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Stadt Willich
Für die Natur im Einsatz

Stadt Willich: Für die Natur im Einsatz
Jack und Monika Sandrock liegt die Natur am Herzen. Daher engagieren sie sich im Naturschutzbund und leiten die Willicher Ortsgruppe mit ihren vielen Aktivitäten. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Vor der eigenen Haustür etwas für den Schutz und den Erhalt der Umwelt tun, das hat sich die Nabu-Ortsgruppe Willich auf die Fahnen geschrieben. Eine Vielzahl von Projekten trägt den Stempel der Ortsgruppe. Von Bianca Treffer

Hecken pflegen, das Anlegen von Wildblumenwiesen, den Fledermausbunker betreuen, Tage der offenen Gartenpforte durchführen, Schulprojekte umsetzen, Benjesheckenaktionen planen, Steinkauzführungen anbieten, Obst auf den Streuobstwiesen sammeln, den Saftverkauf organisieren, Waldkauzkästen kontrollieren - der Kalender der Willicher Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ist das ganze Jahr über gut gefüllt. So vielfältig, wie sich die Natur präsentiert, so unterschiedlich sind auch die Aktionen und Projekte, die von der Ortsgruppe umgesetzt werden.

"In der Regel machen wir alle zwei Monate eine CD mit einem Rückblick über die vergangenen Wochen. Im Juni waren es derart viele Aktionen, dass wir eine Zusatz-CD gemacht haben", berichtet Jack Sandrock, der die Gruppe seit 2011 leitet. 780 Mitglieder zählt die Ortsgruppe, wobei sich aber nicht alle aktiv einbringen. Aber dazu ist auch keiner verpflichtet. "Wir freuen uns natürlich über jeden Mitstreiter, der aktiv mitmacht, denn zu tun gibt es reichlich", sagt Jack Sandrock. Aktuell sind es 25 Mitglieder, die bei den verschiedenen Projekten mit Hand anlegen. Im vergangenen Jahr kamen auf dem Weg rund 3000 ehrenamtliche Stunden für die Natur zusammen. "Die Gefährdung unserer Natur und Umwelt ist klar ersichtlich. Wir möchten vor der eigenen Haustür dazu beitragen, dass sich dies ändert", betont Monica Sandrock. Lebensgrundlagen für eine artenreiche Flora und Fauna sollen erhalten und verbessert werden, und man möchte die Bürger für die Umwelt und den Naturschutz sensibilisieren.

Aktuell ist die Gruppe mit der Anlage einer Schmetterlingsinsel mit Wildbienenlehrpfad im Neersener Schlosspark beschäftigt. Die Einbindung der Vinhovenschule, die in unmittelbarer Nähe der neuen Anlage liegt, zeigt einen weiteren Schwerpunkt der Ortsgruppenarbeit: Kinder und Jugendliche mit in die Projekte integrieren, liegt allen am Herzen - und das auch außerhalb der eigenen Naturschutzjugend, die von Susanne Scherzer-Bartzsch geleitet wird. Die Grundschüler haben Schmetterlings-Bestimmungstafeln für die Schmetterlingsinsel hergestellt, die dort in Kürze aufgestellt werden.

Um Kinder für die Umwelt zu begeistern, sind auch die beiden Naturtrainerinnen Maria Pimpertz und Elita Grafke im Einsatz. Viele der aktiven Helfer haben ihrerseits ebenfalls einen Schwerpunkt in der Arbeit. Harry Abraham ist zum Beispiel der Ansprechpartner für Hummeln, Wildbienen und Hornissen sowie für Greifvögel und Eulen. Wenn es um Ameisen geht, steht Heinz van den Brock in der ersten Reihe, und bei Wasserprojekten hat Werner Schmidt die Nase vorn.

Gemeinsam haben die aktiven Mitglieder mit ihren Projekten in der Stadt Willich schon viel für die Natur getan. Besonders deutlich wird dies unter anderem im hinteren, naturnah gestalteten Neersener Schlosspark, wo die Ortsgruppe sehr aktiv ist. Dort gibt es die vom Nabu mitbetreute Eva-Lorenz-Umweltstation mit Spielwiese, Naturerlebnisgarten samt Backhaus und Nistkastenwand, Sträucherlehrpfad und Waldsaumgarten. Auf dem ebenfalls vom Nabu Willich gestalteten Waldlehrpfad kann der Besucher den Wald auf vielfältige Art und Weise erleben. Totholzmauer, Holzartenbestimmung, Weidenobjekte, Infotafeln zum Waldkreislauf und das gerade neu angelegte Formicarium vermitteln praxisnah und spannend Waldwissen.

Ein Spaß für die ganze Familie ist die Tierweitsprung-Station des Waldlehrpfads. Allesamt Dinge, die mit dem Wissen und der tatkräftigen Hilfe der ehrenamtlichen Mitstreiter entstanden sind. Der Einsatz für Schwalben, Greifvögel, Eulen und Fledermäuse, der die Mitglieder auch schon einmal in die luftigen Höhen der Kirchtürme zieht und zum Nistkastenbau auch zu Holz und Hammer greifen lässt, oder die Pflege der Streuobstwiesen, wobei nicht nur der Schnitt der Bäume gemeint ist, sondern auch die Ernte: Die Arbeit reißt nicht ab. Aber ob der Schutz von Gewässern in Willich, die Anlage und der Erhalt von Biotopen, die Vorträge und Ausstellungen, mit deren Hilfe die Willicher Bürger über Umweltthemen informiert werden - alle sind mit Freude bei der Sache.

Quelle: RP
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