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Stadt Willich
Erben will gelernt sein

Stadt Willich: Erben will gelernt sein
Das Wohnzimmer von Lord Horst ist im Forum des Lise-Meitner-Gymnasiums auf die Bühne verlegt worden. Morgen hat die Aufführung der Gymnasiasten Premiere. FOTO: NORBERT PRÜMEN
Stadt Willich. Der Literaturkursus 1 des Anrather Lise-Meitner-Gymnasiums bringt das Stück "Leben sie noch? Oder erben wir schon?" auf die Bühne. Morgen steht die Premiere an. Von Bianca Treffer

Die Bühne des Forums vom Lise-Meitner-Gymnasium hat sich in das edle Wohnzimmer von Lord Horst verwandelt. Da steht die Bar mit diversen Getränken und hohen Hockern. Der gut gefüllte Bücherschrank ist zu sehen. Eine gemütliche Couch lädt zum Verweilen ein und der voluminöse Sessel fehlt ebenfalls nicht. Auf einem Tischchen thront ein großes altmodisches Radio. Alle Sitzgelegenheiten sind von Personen in diversen Outfits belegt, wobei spürbar eine merkwürdige Atmosphäre herrscht.

Die Gespräche auf der Bühne brechen plötzlich ab und es entsteht eine kurze Pause. "Die romantische Musik! Hugo Taschenbier und Sibylle treten auf", ruft Anne Tendyck in Richtung der Technik. Am großen Schaltpult im hinteren Bereich des Forums setzt Bewegung ein. Regler werden verschoben und Sekunden später rollte die gewünschte Musik vom Band. Das Zeichen, auf das Sarah Giesen alias Taschenbier und Hannah Loheide-Niesmann als Sibylle gewartet haben. Mit wichtig aussehender Aktentasche betritt der Polizist Taschenbier die Bühne, im Schlepptau die erste Liebe seines Lebens.

"Lächeln", erinnert Tendyck, die jeden der jungen Darsteller auf der Bühne mit Argusaugen beobachtet und nicht nur Wert auf den korrekten Text legt, sondern insbesondere auf die dazu passende Mimik und Gestik achtet. Doch es sind immer nur kleine Anmerkungen, die die Literaturlehrerin des Anrather Gymnasiums zu machen hat. Bei ihrem Literaturkursus 1 der Q1 sind die textlichen Inhalte und die darzustellenden Personen ihren Schülern bereits in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn sie auf der Bühne stehen, dann wird aus Chiara Poetters das kleine Mädchen Püppi Kuchenbäcker, das so harmlos aussieht, aber gerne mal Tiere quält, und Jonas Müller ist auf einmal Karl-Heinz Schulze, der gerne mal einen über den Durst trinkt. Hendrik Gruner verwandelt sich samt Kleid, Stöckelschuhen und Schminke in den Transvestiten "Die Dirk", und Anna Hasenbeck mutiert zur Emanze Sigrun Sturm. Seit dem vergangenen Sommer laufen beim Literaturkurs 1 die Proben für das Theaterstück "Leben sie noch? Oder erben wird schon?". Es handelt sich dabei um eine mörderische Komödie von Barbara Peters, die, wie der Titel schon verrät, die liebe Verwandtschaft zum Inhalt hat, die den ältlichen Lord Horst (Jule Faßbender) einst beerben will.

Doch der denkt noch nicht daran abzutreten. Vielmehr schockt er alle Familienmitglieder mit der Tatsache, dass er die junge Chantal (Alexandra Winkelmann) zu ehelichen gedenkt. Der Familienclan wird zur Verlobung eingeladen und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn die holden Verwandten haben so ihre eigenen Pläne, wie sie die geplante Verlobung verhindern wollen, und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Wobei es die Frage ist, ob es den Richtigen erwischt hat? Szene für Szene läuft über die Bühne. Der letzte Feinschliff erfolgt, wobei ein jeder der Gymnasiasten hochkonzentriert bei der Arbeit ist. Ob der Ohnmachtsanfall von Christina Heß als Amalie von Schulze, die synchrone Sprechweise von Pia und Nina Roelofsen in den Rollen von Paula und Pauline von Schulze oder Frau Professor Dr. Dr. Ursula Brothaare-Kuchenbäcker (Julia Schütte), der ihre Titel ein wenig zu Kopf gestiegen sind - nicht nur Tendyck muss selber immer wieder lachen. Wer vom Team gerade nicht auf der Bühne steht, verfolgt mit sichtlichem Vergnügen das Geschehen. Eins ist sicher, das Publikum wird viel Spaß haben und beste Unterhaltung erfahren.

Quelle: RP
 
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