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Willich
Engagement verdoppelt

Willich. Vom klassischen Brandeinsatz bis zur hilflosen Person – die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr ist vielschichtig. Für die Löschzüge in Tönisvorst werden jetzt verstärkt neue Mitglieder gesucht.

Von Nadia Joppen

Tönisvorst Wie kann in Zukunft sicher gestellt werden, dass in Tönisvorst über Tag genügend Einsatzkräfte für die beiden Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst zur Verfügung stehen? Dieses Problem gehen Stadt und Feuerwehr jetzt mit einer gezielten Kampagne an. Der Auslöser: Eigentlich ist die Stärke der beiden Löschzüge gut – wäre da nicht das Problem der "Auspendler": Feuerwehrleute, die tagsüber auswärts arbeiten und daher im Notfall nicht einsatzbereit sind. Diese Tagesverfügbarkeit der ehrenamtlichen Helfer sei "zum Teil grenzwertig", so Feuerwehr-Sprecher Michael Steeg.

Wehrleute aus anderen Orten

Den ersten Schritt haben die Verantwortlichen getan: Sie haben Feuerwehrleute aus anderen Orten gesucht, die in Tönisvorst arbeiten, und sind fündig geworden: Matthias Neikes (Bauhofmitarbeiter und Mitglied der Feuerwehr Oedt), Philipp Krouß (Mitarbeiter der Firma. Sanitär Paulus/Steinfels, Mitglied der Feuerwehr Hüls) und Patrick Kapschick (Sparkassenmitarbeiter und Mitglied im Löschzug Neersen) stehen nicht nur im eigenen Ort, sondern auch für Einsätze in Tönisvorst zur Verfügung. Die Drei haben damit ihr ehrenamtliches Engagement verdoppelt: Sie fahren zu Einsätzen mit und beteiligen sich neben den Übungen im eigenen Löschzug auch an denen in Tönisvorst.

Die Integration der "Auswärtigen" in die Tönisvorster Gruppen ist daher für Löschzugführer Hans-Gerd Wolters unproblematisch. Über Öffentlichkeitsarbeit und Flyer will die Feuerwehr neue Mitglieder gewinnen. Als Helfer hat sie Bürgermeister Thomas Goßen im Boot: Die Stadt will bei der Einstellung gleich qualifizierter neuer Mitarbeiter Feuerwehrleute bevorzugen", sagte Goßen. Außerdem werde er bei Firmenbesuchen und brieflich die Unternehmer darum bitten, dass diese in der Belegschaft nachfragen, ob sich "Kollegen für dieses wichtige Ehrenamt engagieren möchten.

Es gebe einen guten Grund, warum Unternehmer diese Tätigkeit unterstützen sollten: Wenn die Freiwillige Feuerwehr die Kernanforderung "Eintreffen am Einsatzort innerhalb von acht Minuten" nicht mehr erfüllen kann, wird eine Berufsfeuerwehr notwendig – mit den entsprechenden Kosten für die Steuerzahler. Mit dem Thema sei er bei Unternehmern auf positives Interesse gestoßen, berichtete Goßen.

Bei der Vorster Firma Arca Regler arbeiten sogar sechs Feuerwehrleute, schilderte Löschzugführer Heribert Hebben. Diese würden problemlos für Einsätze freigestellt, und das Unternehmen habe noch nie die vorgesehene Entschädigungszahlung der Stadt beantragt. Wehrführer Rolf Peschken hofft, dass mit der Kampagne pro Löschzug fünf bis zehn neue Mitglieder – und zwar Männer und Frauen – gewonnen werden könnten. Das würde die Personalsituation erheblich entspannen.

Quelle: RP
 
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