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Stadt Willich
Frank Goosen möchte weg: Nach Iowa, ins Outback oder an die Ostsee

Stadt Willich. "Schön, dass Sie heute Abend hier sind - das macht es mir leichter." Mit diesen launigen Worten begrüßte Frank Goosen die Besucher in der Kulturhalle Schiefbahn zu seiner Lesung. "Das sagt man ja jeden Abend, aber heute stimmt es natürlich." Er trete gerne in Städten auf, die man aus dem Staufunk kenne, und Willich-Schiefbahn sei ihm daher natürlich ein Begriff. An diesem Abend stellt Goosen sein neues Buch "Förster mein Förster" vor. Es handelt von dem Autor Roland Förster, der kurz vor seinem 50. Geburtstag steht - ein Zustand, der auch Goosen bekannt ist. Dies sei die Zeit, in der erste Instandhaltungsmaßnahmen begönnen, er selber habe rund um diese Zeit eine "zauberhafte Gallenblasenoperation" gehabt. Von Eva-Maria Geef

Sein Romanheld Förster gerät in eine Sinnkrise, besteht sein aktueller Roman seit Wochen doch lediglich aus einem ersten Satz. Nach einem ausufernden Abend mit seinem Schulfreund sitzt er mit einer Bierflasche auf einer Brücke und überlegt, ob er die Flasche auf die Bahngleise wirft, "einfach, weil man manchmal etwas irgendwo gegen- oder irgendwo runterschmeißen musste". Er unterlässt es schließlich, auch weil ja noch Pfand auf der Flasche ist. Dort auf der Brücke findet Förster einen Hamster, der mit seinen kurzen Beinen so klein auf seiner Hand aussieht. "Meine Hand ist wie eine 1,5-Zimmer Wohnung für den Hamster, wobei Förster hofft, dass die Toilette auf dem Gang ist." Er nimmt ihn mit nach Hause und benennt ihn aufgrund seiner Nachtaktivität nach dem Helden aus einer Vampirsaga: Edward Cullen. Oder Bella Swan, falls sich der neue Mitbewohner als Mädchen entpuppen sollte.

Försters Freundin Monika weilt zurzeit beruflich auf den Äußeren Hebriden, ist nur ab und zu telefonisch präsent. Nun werden nach und nach die Protagonisten des Romans vorgestellt: Neben seinen Schulfreunden Szene-Kneipier Fränge und Lehrer Brocki sowie dem 16-jährigen Finn sind dies auch seine Nachbarn: der pensioniere Ex-Polizist Dreffke und die greise Saxofonspielerin Frau Strobel.

Frank Goosens neuer Roman ist gedacht für alle, die einfach mal weg wollen: nach Iowa, ins Outback oder zumindest an die Ostsee. Denn so kommt es im Buch: Alle versammeln sich in Fränges altem VW Bulli, um gemeinsam an die Ostsee zu fahren. Denn Frau Strobel erhält eines Tages einen Brief aus der Vergangenheit: eine Einladung zu einem Reunion-Konzert ihrer alten Tanzkapelle Schmidt. Die Kapitel sind sehr unterschiedlich aufgebaut, bestehen manchmal aus SMS oder E-Mails oder spielen in einer Theaterszene. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind äußerst kurzweilig und sorgen trotz mancher tragikomischen Szenen doch für viele Lacher. Zwischendurch unterhält Goosen die Zuhörer mit kurzweiligen Anekdoten seines Lebens. Veranstaltet wurde der Abend von der Stadtbücherei Willich. Im Anschluss an die Lesung konnten noch Fragen gestellt werden, außerdem signierte Goosen Bücher.

Quelle: RP
 
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