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Stadt Willich
Eine Aufgabe mit Verantwortung

Stadt Willich: Eine Aufgabe mit Verantwortung
Messdiener sein heißt nicht nur dienen im Gottesdienst, sondern auch viel in einer Gemeinschaft zu erleben. So gehören auch Kochabende zu den Messdienertreffen dazu. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Willich. Messdiener-Nachwuchssorgen gibt es derzeit in Willich und Schiefbahn nicht. 112 Kinder und Jugendliche sind in den drei Gemeinden St. Katharina, St. Mariä Rosenkranz und St. Hubertus im Einsatz. Von Bianca Treffer

Aus der Küche im Pfarrheim von St. Mariä Rosenkranz ist fröhliches Stimmengewirr zu hören. Gleichzeitig zieht ein leckerer Duft in den Gruppenraum. "Wir bereiten heute Abend Gyros-Pitta zu", verrät Sabine Hügging-Behm, die inmitten der Kinder und Jugendlichen steht, die allesamt mit den Vorbereitungen beschäftigt sind. Es ist Freitagabend, und das Pfarrheim befindet sich fest in der Hand der Messdiener aus St. Mariä Rosenkranz.

Die Messdiener dienen nicht nur sonn- und feiertags in der Kirche, sondern es gibt über das Jahr verteilt jede Menge Aktivitäten außerhalb der Kirche. "Wir machen jede Menge mit der Gruppe, und das ist einfach toll", meint Lukas. Der 14-Jährige ist schon seit fünf Jahren als Messdiener aktiv. "Ich wollte schon immer Messdiener werden, und als ich nach der Kommunion angesprochen wurde, ob ich Interesse daran hätte, habe ich sofort Ja gesagt", erzählt Lukas. Die Kommunion ist nämlich der Zeitpunkt, ab dem interessierte Kinder in den Messdienerdienst eintreten können.

"Vor der Erstkommunion macht es keinen Sinn, weil die Kinder sonst noch nicht an der Kommunion teilnehmen können. Zum anderen haben sie durch den Kommunionsunterricht Vorkenntnisse und auch eine gewissen Reife", erklärt Hügging-Behm, die mit Sylvia Foy die Messdienerarbeit in St. Mariä Rosenkranz, St. Katharina und St. Hubertus leitet.

Alle Kommunionkinder, Mädchen wie Jungen, erhalten eine Einladung zu einem Treffen, um in die Messdienerarbeit hinein schnuppern zu können. Wer Spaß daran hat, startet im Anschluss mit einer neunstündigen Schulung. Diese ist verteilt auf Treffen, die alle 14 Tage anstehen. Für eine gute Stunde werden dann der Ablauf und die dazugehörigen Rituale geübt. Messdiener haben im Gottesdienst nämlich eine Vielzahl von Aufgaben. Zum Abschluss der Schulung erfolgt die feierliche Frage, ob sie am Altar dienen möchten. "Sie ziehen mit dem Pastor ein, bereiten die Gaben vor, läuten das Schellengeläut an bestimmten Stellen der Wandlung, beten mit dem Pastor das Vaterunser, sind für das Abräumen nach der Kommunion zuständig und sind bei der Kollekte im Einsatz", zählt Hügging-Behm auf.

In größeren Gottesdiensten wie zu Weihnachten, Ostern oder Pfingsten kommt der Einsatz von Weihrauch dazu, und auch für die Evangelienleuchter sind die Messdiener verantwortlich. Bei den großen Gottesdiensten gehen eine Vielzahl von Messdienern in den Einsatz, in den wöchentlichen Gottesdiensten am Wochenende sind es in der Regel zwei bis vier. Jeder Messdiener ist normalerweise ein- oder zweimal im Monat im Einsatz. Ein Messplan zeigt jedem seine persönlichen Termine an.

Für die 20 Messdiener von St. Mariä Rosenkranz heißt es früh aufstehen, wenn sie dienen. Der Gottesdienst beginnt nämlich sonntags um 8.30 Uhr. 11.30 Uhr ist dagegen die Zeit für die 80 Messdiener in St. Katharina, und auch für die zwölf Messdiener in St. Hubertus, wobei es in Schiefbahn ein Wortgottesdienst ist. Der eigentliche Gottesdienst beginnt am Samstagabend um 17 Uhr.

"Als ich das erste Mal gedient habe, war ich schon etwas aufgeregt. Messdiener zu sein, ist einfach schön. Man gehört dazu und hat eine Aufgabe", sagt der zehnjährige Lukas. Ab 15 Jahren können Messdiener Messdienerleiter werden. Eine Möglichkeit, die Lisa (17 Jahre) genutzt hat. "Ich habe den Leiterkurs mitgemacht und betreue die Jüngeren jetzt mit", berichtet Lisa. Einmal im Monat treffen sich die 20 Leiter und planen die unterschiedlichen Aktivitäten wie die jährliche Herbstfahrt, Spielenachmittage, gemeinsames Schlittschuhlaufen oder einen Besuch im Kletterwald. Messdiener sein heißt nicht nur dienen im Gottesdienst, sondern auch viel in einer Gemeinschaft erleben.

Quelle: RP
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