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Stadt Willich
Ein Blickfang ist der Abschluss

Stadt Willich. Den Gemeindemitgliedern wurde jetzt ein großes Kirchenfenster in der Marienkapelle im Neersener Gemeindezentrum vorgestellt. Damit sind die Umbaumaßnahmen nun abgeschlossen. Von Willi Schöfer

Schon als Weihbischof Johannes Bündgens im Dezember 2012 die neue Pfarrkirche St. Maria einweihte, hatte es von den katholischen Christen für den modernen und einladenden Kirchenraum viele Komplimente gegeben. Jetzt ist als Abschluss der Baumaßnahmen ein weiterer Blickfang dazu gekommen: ein großes neues Fenster in der Marienkapelle. Es wurde jetzt während der Messe den Gläubigen vorgestellt.

Das Fenster, das der Hinsbecker Jürgen Drewer gestaltete und dessen Ideen die Glasmalerei von Hein Derix (Kevelaer) meisterlich umsetzte, hat die Maße von 1,34 mal 3,54 Meter. Es besteht überwiegend aus in Blautönen gehaltenen Glasstücken und einem roten, etwa 20 Zentimeter breiten Band, das den roten Mantel von Maria symbolisieren soll. Als Standort wurde nämlich die Marienkapelle gewählt.

Bislang war dort inmitten zweier Chorgestühle aus der alten Neersener Kirche nur eine Fensteröffnung aus einem Sicherheitsglas. "Da wir beim Bau und beim Inventar des Gemeindezentrums erst einmal etwas sparen mussten, haben wir mit unserem Architekten Elmar Sommer das Fenster erst einmal zurückgestellt", erklärte Bernd Schepers, Vorsitzender des Bauausschusses, außerdem stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes von St. Maria.

Denn es war anfangs zu Mehrkosten gekommen, vor allem als die erste Abbruch- und Rohbaufirma in Konkurs ging. Es musste gespart werden. Und nachdem alle Abrechnungen vorlagen, konnte man doch noch das rund 22 000 Euro teure Fenster finanzieren. Es hatte dazu drei Anbieter gegeben, die ihre Entwürfe präsentiert hatten. Kirchenvorstand und Bauausschuss bevorzugten den Gestaltungsentwurf von Jürgen Drewer. Schepers dazu: "Dieser Entwurf wurde von den meisten Befragten als sehr gut bezeichnet."

Es hatte für den Künstler, so Schepers, nur zwei Vorgaben gegeben: Das Licht in der Marienkapelle sollte dadurch etwas gedämpfter werden, und es sollte ein gewisser "Baustellen-Effekt" erhalten bleiben. Heißt: Man sollte von draußen von der Hauptstraße durch das Fenster in die Kirche schauen können - sozusagen als "Appetit-Anreger". An einer Seite des Fensters ist auch ein kleiner Spalt frei, der diesen Blick erlaubt.

"Jeder sollte sich seine Gedanken machen, wie er das Gesamtbild des Fensters assoziiert", sagte der 62-jährige Jürgen Drewer. Mit dabei ist Berthold Janke von den Derix-Werkstätten für Glasmalerei und Mosaik. Er reduziert gerade mit einem Pinsel etwas die die weißen Linien zwischen den blauen Glasstücken.

Wenige Wochen zuvor hatte sich eine von Gemeindereferentin Sabine Grotzenburg angeführte Neersener Gruppe das Entstehen des Kunstfensters in Kevelaer angeschaut. Sabine Grotenburg fasst das Erlebte zusammen: "Das Fenster wurde überwiegend in einer klassischen Handarbeit hergestellt." Was heißt: Die einzelnen Glasteile wurden zunächst jeweils zu einem großen Zylinder geblasen, dann erneut erhitzt und gewalzt. Dadurch wurde aus jedem einzelnen Glasstück ein Unikat. Durch Sandstrahlung, Ätzung und Glasmalerei entstanden dann die farbigen Akzente. Die fertigen Glasteile wurden dann abschließend miteinander auf einer Trägerscheibe verklebt. Der Glaskünstler hat derzeit noch anderes zu tun. Er arbeitet an neuen Fenstern und einer Altarwand für die umgestaltete evangelische Christus-Kirche in Sinntal im Spessart.

Quelle: RP
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