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Stadt Willich
Gänsehaut dank Frauenpower

Stadt Willich: Gänsehaut dank Frauenpower
Andrea Kautny leitet die 151 Sängerinnen von Frauenpower beim Konzert in der ausverkauften Jakob-Frantzen-Halle. Die 1200 Besucher im Auditorium waren begeistert. Am 7. November ist Frauenpower in Krefeld zu hören. FOTO: yamel photography
Stadt Willich. Im siebten Jahr des Bestehens sorgte der Willicher Frauen-Chor am Sonntag für ein Feuerwerk der Gefühle in der ausverkauften Jakob-Frantzen-Halle. Von Martina Bielen

Gänsehautfeeling pur gab es am Sonntag beim siebten Frauenpower-Konzert in Willich. 151 Sängerinnen erobern gleichzeitig, von beiden Seiten kommend, in einer genau festgelegten Reihenfolge die Bühne. Sie tragen Schwarz, einzige Gemeinsamkeit: ein blaugrüner Schal, lässig um die Hüfte geschlungen oder locker über die Schultern gelegt. Chorleiterin Andrea Kautny trägt einen Traum aus Chiffon mit funkelnden Steinen, der jede Meerjungfrau blass aussehen lässt. Bevor es losgeht, werden Geburtstagskinder im Publikum und Chor gewürdigt. Einen vierstimmigen Kanon stellt Kautny auf die Beine, nicht nur mit dem Chor, auch mit den 1200 Menschen im Auditorium: "Viel Glück und viel Segen" klingt gut, und das ganz ohne Probe.

"Wie nach Hause kommen", fühlt sich das Konzert für Kautny an. Vor sieben Jahren gegründet, ist der mittlerweile 170 Sängerinnen starke Chor weit über die Grenzen von Willich hinaus bekannt. Liegt es an der Mischung aus Rock, Pop, Musicals und Gospels, der stimmlichen Power oder an der energiegeladenen Darbietung? Die Stücke werden auswendig intoniert und mit viel Leben gefüllt. "Nur, wer Musik und Texte nachempfindet, kann beim Publikum Emotionen erwecken", glaubt Kautny. Sie zitiert einzelne Passagen und erklärt Hintergründe. Bei "Eternal Flame", inspiriert durch die ewige Flamme am Grab von Elvis Presley, werden die ersten Tränen verstohlen weggetupft. "Keine drei Lieder und das Make-up ist im Eimer", seufzt die Sitznachbarin, zückt eine Packung Taschentücher und findet dankbare Abnehmerinnen. Das Kontrastprogramm folgt auf dem Fuß: "Jar of hearts", ist kein Liebeslied, eher ein Abschiedslied. "Who do you think you are?", zu Deutsch: "Was glaubst du, wer du bist?", erweckt Mitgefühl mit all jenen, die ein gebrochenes Herz haben. Komisch wird es mit "Männer" von Herbert Grönemeyer. Eigenwillig wird der Text interpretiert und humorvoll aufs Korn genommen. Bei "Firefly" geht es um Glühwürmchen, "sie brauchen nur Luft und Liebe und leben, als gäb's kein Morgen mehr." Der Chor taucht ab in die Dunkelheit einer lauen Sommernacht, gekonnt in Szene gesetzt von Lichttechniker Yannick Weber von Jogaza. Im Schwarzlicht blitzen weiß behandschuhte Hände auf, die an flirrende Glühwürmchen erinnern. Unterstützt wird der Chor am Klavier von Anna Katharina Lauer, mehrfache Preisträgerin bei "Jugend musiziert." Stehende Ovationen gibt es bereits vor der Pause, auch für Solistin Cecil Germes, die mit "Lean on me" brilliert. "Sie sollte sich bei The Voice of Germany anmelden", darüber wird in der Pause am Weinstand diskutiert. Bei "A time for us" wird Germes begleitet von Jo-Ann Basirgo an der Harfe.

Ein weiteres Feuerwerk der Emotionen zündet der Chor in der zweiten Hälfte des Abends. Viel Stimmpotenzial beweisen auch die Solistinnen Maria Biesemann und Julia Tadych bei "High Hopes". Mit einem Fächer divenhaft in Szene gesetzt wird "It had better be tonight". Das Bild zum Ton liefert Frauenpower bei dem Bond-Song "Skyfall" mit einer raffinierten Choreografie. Verantwortlich dafür ist Rebecca Rashid. Die Choreografin ist eigens aus Berlin angereist, um den Chor live auf der Bühne zu erleben. Standing ovations für ein fulminantes Konzert, ohne Zugabe lässt das Publikum den Chor nicht von der Bühne.

Wer das Konzert verpasst hat, am 7. November um 17 Uhr gibt Frauenpower ein Benefizkonzert zugunsten der AIDS-Hilfe in der Friedenskirche in Krefeld.

Quelle: RP
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