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Stadt Willich
Geschichten, die das Leben schreibt

Stadt Willich. Was für eine Frau: römische Wurzeln, sechsfache Mutter, Vollblut-Entertainerin - Margie Kinsky ist das pralle Leben. Zum internationalen Frauentag gastierte sie vor ausverkauftem Haus im Neersener Schloss. 210 zumeist weibliche Gäste erlebten dank Kinskys Solo "Ich bin so wild nach deinem Erdbeerpudding" einen quirligen Abend mit hoher Gagdichte. Erneut hatten Gleichstellungsbeauftragte Claudia Philipzen plus Team einen Volltreffer gelandet.

Wer mit bürgerlichem Namen Maria Grazia Alice Eleonora Kinsky-Mockridge heißt, kann so schnell nichts schocken. Mit jeder Menge Mutterwitz, Charme und gesundem Selbstbewusstsein - so wie es jede Frau haben sollte - erzählt Kinsky italienisch-laut Geschichten, die genau so in ihrem Sieben-Männer-Haushalt ("sechs Richtige und ein Hauptgewinn") passiert sein könnten. Damit schafft die Sympathieträgerin eine fast schon intime Atmosphäre, als hätte frau (oder man(n)) den Abend mit der besten Freundin verbracht. Doch wer ist die graumelierte Stimmungskanone mit erdbeerpudding-farbiger Bluse und glitzerbesetzter Jeans? - Nun, auf den ersten (und auch zweiten) Eindruck trägt sie das Herz am rechten Fleck, kommt sie doch schon vor Programmbeginn lockerflockig im Foyer mit dem Publikum ins Gespräch. Allüren? Fehlanzeige.

"Was ich sehe, gehört mir", beginnt Kinsky die Story einer krusen Parkplatzsuche am Köln-Bonner Airport. Poltert los gegen die Rivalin, eine "humorlose, blonde Mini-Cooper-Tusse mit spardosenschlitz-dünnen Lippen". Margie ist überzeugt: "Das Leben schreibt die schönsten Geschichten." Und kombiniert das mit genauer Beobachtungsgabe: "Wo der nicht gepierct war, hatte er Tattoos." "Jetzt pass mal auf!", fordert die Römerin mit rheinischem Zungenschlag - und legt nach. Voller Stolz erzählt sie von ihrer Mama, "die ist im November 90 geworden, oben licht, unten dicht". Deren "Lourdes-Wasser und 4711" gehört zu Kinskys Herkunft, ihre sechs Söhne ("Wenn der tot ist, kriege ich dann das Zimmer?") halten sie ordentlich auf Trab. Da helfen nur noch Stoßgebete der Römisch-katholisch-neurotischen.

"Jetzt kommt eine Geschichte für euch Jungs", ruft sie den wenigen Männern zu und sinniert über weibliche Logik und Wahrnehmung. Da kommt es schon mal vor, dass jemand "etwas gesagt, aber nicht gemeint" hat - der ganz normale Wahnsinn eben. Merke: Wer mit sich selber redet, hat immer Recht. Kurzum: Der Abend machte Spaß und war, wie sich Kinsky selber beschreibt: "Rund, bunt, mit richtig Leben drin".

(tone)
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