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Stadt Willich
Gartenzwerge aus dem Anrather Gefängnis

Stadt Willich. Mittlerweile hat sich die Qualität der nützlichen und dekorativen Produkte herumgesprochen. Vor allem die hölzernen Weihnachtssterne waren der Renner, aber auch Gartenzwerge, Puzzles oder plüscherne Eulen oder kleine Garderobenständer gingen weg wie die vielen Quarkbällchen oder Weckmänner. Das ganze Jahr über hatten Gefangene des Männer- und Frauenhauses in den Kursen oder in den Werkstätten gearbeitet. Jetzt fand der fünfte Weihnachtsmarkt statt.

"Etwa 27 Inhaftierte dürften es bei uns im Frauen-Gefängnis schon gewesen sein, die aktiv mitgemacht haben", sagte draußen unter einem Pavillon Ramona Hohlfelder, die schon lange in der Justizvollzugsanstalt Willich II arbeitet. Vor allem Frauen aus der Schreinerei und dem Gartenbetrieb waren diesmal dabei. Unter anderem finden dort Töpfer- und Nähkurse statt. "Gerade haben sich wieder fünf Frauen für einen neuen Töpferkurs angemeldet", erzählt die Justizvollzugsbedienstete. Einen Chor gibt es dort auch und einen Gitarrenkurs. Die Gefangenen durften zum Weihnachtsmarkt natürlich nicht dazukommen. Einige konnten nur von den Fenstern sehen, dass viel Betrieb war.

Einmal mehr war der kleine Markt im und am Historischen Gefängnismuseum aufgebaut. Das Museum war ebenfalls mit einigen Vorführ-Zellen, den vielen Ausbruchs-Gegenständen oder den Anstaltskleidungen oder Uniformen, zur Besichtigung geöffnet. Kantinen-Koch Tobias Koch war gerade mal weg, um die Erbsensuppe zu holen. Derweil gaben Ronny Dörrwand und Rudolf Grösner die Reibekuchen aus. Wenige Meter weiter hatten die Bäcker Norbert Flocken und Karl-Heinz von den Bruck ebenfalls gut zu tun. "Wir stellen in unserer Bäckerei mit der Hilfe von 18 männlichen Gefangenen im Jahr rund 700.000 Brote für zehn verschiedene Anstalten her", informierte Karl-Heinz von den Bruck. Im Gefängnismuseum wurden unter anderem Krippen und hölzerne Dekorationen verkauft. Hergestellt hatten diese Dinge männliche Inhaftierte, die in der Anstalt eine Arbeitstherapie machen, dadurch wieder an eine regelmäßige Arbeit herangeführt werden sollen.

Die Ausbildungsleiter beider Anstalten, Tobias Reinhard und Miriam Rinkel, hatten außerdem einen Extra-Stand aufgebaut. Sie informierten mit ihren Kollegen über die Ausbildung und über die Voraussetzungen, dort als Beamter/Beamtin für den allgemeinen Vollzugsdienst zu arbeiten. Auch in der JVA gibt es weniger bei den Gefangenen als vielmehr beim Personal Nachwuchsprobleme. Sieben bis acht Personen könnten sofort im Männerhaus eingestellt werden, drei im Frauenhaus.

Einmal mehr kommt der erst in den nächsten Tagen feststehende Erlös gemeinnützigen und karitativen Gemeinschaften zugute. In den vergangenen zwei Jahren war dies die "action medeor" und zuletzt der "Arbeitskreis Fremde" in Willich gewesen. Diesmal ist die "Nepal Kinderhilfe e.V." an der Reihe.

(schö)
 
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