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Stadt Willich
Erste Pläne für das Altenheim

Stadt Willich: Erste Pläne für das Altenheim
So stellen sich das Rote Kreuz und sein Architekt Harald Nürnberg das Seniorenheim in Neersen vor: Gegliederte Gebäude mit Vor- und Rücksprüngen über alle Geschosse sollen durch Pultdächer und Gauben einen zurückhaltenden Eindruck machen. FOTO: Architekturbüro Nürnberg
Stadt Willich. Im Planungsausschuss stellten zwei potenzielle Investoren und ihre Architekten erste Entwürfe für eine Senioreneinrichtung in Neersen vor. Auch zahlreiche Anwohner waren gekommen, um sich zu informieren und ihre Befürchtungen zu äußern. Von Marc Schütz

Für viele Politiker, vor allem die aus Neersen, und viele Bürger ist es seit Jahren ein Herzensanliegen: ein Seniorenheim im kleinsten Stadtteil Willichs. In der Planungsausschuss-Sitzung am Mittwochabend wurde es nun erstmals halbwegs konkret, erste Entwürfe der Architektur am Standort Verresstraße/Rothweg wurden präsentiert.

Dennoch stehe man ganz am Anfang, betonte die Technische Beigeordnete der Stadt, Martina Stall. Denn zunächst wird sich der Sozialausschuss mit den pflegerischen Konzepten der Betreiber beschäftigen und dem Stadtrat eine Empfehlung aussprechen. Die Einrichtung soll 44 stationäre Dauerpflegeplätze, eine Tagespflege mit zwölf Plätzen, mindestens drei Kurzzeitpflegeplätze sowie drei Seniorenwohnungen beinhalten. Im Planungsausschuss wird es dann darum gehen, das notwendige Baurecht im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens zu schaffen. Die Bürger werden dann zweimal die Gelegenheit haben, ihre Bedenken vorzubringen. Zahlreiche Bürger saßen im Zuschauerraum und bekamen vom Ausschussvorsitzenden Christian Pakusch (CDU) die Gelegenheit, Fragen zu stellen - auch wenn dies rechtlich eigentlich nicht vorgesehen ist.

Investor Joachim Güllüg und Architekt Jürgen Oberdörfer wollen ein aus vier Baukörpern bestehendes Gebäude mit Innenhof errichten. FOTO: Büro Oberdörfer

Zunächst präsentierte Diplom-Ingenieur Jürgen Oberdörfer aus Schiefbahn seine Pläne, die er für den Willicher Investor Joachim Güllüg ausgearbeitet hat. Die beiden zu den Straßen hin gelegenen Hauptbaukörper sollen in Form und Größe die ortstypischen Bauformen aufnehmen. Es handelt sich um zwei zwei- beziehungsweise dreigeschossige Gebäudeteile mit Satteldach. "Trauf- und Firsthöhen werden zumindest annähernd von den Nachbarbauten übernommen", so der Architekt. Auch die Flucht der bestehenden Gebäude wurde versucht aufzunehmen, was an der Verresstraße besser funktioniere als am Rothweg, wo man einige Zentimeter zurückweichen musste, um ausreichend große Parkplätze realisieren zu können. Verbunden werden die beiden den Straßen zugewandten Gebäudeteile durch zwei niedrigere Nebengebäude, wodurch ein geschlossener Innenhof als "kontrollierbarer, überschaubarer Bereich" entsteht, so Oberdörfer. Die Außengestaltung soll durch proportionale, kleinteilige Fenster - unterbrochen durch Balkone - gekennzeichnet sein. Fertigbauelemente sollen Kosten und Baulärm reduzieren.

Auch wenn die Ausschussmitglieder am Ende einstimmig beide Konzepte als Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren hielten, wurde deutlich, dass ihnen der Bau von Jürgen Oberdörfer zu massiv erscheint. "Er erinnert an eine Kaserne", sagte Volker Hufschmidt (SPD). "Ich bezweifle, dass die wuchtigen Gebäude in die Umgebung passen", sagte Heinz Amfaldern (CDU). Auch Christian Winterbach bezeichnete die Architektur des zweiten Investors als "gefälliger".

Diesen Entwurf stellte Architekt Harald Nürnberg aus Königswinter vor, der für den DRK-Landesverband Nordrhein geplant hat. Er habe versucht, die bestehende Nachbarbebauung aus Reihen- und Einfamilienhäusern gestalterisch aufzunehmen, indem er keine langen Fassaden, sondern gegliederte Gebäude mit Vor- und Rücksprüngen über alle Geschosse schaffe, die durch Pultdächer und Gauben einen "zurückhaltenden Eindruck von der Straße aus" machten. Zudem soll es eine großzügige Verglasung geben. "Jedes Bewohnerzimmer hat einen Erker mit zwei großen Fenstern, die das Gefühl vermitteln, auf einem Balkon zu sitzen", sagte Harald Nürnberg. Sein Entwurf sieht zudem einen großen Dachgarten für den Tagespflegebereich vor.

Knapp 30 (bereits baustellengeplagte) Anwohner waren gekommen, um sich die Ausführungen anzuhören und bereits Bedenken vorzutragen. So wollten sie wissen, ob es bereits konkrete Zahlen zum zu erwartenden Verkehrsaufkommen gibt. Das verneinte die Technische Beigeordnete Martina Stall, versicherte jedoch, dass dies im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens geschehen werde. Auch die Parkplatzsituation bereitet den Anwohnern Sorgen, und sie wiesen darauf hin, dass die Verresstraße eine Spielstraße und der Rothweg verengt worden sei. Architekt Oberdörfer erklärte, dass eine Bebauung der jetzigen Freifläche ohnehin mehr Verkehr mit sich bringe - "egal, ob dort nun ein Altenheim gebaut wird oder Einfamilienhäuser".

Quelle: RP
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