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Stadt Kempen
Ein Vierteljahrhundert Moses-Verlag

Stadt Kempen: Ein Vierteljahrhundert Moses-Verlag
Lenken im Jubiläumsjahr die Geschicke des Moses-Verlages (von links): die beiden Geschäftsführer Nina Tebartz und Gerd Herterich sowie Marketingleiterin Friederike Wehse. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Mit einem Auftrag für den schwedischen Möbelriesen Ikea fing vor 25 Jahren eine besondere Kempener Erfolgsgeschichte an. Von Silvia Ruf-Stanley

Der Moses-Verlag ist so etwas wie eine Institution. Kaum ein Kempener, der sich hier nicht mit liebevollen Kleinigkeiten für Feste, Kindergeburtstage oder Lesestoff für klein und groß eindeckt. Am Anfang standen Jürgen Pankarz, St. Huberter Künstler, besser unter seinem Spitznamen "Moses" bekannt, und Gerd Herterich. Vor 25 Jahren kamen die beiden auf die Idee, einen Verlag zu gründen. "Moses" Pankarz illustrierte die ersten Kinderbücher, Gerd Herterich arbeitete für Ikea, das große schwedische Möbelhaus, und suchte nach einem Anbieter für die Familienlinie des Hauses. Und idealerweise sollte alles aus einer Hand kommen.

Es entstanden im Laufe der Jahre Klassiker wie das Schminkbuch oder das Knotenbuch, die bis heute noch zu finden sind. Die Kombination, zum Schminkbuch gleich die passende Kinderschminke für fröhliche Gesichter mitzuliefern oder eben die Seile zum Knoten üben, war damals neu. Das Knotenbuch passte auch zum Spitznamen von "Moses". Denn so wird der jüngste Bootsjunge auf Segelschiffen genannt. Deshalb ziert inzwischen auch ein stilisiertes Segelschiff das Verlagslogo.

Ein Bestseller ist immer noch die Becherlupe mit dem dazu gehörigen Buch. Kinder können hier die Welt der Insekten und Kleintiere entdecken. Und nach dem Entdecken die Krabbeltiere wieder frei lassen. Mittlerweile wurde dieses Buch weltweit in Lizenzen selbst bis nach China verkauft, so Geschäftsführerin Nina Tebartz.

Jürgen Pankarz hat sich vor etwa 13 Jahren aus dem Verlagsleben zurückgezogen, weil er sich wieder mehr seiner künstlerischen Arbeit widmen wollte. Gleichwohl floriert das Geschäft des Moses-Verlages weiterhin. Das Sortiment wurde ständig erweitert. Die "Black Stories" sind inzwischen auch so ein Bestseller: Karten mit humorvollen Krimiratespielen - auch sie haben schon die Welt erobert.

Für Kinder gibt es eine weitere Edition zu Wissensthemen. Auch diese ist ausgesprochen erfolgreich. Gerade im Bereich der Kinderliteratur wird eine Zusammenarbeit mit dem Wissensmagazin "Geolino" gepflegt, dem Ableger des Magazins "Geo". Und seit drei Jahren erobern auch ein "Boys Book" und ein "Girls Book" die Bücherregale. Ganz stolz ist Gerd Herterich auf ein Spiel, das sich mit über tausend Fragen rund um die Fernsehreihe "Tatort" beschäftigt. Die Idee dazu kam vom Westdeutschen Rundfunk (WDR).

Immer noch versteht sich der Moses-Verlag als klassischer Buchverlag und arbeitet vor allem mit dem Buchhandel zusammen. Auch wenn im Laufe der Jahre andere Produkte hinzu gekommen sind. Es gibt Kinderspiele oder auch "liebenswerten Unsinn", wie es Gerd Herterich und Nina Tebartz formulieren. Eine Lifestylerichtung ist auch hinzugekommen. Da gibt es eine Küchenwelt, Produkte für das heimische Büro oder Accessoires und Geschenkideen rund ums Buch.

So ist aus dem anfangs in der kleinen Wacktertapp-Mühle in St. Hubert bei "Moses" Pankarz gegründeten Verlag nach 25 Jahren ein grundsolides Unternehmen geworden. Seit 2004 hat die Firma ihren Sitz im Arnoldhaus in der Nähe des Kempener Bahnhofs. Irgendwann reichten die ursprünglichen 300 Quadratmeter Bürofläche nicht mehr aus, so dass die Räumlichkeiten des Verlages schrittweise auf rund 650 Quadratmeter erweitert worden sind.

Der Vertrieb der Produkte läuft zum größten Teil über ein Logistikunternehmen in Leipzig. Von Kempen aus wird nur noch ein kleiner Vertriebsbereich wie der Onlinehandel organisiert. Außerdem werden Händler in der Region von Kempen aus beliefert. Typisch für den Moses-Verlag ist der Kundenservice: Wenn ein Kunde ein verloren gegangenes Teil für ein Spiel braucht, wird auch dies geliefert.

Bei den Arbeitszeiten ist das Unternehmen modern. Es gibt Teilzeitmodelle oder Mitarbeiter können teilweise von zu Hause aus arbeiten. Da man stets projektbezogen arbeite, sei dies möglich, betont Herterich. Außerdem ist ihm die Familienfreundlichkeit solcher Modelle wichtig. Und so könne er seine gut ausgebildeten Mitarbeiter halten. Wichtig ist Herterich auch sein lokales Engagement. "Wie fühlen uns wohl hier in Kempen", sagt der Mitgründer. Deshalb unterstützt er den jährlichen Sommerleseclub der Kempener Stadtbibliothek für Kinder und Jugendliche mit Bücherspenden im Wert von rund 2000 Euro. Ebenfalls ist der Moses-Verlag ein Sponsor der Konzerte des Vereins "Kempen Klassik". Viele Kindertagesstätten, Schulen und Vereine werden regelmäßig mit Sachspenden unterstützt. Zum Jubiläum soll es auch Extra-Pakete für die Kindergärten geben.

Quelle: RP
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