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Speed-Dating Mit Der Politik
Europatage an der Johannesschule in Anrath

Speed-Dating Mit Der Politik: Europatage an der Johannesschule in Anrath
An 22 Tischen diskutierten die Schüler der Johannesschule mit ihren prominenten Gästen. FOTO: Achim Hüskes
Willich. Die Turnhalle der Johannesschule hat ein neues Gesicht: Runde Tische mit weißen Tischdecken, Blumen und Getränken stehen dicht an dicht. An den Wänden sind die Flaggen aller 28 europäischer Staaten zu sehen, die eine Europafahne einrahmen. Erwartungsvolle Spannung herrscht bei den rund 200 Schülern der Stufen acht bis neun, die an den 22 Tischen in Kleingruppen Platz genommen haben.

"Ich glaube, das ist heute das größte Europacafé in NRW. Wir könnten ins Guinness Buch der Rekorde kommen", meint Wolfram Kuschke, Vorsitzender der Europa-Union NRW, bei der Begrüßung lächelnd. Für drei Tage ist Europa in den Mittelpunkt der Hauptschule gerückt, wobei es diesmal eine Premiere ist. "Europatage gehören seit Jahren bei uns zum Programm. Nun sind es aber erstmalig drei hintereinanderliegende Tage mit Projekten, einem Europacafé und einer Fahrt nach Brüssel", sagt Europa-Koordinator Wolfgang Brock, der auch die Idee für das dreitägige Event hatte.

Nachdem die Schüler sich in verschiedenen Projekten mit Sprache, Kultur, Geografie und Politik der verschiedenen Länder auseinandergesetzt hatten, erhielten sie nun im Rahmen des Cafés die Möglichkeit, gezielt Fragen an die Bundestagsabgeordneten, Mitglieder der Europa-Union NRW, der Landwirtschaftskammer NRW und weiteren Gästen zu stellen. Was zunächst ein wenig schleppend anlief, veränderte sich schnell zu lebhaften Gesprächsrunden, die als eine Art Speed-Dating mit drei Runden liefen. Nach jeweils rund 20 Minuten läutete ein Gong, und die Gäste wechselten nach einem vorher ausgeklügelten System die Tische. Wer gerade noch mit CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Berger diskutiert hatte, sah sich auf einmal dem ehemaligen NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf gegenübersitzend oder konnte mit Markus Thürmann, Vorsitzender der Jugendorganisation der Europa-Union NRW, sprechen.

Ob Fragen nach Tagesabläufen der Politiker, deren Einkommen, Möglichkeiten und Chancen der EU, Handelssanktionen, Menschenrechten, der von England angedachte Austritt, die europäische Datenschutzreform, die unter anderem auch in Form von Facebook die Jugendlichen tangiert - die Schüler hatten sich gut vorbereitet. "Das ist schon eine besondere Gelegenheit, einmal jemanden direkt etwas fragen zu können", meint der Neuntklässler David. Als sehr gut bezeichnet auch Celine das Angebot. "Das ist mal etwas ganz anderes, als solche Themen im Unterricht zu besprechen", bemerkt die Neuntklässlerin. Für die Schüler stand innerhalb der drei Tage aber noch ein weiteres Highlight an, nämlich eine gemeinsame Fahrt nach Brüssel am gestrigen Freitag.

Bianca Treffer

Quelle: RP
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