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Stadt Willich
Erhalt der Kugelahorne ist gescheitert

Stadt Willich: Erhalt der Kugelahorne ist gescheitert
Die Kugelahorn-Bäume vor der Pfarrkirche St. Katharina. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Die Bürgerinitiative "Pro Kugelahorn am Willicher Markt" hat nicht genügend Bürger mobilisieren können, mit "Ja" zu stimmen. Zwar erreichte sie eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen, blieb aber unter der Mindestzahl von 6228. Von Marc Schütz

Es gab zwar eine Stimmenmehrheit für den Erhalt der Bäume, doch die Kugelahorne auf dem Willicher Markt werden gefällt. Das ist das Ergebnis des Bürgerentscheids, das gestern Abend gegen 18.30 Uhr im Neersener Schloss verkündet wurde. Die Bürgerinitiative "Pro Kugelahorn am Willicher Markt" hat es nicht geschafft, mindestens 6228 Wahlberechtigte zu mobilisieren, mit "Ja" für den Erhalt der Bäume zu stimmen. Doch eben dieses Quorum von mindestens 15 Prozent der 41.516 wahlberechtigten Willicher, Schiefbahner, Anrather und Neersener wäre laut Gesetz nötig gewesen.

"Sollen die 20 Kugelahorn-Bäume auf dem Willicher Marktplatz am jetzigen Standort erhalten bleiben und nur dann gefällt werden, wenn sie krank sind?", lautete die Frage des Bürgerentscheids. 7956 Bürger hatten die entsprechenden Wahlunterlagen angefordert, 7338 Bürger stimmten letztlich ab - eine Beteiligung von 17,68 Prozent. 111 Stimmen waren ungültig. Mit "Ja" stimmten 4128 Bürger (57,12 Prozent), mit "Nein" 3099 (42,88 Prozent).

Bis zuletzt hatte Christa Disselkamp von der Bürgerinitiative auf ein Wunder gehofft, aber schon geahnt, dass ihr Ansinnen, die Bäume zu retten, scheitern würde. Teilweise führt sie dies auch auf das komplizierte Abstimmungsverfahren zurück, hofft aber, dass nun die entsprechende Satzung der Stadt Willich geändert wird und so bei möglichen künftigen Bürgerentscheiden auch eine Urnenabstimmung möglich wird. So hätte man dann doch etwas bewirkt. "Aber wir können stolz auf das sein, was wir mit nur 14 Leuten, die bei der Initiative mitgemacht haben, erreicht haben. Wir haben den ersten Bürgerentscheid in der Stadt Willich geschafft, und ich finde, wir haben ihn sachlich geschafft", sagte sie. Nun seien sie und ihre Mitstreiter aber froh, dass es vorbei sei. "Wir sind zum Teil sehr persönlich angegriffen worden. Jetzt können wir wieder einfach nur Mensch sein." Einen "Plan B" habe man jedenfalls nicht in der Tasche.

Bürgermeister Josef Heyes machte am Ende noch einmal seinen Unmut über den rund 90.000 Euro teuren Bürgerentscheid deutlich und fragte, ob man das Geld nicht anderweitig hätte sinnvoller ausgeben können. Willichs Kämmerer Willy Kerbusch betonte, dass ein solcher Entscheid ein demokratisches Recht sei, insofern dürften die hohen Kosten kein Argument dagegen sein. Gleichwohl sagte er, dass die Planung der Marktplatzumgestaltung ein beispiellos transparentes Verfahren gewesen sei, bei dem sich zahlreiche Bürger eingebracht hätten. Auch die Vertreter der Bürgerinitiative hätten sich besser zu einem früheren Zeitpunkt beteiligt.

Deutliche Freude bei den "Gegnern" der Ahorne. CDU, SPD und FDP hatten in den vergangenen Wochen gemeinsam für ein "Nein" geworben. Daniel Kamper (CDU), der federführend mitgewirkt hatte: "Ich freue mich, dass es nun auf dem Markt weitergehen kann. Die Bäume werden nicht morgen gefällt, aber ich bin zuversichtlich, dass wir Ende 2017 einen belebten Platz mit mehr Gastronomie und Einzelhandel haben werden." Der Marktplatz sei bei der Umgestaltung der Innenstadt der größte Baustein in der Mitte des Ortes, von dem vieles Weitere abhänge.

Quelle: RP
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