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Tönisvorst
Eine Schularbeit

Tönisvorst. Viel Zeit ist vergangen, viel Arbeit wurde geleistet, jetzt ist es vollbracht: Die Realschule Tönisvorst weihte gestern ihr grünes Klassenzimmer im Rahmen eines Sommerfests offiziell ein. Von Natascha Becker

Man nehme 90 Quadratmeter Fertigrasen, vier Dachplatanen, 180 Buchenheckenpflanzen, 80 Buchspflanzen, 260 Stauden und Gräser sowie 20 Hortensien, suche einen geeigneten Platz, packe Sitzgelegenheiten hinein und heraus kommt ein grünes Klassenzimmer, das seinesgleichen sucht. Nun, so einfach wie es sich anhört ist es allerdings nicht, ein solches Projekt anzugehen. Das wissen an der Realschule Tönisvorst alle. Dort weihten Schüler, Lehrer und Eltern gestern gemeinsam nach einer zweieinhalbjährigen Vorlaufzeit und rund 600 Arbeitsstunden das grüne Klassenzimmer der Schule ein.

„Wir begannen damals mit einer Handvoll Lehrer, Schüler und Eltern. Wir schmiedeten große Pläne, und es kamen Zweifel auf, ob ein solches Großprojekt mit viel Eigenbeteiligung überhaupt zu schaffen sei. Doch wir ließen uns nicht entmutigen“, blickte Lehrerin Monika Ricken, die das Projekt zusammen mit ihrer Kollegin Rosemarie Meyer aus der Taufe gehoben hatte, noch einmal auf die Anfänge zurück. Sie sprach von einem Dominoeffekt, denn im Laufe der Zeit kamen immer mehr Helfer hinzu. Die packten tatkräftig mit an, spendeten Geld oder sorgten für die Verpflegung der fleißigen Handwerker. Ricken dankte allen und schritt zur Tat, um das rot-weiße Flatterband zu zerschneiden und damit das grüne Klassenzimmer offiziell zu eröffnen.

Was herausgekommen ist, kann sich sehen lassen. Zwischen Sporthalle und Schulgebäude gelegen begeisterte die neu gestaltete Fläche alle. „Es ist total schön. Hier sitzt es sich einfach super“, strahlt die zwölfjährige Schülerin Ariane. Man sei schon ein bisschen stolz auf das, was man geleistet habe, verrät der gleichaltrige Alexander, der von Anfang an als Helfer dabei war. „Es hat viel Spaß gemacht hier zu arbeiten und das grüne Klassenzimmer entstehen zu sehen“, meint er. Auch bei Martina de Munnik kommen die verschieden gestalteten quadratischen Flächen, die insgesamt 32 Sitzplätze an vier Tischen anbieten, gut an. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schön wird. Besonders die Platanen gefallen mir gut. Da wird es sich später herrlich drunter sitzen lassen“, ist die Schülermutter überzeugt.

Dort ist es ein Rasenquadrat, daneben ein Staudenbeet, hier sind es Küchenkräuter, die in einem Steingarten wachsen. Jede Fläche ist individuell gestaltet und mittels Kanalklinker eingefasst. Mit dem grünen Klassenzimmer soll es aber noch weiter gehen. Zunächst wird nach den Sommerferien eine AG gegründet, die sich mit der Pflege befasst, dann soll es an die Gestaltung der Außenwände der Sporthalle gehen. Dazu läuft derzeit ein Ideenwettbewerb an der Schule. „Und wenn wir wieder Geld in der Kasse haben, möchten wir das Atrium angehen. Das soll ans grüne Klassenzimmer anschließen“, verrät Ricken mit leuchtenden Augen.

Quelle: RP
 
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