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Stadt Willich
Große Hilfe für die Ärmsten der Armen

Stadt Willich. Der Neersener Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Boochs hat jetzt als Treuhänder seine sechste Stiftung gegründet. Hinter der "Klaus Buyel Stiftung für Burundi" steht der Erkelenzer Priester Klaus Buyel, ehemaliger Missionar in Burundi. Von Heribert Brinkmann

Der weiße Golf vor der Haustür mit den Rot-Kreuz-Aufklebern hat schon rund 300.000 Kilometer auf dem Tacho. Im Oktober geht er dann auch eine große Reise. Mit dem Schiff geht es von Antwerpen nach Daressalam, der Hauptstadt von Tansania am Indischen Ozean. Pfarrer Klaus Buyel wird hinterherfliegen und das Auto über 1800 Kilometer nach Burundi bringen. Genau in der Erzdiözese der Hauptstadt Bujumbura wird der Golf dann als Krankentransporter seinen Dienst tun. Rund 30 bis 40 Autos haben so ihren Weg nach Burundi gefunden.

Treibende Kraft dieser privaten und kirchlichen Burundi-Hilfe ist der Erkelenzer Pfarrer Klaus Buyel. Der 71-Jährige hat schon über viele Jahre Aktionen für Burundi gestartet. Jetzt hat er seine Aktivitäten in eine Stiftung überführt, um sie für die Zukunft zu sichern und leichter Spenden sammeln zu können. Geholfen hat ihm dabei der Neersener Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Wolfgang Boochs, der die Formalitäten übernommen hat und der Stiftung als Treuhänder zur Verfügung steht. Für Boochs ist es - mindestens - die sechste Stiftung, die er mitgegründet hat und als Treuhänder betreut. Darunter fällt sein Engagement für die Stiftung "Christen in Not"des koptischen Bischofs Anba Damian - denn Boochs ist auch leidenschaftlicher Koptologe und hat mehrere Bücher zum Thema geschrieben. Oder für die Monika Werhahn-Mees-Stiftung, die den Kulturaustausch mit Armenien fördern will. Zum Gedenktag an den armenischen Genozid 1915 entstand das Granatapfel-Projekt.

Bei der Klaus Buyel Stiftung für Burundi war der Stifter von 1980 bis 1986 als Missionar in Burundi tätig. Seit dieser Zeit betreut und unterstützt er mehrere soziale Hilfsprojekte wie "Nouvelle Esperance" (neue Hoffnung), ein Hilfsprojekt für aidskranke Fischer, wie die Beschaffung von Krankenwagen und Ersatzteilen für den Krankentransport eines Buschkrankenhauses, wie die Unterstützung von 200 Aids- und Kriegswaisenkindern, aber auch das Projekt "Fußball statt Krieg" und "Saatgut für Gemüsebauern", den Pygmäen.

Kennengelernt haben sich Buyel und Boochs durch drei Afrikaner, die sich in Willich taufen lassen wollten. Beim Bistum in Aachen erinnerte man sich an Klaus Buyel, der auch in Paris studiert hatte und gut Französisch sprechen kann. Er übernahm die dreimonatige Vorbereitung der Täuflinge. In den 80er Jahren hatte das Aachener Bistum den Priester aus dem Kreis Heinsberg im Rahmen der päpstliche Missionsenzyklika Fidei Donum auf Wunsch des Erzbischofs von Burundi nach Ostafrika "ausgeliehen". Erste Kontakte mit dem ostafrikanischen Land hatte er zu Kaplanszeiten durch seine Gemeinde in Heinsberg-Oberbruch geknüpft. Dort gab es eine Partnerschaft mit Burundi. Auch den Vorster Pfarrer Ludwig Kamm kennt er aus der gemeinsamen Jugendarbeit. So zeigt er junge Fußballer, die barfuß im Matsch spielen in Trikots vom DJK Teutonia St. Tönis. Ebenso nennt er die Neusser Augustinerinnen mit ihrer Burundi-Hilfe, die Schulen und Krankenhäuser an den ehemaligen Missionsstandorten unterstützt.

Die unselbständige Stiftung ist bloß eine Zwei-Mann-Stiftung und schnell gegründet. Als Kapital müssen nur 500 Euro auf ein Konto eingezahlt werden, Spenden, die eingehen, können sofort wieder ausgegeben werden. Jetzt, wo Buyel "die 70 geschafft" hat, will er einige Dinge für die Zukunft in vernünftige Form bringen. So können die vielen Unterstützer, die er kennt, mit der Stiftung weiter Friedensarbeit leisten.

Die Klaus Buyel Stiftung hat das Spendenkonto bei der Pax-Bank Köln, DE 26 3706 0193 1018 9990 10.

Quelle: RP
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