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Serie Fitness In Tönisvorst
Für Yoga braucht man keinen Guru

Willich. Die Tönisvorsterin Petra Höller-Schneider ist Dozentin für Hatha-Yoga. Sie empfiehlt, Entspannungs-Übungen täglich für wenige Minuten in den Tag einzubeziehen. Dann merke man schnell, in Stress-Situationen relaxter zu reagieren. Von Heribert Brinkmann

St. Tönis Yoga kann jeder. Davon ist Petra Höller-Schneider zutiefst überzeugt. Selbst Kinder können bereits Yoga machen. Aber es gibt Einschränkungen: Wer künstliche Gelenke hat, muss nicht alle Übungen mitmachen. Und nach einem Schlaganfall sollte man sich nicht stark vorbeugen. Viele glaubten, Yoga sei eine Religion. Höller-Schneider beruhigt: Yoga meint eine lange Tradition überlieferter Entspannungsübungen, die auch Mitteleuropäer machen können. Für Yoga brauche man keinen Guru und auch nicht nach Indien zu reisen.

Sie selber war auch nicht in Indien. Als sie Ende 20 war, hat sie Yoga für sich selber entdeckt. Höller-Schneider hat selber davon so profitiert, dass sie beschloss, es anderen weiterzugeben. Sie lernte bei einer Krefelder Yoga-Lehrerin und machte in Süddeutschland eine Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. Der Yoga-Hype macht sie nicht verrückt. Ihr Bestreben ist nicht, "über dem Boden zu schweben", sondern angepasst an unsere mitteleuropäische Lebensweise mit der alten Yoga-Tradtion Entspannung in unseren modernen Alltag voller Hektik zu bringen. Inzwischen gibt sie Yoga-Kurse bei Krevital in Tönisvorst, aber auch bei der IG Altensport und beim Yoga-Mobil in Krefeld. Im Frühjahrssemester bot sie bei Krevital Yoga 70 plus an. Das sind Übungen für ältere Menschen im Sitzen auf einem Stuhl. Am 8. September beginnen die Kurse.

In den Aufbau einer Yoga-Stunde arbeitet sie Fantasiereisen ein. Entweder sie liest etwas vor oder bittet die Teilnehmer, sich mit geschlossenen Augen einen Gegenstand vorzustellen. Zum Ende der Stunde gibt es Atemübungen oder eine Meditation. Wer Yoga regelmäßig praktiziert, finde zu einer inneren Ruhe, die das Leben schon verändern könne. Man merke relativ schnell, dass sich etwas verändere. In Stresssituationen bleibe man relaxter.

Tägliches Yoga für fünf bis zehn Minuten ist gut. Ebenso drei Minuten Meditieren. Man könne den Tag mit dem Sonnengruß, einer Abfolge von zwölf Bewegungen, beginnen. Und Yoga-Übungen auf dem Stuhl könne man sogar zwischendurch im Büro machen, das falle gar nicht auf.

Höller-Schneider praktiziert Hatha-Yoga, eine europäische Form, die nicht zu spirituell ist. Hatha heißt Sonne und Mond, es vereint wärmende und kühlende Aspekte und bringt sie in ein Gleichgewicht. Angestrebt sind Einheit und Harmonie. Andere Angebote sind Hormon-Yoga für Frauen in den Wechseljahren, Yoga für Schwangere, Yoga in der Hängematte, Kinder-Yoga, Hot-Yogas zur Entgiftung und Raja-Yoga mit Geistestraining und Meditation.

Gerade Menschen, die stark in Beruf und Familie eingebunden sind, sollten auch an sich denken. Die Anleitungen aus dem Yoga-Kurs kann man dann zu Hause umsetzen. Bequeme Kleidung und eine Decke reichen eigentlich schon aus. Sitz-Kissen, ein Gurt, Klötze aus Schaumstoff, Rollen und Keilkissen sind Hilfsmittel, die aber kein Muss sind. Auch wenn in ihren Kursen vorwiegend Frauen Yoga machen, ist Yoga keineswegs unmännlich. Die Yogis in Indien sind weitgehend Männer. Im Wesentlichen geht es um Konzentration und eine Geisteshaltung, um zu sich selbst zu finden und in sich selbst zu ruhen. Anders als bei Gymnastik-Kursen, in denen viel geredet wird, ist es am Ende der Yoga-Stunde stiller. Eine direkte Erfolgskontrolle, dass die Entspannung funktioniert. Altersmäßig sind die Kurse bunt gemischt, es gibt keinen Leistungsdruck. Man kann die Übungen so gut man kann machen. Und manchmal nur in Gedanken weitergehen, wenn die Gelenke nicht mehr mitmachen. Atemübungen und Meditation kann man in jedem Alter machen.

Quelle: RP
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