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Stadt Willich
Eine Ausbildung mit Gütesiegel

Stadt Willich: Eine Ausbildung mit Gütesiegel
Während der Lossprechungsfeier der Innung E-Handwerke Niederrhein Kreis Viersen in der Viersener Generatorenhalle erhob Obermeister Rolf Meurer (4.v.r.) die jungen Elektroniker in den Gesellenstand. FOTO: norbert prümen
Stadt Willich. Metallbauer und Feinwerkmechaniker wurden losgesprochen. Sie hätten einen zukunftssicheren Handwerksberuf erlernt, hieß es bei der Feierstunde. Es müsse auch nach dem Abitur nicht immer ein Studium sein. Von Bianca Treffer

"Sie verlassen den geschützten Raum der Lehrlingswerkstatt und müssen fortan ihre Geschicke eigenständig leiten und mehr Verantwortung übernehmen", mit diesen Worten leitete Leo Jürgens die Lossprechungsfeier der 24 Metallbauer und Feinwerkmechaniker ein. Der Obermeister der Innung für das Metallhandwerk Krefeld und den Kreis Viersen sprach von einem anspruchsvollen und zukunftssicheren Handwerksberuf, den die Gesellen erlernt hätten, nun käme es darauf an aufzubauen. "Ihre Lossprechung schenkt Ihnen ein Gütesiegel, nämlich eine grundsolide Handwerksausbildung", fügte er an. Fünf Millionen Menschen in Deutschland sind heute im Handwerk beschäftigt. Damit ist das Handwerk die größte Wirtschaftsmacht im Lande. Es handelt sich dabei um keinen globalen Konzern, sondern die Wirtschaftskraft von "nebenan", wie es Jürgens beschrieb.

Das Handwerk findet in Unternehmen vor Ort statt und sichert vor Ort Lebensqualität und Arbeitsplätze. Die enorme Bedeutung hob auch der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Optendrenk in seiner Festrede hervor. "Ich habe einen hohen Respekt vor dem Handwerk und vor dem was jeder einzelne kann. Es ist keine Ausbildung zweiter Klasse. Wir müssen weg von dem Akademisierungswahn. Das kann aber nur erfolgen, wenn wir dem Handwerk mehr Wertschätzung geben", betonte Optendrenk. Dass man schon einmal fragende Blicke erhalten kann, wenn man mit dem Abitur einen Handwerksberuf erlernt, konnte Christian Pasch selber feststellen. Der 23-jährige Krefelder, der jetzt als Prüfungsbester abschloss, hatte sich schon vor dem Abitur entschlossen, den Beruf des Metallbauers zu erlernen. "Wenn alle vor dem Abitur darüber sprechen, welches Studium sie starten wollen fühlt man sich schon einen Moment lang als Außenseiter. Das ist aber letztendlich gar nicht so, wie ich selber feststellen konnte", berichtete Pasch. Etliche Stufenkollegen starten ebenfalls mit einer Ausbildung, die sie genau wie Pasch selber dank dem Abitur zudem verkürzen konnten. Der neue Metallbauer-Geselle setzt nun auf Weiterbildung in Form des Meisters. In seinem erlernten Beruf will er nämlich auf jeden Fall bleiben, denn die praktische Arbeit, das Erleben, etwas zu schaffen und der Kundenkontakt machen ihm viel Freude. Dass im Handwerk eine Trendwende in Sachen Auszubildende zu erkennen ist kann Heinz Kox vom gleichnamigen Kempener Unternehmen bestätigen. "Für das kommende Ausbildungsjahr habe ich erstmals deutlich mehr Bewerbungen erhalten als in den vorausgegangenen Jahren", sagte er. Lag die Zahl der Bewerbungen sonst bei zwei bis drei, kletterte sie jetzt auf zehn. Wobei Kox bei der Auswahl der Bewerber immer auf ein Praktikum setzt. Auf diesem Weg lernt der mögliche Lehrling den Beruf und das Unternehmen schon einmal kennen und umgekehrt das Unternehmen den jungen Menschen. Über ein Praktikum ist auch Ahmet-Agid Öztürk zu seinem Beruf und Ausbildungsplatz gekommen. "Mein Vater ist im Bereich Metall tätig. Ich habe nach meinem Realschulabschluss ein Praktikum gemacht und festgestellt, dass mir der Beruf des Metallbauers Spaß macht", erzählt der 23-Jährige. Es folgte die Lehre im Kempener Unternehmen Kull und jetzt der Gesellenbrief. Öztürk ist übernommen worden und möchte zunächst einmal Berufserfahrung sammeln, bevor er an Weiterbildung denkt.

Quelle: RP
 
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