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Stadt Willich
Ein kleines Missgeschick mit großer Wirkung

Stadt Willich. "Shelter" hat Michael Kortländer seine zentrale Installation genannt, die mitten im Saal von Schloss Neersen aufgebaut war. "Shelter" heißt so viel wie Obdach, Zuflucht, Unterschlupf, auch Asyl. Ein Besucher der Eröffnung hat das vielleicht missverstanden und ist rückwärts in das nur lose aufgestellte Objekt gelaufen. Wie in einer Art Domino-Effekt fielen dabei zwei Aufsteller der vierteiligen Installation zusammen.

Auf der gut besuchten Vernissage entschied der Künstler spontan, die Arbeit in diesem Zustand zu belassen. Es wäre am Abend der Eröffnung mit den vielen Gästen schwierig und unpassend gewesen, die Arbeit zu rekonstruieren. Das wird der Künstler, der auf Gut Selikum bei Neuss lebt und arbeitet, aber bald beheben. Zurzeit hält er sich noch in Paris auf. Wenn er Anfang der Woche wieder zurück im Rheinland ist, will er auch nach Neersen fahren und die Arbeit in Ruhe wieder in ihren richtigen Zustand bringen. Sie soll keineswegs in diesem "zerstörten Zustand" dauerhaft am Boden liegen bleiben.

Michael Kortländer (62) studierte in der 1970er Jahren bei Professor Gerhard Hoehme an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit seinen Meisterschülern fuhr Hoehme regelmäßig zu Exkursionen nach Sizilien, um vor Ort die zahlreichen Zeugnisse byzantinischer und normannischer Kunst zu studieren. Die Liebe zu Sizilien ist in Kortländer bis heute wach geblieben. Kortländer, der künstlerischer Leiter der Großen Kunstausstellung NRW in Düsseldorf ist, baut eine Brücke zur jungen Kunstszene in Palermo. Erstmals kamen 2012 Künstler von dort zur "Großen Düsseldorfer".

(hb)
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