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Stadt Willich
Gospel-Oper über Noahs Arche

Stadt Willich. Vom ersten Takt an wippen die Füße mit. "New Start" heißt die Gospel-Oper, die der Anrather Dr. Christoph Carlhoff komponiert hat. Und obwohl die Oper des Hobbymusikers und Chorleiters bereits 1979 uraufgeführt wurde, begeistert sie das Publikum noch heute. "Ich freue mich darüber, dass so viele Zuhörer gekommen sind und dass dieser Abend in Anrath möglich geworden ist", sagt der Komponist, der 1980 von Krefeld nach Anrath gezogen ist und seitdem aktiv in der evangelischen Kirchengemeinde tätig ist. Von Stephanie Wickerath

Dort, im evangelischen Paul-Schneider-Haus an der Jakob-Krebs-Straße, erlebt die fast 40 Jahre alte Gospel-Oper ihr Revival vor rund 150 Zuhörern, die aufspringen und begeistert applaudieren, als nach einer Stunde der letzte Ton verklungen ist. Besonders die Solisten Ulrike Denter, Michael Denter und Angela Kolwalsky bekommen für ihre starken Stimmen viel Beifall. Aber auch die Musiker, die den Gesang des Chors "Singing Inspiration" mit Gitarre (Benni Degen), Bass (Michael Denter), Schlagzeug (Alex Schmitz) und Klavier (Chorleiter und Komponist Dr. Christoph Carlhoff) unterstützen, werden beklatscht.

Nicht nur musikalisch, auch inhaltlich ist die Oper, zu der Karin Burschik den Text geschrieben hat, zeitlos. Erzählt wird der metaphorische Überbau der Geschichte von Noah und der Arche. Dabei ist das Werk in die Themenschwerpunkte Sünde, Angst, Vertrauen, Frieden, Hoffnung, Leben und Neuanfang unterteilt. Entsprechend sind Musik und Gesang: von bedrohlichen, düsteren und verzweifelten Töne geht die Oper über zu hoffnungsvoller Musik bis die Klänge am Ende, als es um Lebensfreude und den Zauber des Neubeginns geht, fast an einen Schlager erinnern. Untermalt wird die Musik mit Fotos, die auf die weiße Wand im Gemeindehaus projiziert werden.

Dort ist auch der Text auf Deutsch zusammengefasst, den der Chor auf Englisch singt. So können alle Zuhörer mitverfolgen, wie Noah belächelt wird, als er die Arche baut, wie die Menschen Angst bekommen, als das Unwetter losbricht und die Arche schließlich wie eine Nussschale in den wilden Wogen schaukelt. "Gott wird Euch helfen. Er hat es immer getan", heißt es im Lied, bevor das Unwetter endet und Frieden einkehrt. "Jeder Tag gibt die Gelegenheit, etwas zu ändern. Jeder Tag kann ein neuer Anfang sein", lautet eine Zeile des letzten Lieds.

Diese Hoffnung auf einen friedlichen Neuanfang wollen Chor und Chorleiter weitergeben, deshalb haben sie auf Eintrittsgeld verzichtet und bitten stattdessen um Spenden. Das Geld soll dem Arbeitskreis Fremde, der sich seit 1993 für die Integration von Flüchtlingen, die in Willich leben, einsetzt, und der afrikanischen Partnergemeinde Zogoré in Burkina Faso zugutekommen.

Quelle: RP
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