dabei ging es um die spätere Freundschaft zwischen einer Leopard- und einer Krokodil-Familie. Erst gab es Ängste und Verbote der Mütter, den jeweils Anderen kennenzulernen. Die Kinder schrieben dazu ihre eigene Geschichte mit ihrer Neugier, auch etwas von den fremden Menschen zu erfahren.

In der Josefshalle war richtig was los: Märchenerzählerinnen waren da, Ulrike Windhausen las gerade in der rot-schwarzen "Piratenhöhle", wie Käpt'n Sharky den kleinen Wal rettete. Auf der Bühne spielte das St. Töniser Kasperletheater "Zipfelmütze" und auch die Albert-Schweitzer-Schule mit Ruth Fehrholz war aktiv, brachte unter anderem Stabpuppen oder junge eigene Sänger und Schauspieler mit. Anrather Kindergärten luden die Kinder zum Malen und Basteln ein. Literatur gab es zuhauf, so von der KÖB, von der "Anrather Bücherecke" oder draußen, wo der Bus der Pfarrjugend kurzerhand zum Buch-Antiquariat verwandelt wurde.

An den Wänden hingen Wäscheleinen mit vielen "Steckbriefen", auf denen die Kinder ihrer Lieblingsbücher genannt und kurz beschrieben hatten. So fand die zehnjährige Lara die "Zauberhafte Tierhandlung" so toll, weil das Buch so schön und lustig sei. Luisa (8) schwor hingegen auf die Bett-Lektüre "Schlaf gut".

Buch-Illustratorin Sabine Marie Körfgen zeichnete. Künstler der Gruppe "Blattwerk" stellten Lampen, hergestellt aus alten Buchseiten, aus. Und junge Willicher Autoren lasen aus ihren Werken, so Ann-Sophie Müller, Barbara Rath und Bianca Treffer.

Es gab dazu vom KÖB-Team Kaffee und Kuchen. Und eine im Laufe des Tages ob des Interesses immer besser gelaunte Anja Kuypers, die sich noch bei einigen Sponsoren bedankte. "Es ist wirklich ein Märchen, was mein Team mit den Schulen und Kindergärten in einem halben Jahr erreicht hat." Und sie hat für den nächsten Literatur-Tag auch gleich schon wieder die ersten Ideen. Anja Kuypers erklärte auch, warum das Maskottchen "Anton Literath" mit th geschrieben wird: "Anton" beginnt mit dem "An", Litherath hört mit "rath" auf, steht also für Anrath."

Quelle: RP
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