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Stadt Willich
Frösche quaken am trockengelegten Teich

Stadt Willich. Nachts war das Quaken der Frösche in der Balzzeit immer zu hören, berichten Nachbarn. Jetzt steht das verwilderte Grundstück mit einem Teich im hinteren Teil vor einem großen Wandel. Die Grundstückgesellschaft der Stadt Willich hat das Gelände Am Römerfeld hinter dem Friedhof in Neersen gekauft. Wie ihr Geschäftsführer Willy Kerbusch, Kämmerer und Erster Beigeordneter, auf Nachfrage erläutert, sollen auf dem Grundstück mehrere Häuser entstehen. In einem vorhandenen Bungalow, der stehenbleibt, sollen vorübergehend für drei, vier Jahre Kinder einziehen. Das Gebäude dient als Ausweichquartier für die Kindergarten-Kinder der Kita-Neubauten, die noch nicht fertiggestellt worden sind. Von Heribert Brinkmann

Nachbarn hatten kritisiert, dass auf dem Grundstück mit Rodungen begonnen worden sei, obwohl noch wegen brütender Vögel eine Schutzzeit vorgegeben sei. Außerdem werde der Teich, der anscheinend Fröschen eine Heimat gibt, trockengelegt. Für die Grundstücksgesellschaft erklärt Willy Kerbusch, dem Naturschutz sei Rechnung getragen worden. So sei extra ein Naturschützer zu Rate gezogen worden. Eine Hecke sei nicht gerodet worden, da wären die Schutzzeiten beachtet worden. Der Teich sei allerdings peu à peu in Absprache mit den Experten geleert worden. Alle Fische, die sich im Teich befanden, seien mit Keschern einfangen und gerettet worden. Die kleineren Fische wurden direkt im Nierssee wieder ausgesetzt, die aufgefundenen Kois befinden sich zurzeit "in Quarantäne". Sie sollen beobachtet werden, ob sie irgendwelche Anzeichen von Krankheiten zeigen. Wenn sie sich als gesund erweisen, sollen sie später im Teich des Schlossparks von Schloss Neersen wieder ausgesetzt werden. Der grüne Wildwuchs des Gartens wird allerdings an dieser Stelle nicht mehr lange bleiben. Da es sich um ein künftiges Baugrundstück handelt, muss es freigeräumt werden. Mit den Rodungen soll Ende September begonnen werden. Weil Vögel in Hecken und Sträuchern nisten, besteht für Hecken, Wallhecken, Gebüsche, Röhricht und Schilf vom 1. März bis zum 30. September eine Schutzzeit, in der sie nicht radikal geschnitten werden dürfen. Damit hat diese Grün-Insel noch für zweieinhalb Monate eine Karenzzeit.

Quelle: RP
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