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Serie Beginn Der Fahrradsaison
Frühjahrscheck für den Drahtesel

Willich. Mit den warmen Sonnenstrahlen gehen die Fahrräder wieder in den Einsatz. Aber bevor die erste Tour losgeht, sollte der Drahtesel sommerfit gemacht werden. Von Bianca Treffer

vorst In den Wintermonaten fristen die Fahrräder ein eher ruhiges Dasein in Kellern und Garagen. Entsprechend verstaubt und unbenutzt kommen sie in diesen Tagen wieder zum Vorschein. Der Plattfuß ist dabei oftmals das direkt sichtbare Zeichen, dass ein Rad dringend einen Frühjahrscheck von Luftdruck, Bremsen, Licht & Co. braucht. Bei älteren Rädern kann er oft eigenhändig gemacht werden, doch bei vielen der Hightech-Rädern ist der Fachmann gefragt. Das liegt allein schon daran, dass in den eigenen vier Wänden das dafür benötigte Werkzeug gar nicht vorhanden ist. "Wenn ich zum Beispiel eine Schaltaußenhülle schneiden möchte, benötige ich dafür eine Zugschere. Mit einem Seitenschneider geht es nicht", erklärt Volker Bruckhaus vom Tönisvorster Radsport Studio "Better Bikes".

Zudem ist gerade bei den hochwertigen Rädern sowie bei den E-Bikes absolutes Fachwissen gefragt. Ganz kompliziert wird es zum Beispiel bei diesen Rädern im Bereich der luftunterstützten Federgabeln, die teils mit Öl befüllt sind. Das muss nämlich regelmäßig erneuert werden. Das Öl dient als Korrosionsschutz und kann gewisse Mengen von Kondenswasser binden. Aber irgendwann ist Schluss damit, und die Gabel fängt an, von innen zu korrodieren. Alle zwei Jahre beziehungsweise alle 5000 Kilometer sollte daher das Öl erneuert werden.

Allerdings ist dies eine Aufgabe für den Fachmann. "Die Bremsanlagen und die Federungen bei den hochwertigen Rädern sind heute mit denen von Motorrädern vergleichbar. Hier setzen wir genauso Diagnosegeräte wie im Kfz-Bereich ein. Wobei wir die entsprechende Software nur erhalten, wenn wir die dazugehörigen Schulungen mitmachen, damit wir fachgerecht arbeiten können", sagt der Fahrradfachmann und studierte CAD-Konstrukteur.

In Sachen Fahrradputzen sollte man nie mit dem Hochdruckreiniger an den Start gehen. Was dem ein oder anderen vielleicht praktisch und schnell durchführbar erscheint, hat nämlich Folgen. Die Wasserpartikel werden bei dieser Art der Reinigung fein zerstäubt und schießen mit hohem Druck in die Lager und Dichtungen ein. Einmal in den Lagern angekommen, bilden die feinsten Wasserpartikel durch die Oberflächenspannung erneut Tropfen und führen auf diesem Weg Korrosion herbei. Das Fahrrad rostet, zunächst unsichtbar, von innen heraus. Auf den guten alten Lappen kann beim Putzen daher nicht verzichtet werden. Wer sein Elektrofahrrad mit in den Urlaub nehmen möchte und dieses in entsprechenden Halterungen transportiert, sollte ebenfalls einiges beachten. Untersuchungen im Windkanal eines Autoherstellers nach Reklamationen von Steuerungsfehlern bei Pedelecs ergaben, dass bei der Autofahrt feinste Partikel und Wassertropfen in den Motor der Elektroräder gelangten. Diese rückgesaugten Wasser- und Schmutzpartikel dringen durch die Abdichtungen des Motors und sorgen für Defekte der Räder. "Bei der Fahrt gilt daher nicht nur, Akku und Display abnehmen, sondern zusätzlich den Motor des Rades in eine E-Bike Motorschutzhülle, einen sogenannten Motorcover, einpacken", informiert Bruckhaus.

Bei vielen E-Bikes gibt es einen weiteren Faktor, den ein jeder beachten sollte, der das Hinterrad seines Elektrorads bei einem Plattfuß repariert. Die Kette darf nicht auf Spannung gesetzt werden, sondern muss locker hängen. "Über die Kettenspannung misst die Elektronik, wie viel Kraft der Fahrer einleitet, und gibt dementsprechend ihre Unterstützung ab. Bei einer strammen Kette meint das Rad, es muss entsprechende Unterstützung einsetzen, und fährt los. Das kann unter Umständen zu Unfällen führen, weil das Rad wie von alleine fährt, auch in Situationen, in der man eigentlich halten möchte beziehungsweise muss", warnt Bruckhaus.

Quelle: RP
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