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Stadt Willich
Flüchtlingsunterkünfte in Willicher Kaserne?

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Stadt Willich. Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer hat eine Antwort der Bundeswehr bekommen. Von Marc Schütz

Wird das Bundeswehrdepot an der Krefelder Straße in Willich künftig für die übergangsweise Unterbringung von Flüchtlingen genutzt? Uwe Schummer, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Willicher CDU, jedenfalls ist hoffnungsvoll. Seine Hoffnung schöpft er aus der Antwort, die er jetzt auf einen Brief an den Brigadegeneral des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen bekommen hat.

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Demnach ist ein Teil des Geländes, bestehend aus Lagerhallen und Werkstätten, an mehrere Nutzer fremdvermietet. "Einer dieser Mietverträge endet am 15. Januar 2016. Danach wäre eine Besichtigung möglich, um gemeinsam mit der Stadt Willich festzustellen, ob diese Flächen für eine Unterbringung von Flüchtlingen geeignet sind", schreibt Brigadegeneral Peter Gorgels. Ein weiterer Teil des Geländes werde als Lager für Personalakten der Bundeswehr genutzt. "Über eine Schließung im Jahr 2018 oder mögliche Alternativen der Weiternutzung ist noch nicht abschließend entschieden", so Gorgels weiter.

Schummer hatte sich Anfang des Monats auf Bitten von Willichs Bürgermeister Josef Heyes an die Bundeswehr gewandt, um zu klären, ob das Gelände zumindest Teilweise für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden könnte - "beispielsweise für die Errichtung von Unterkünften im Schnellbauverfahren beziehungsweise eine Nutzung der Hallen". "Das könnte beispielsweise die Niershalle entlasten", so Schummer im Gespräch mit unserer Redaktion. "Ich halte es für sinnvoller, so weit wie möglich Bundeswehr-Liegenschaften statt Sporthallen zu nutzen." Laut Schummer sind bundesweit in mehr als 400 Bundeswehreinrichtungen Flüchtlinge untergebracht.

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Auswirkungen auf die Entscheidung am kommenden Donnerstag im Rat der Stadt Willich, ob an vier Standorten in Neersen und Schiefbahn bald Sozialwohnungen gebaut werden, habe die Antwort der Bundeswehr nicht, sagt Schummer. Denn in der Kaserne würden lediglich provisorische Flüchtlingsunterkünfte entstehen, während in den angedachten Neubauten klassische Wohnungen errichtet würden - "übrigens für alle Menschen, die einen Wohnberechtigungsschein haben, nicht nur für Flüchtlinge", betont Schummer.

Quelle: RP
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