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Stadt Willich
"Grünes Klassenzimmer" ist komplett

Stadt Willich: "Grünes Klassenzimmer" ist komplett
Unterricht mal anders: Dank des großen Tischs können die Mädchen und Jungen ihren Schulgarten jetzt noch sinnvoller nutzen. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Jetzt können die Kinder der Schulgarten AG auch im Freien arbeiten: Dank einer Spende des Fördervereins ist das "Grüne Klassenzimmer" der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schiefbahn jetzt eingerichtet. Von Nadia Joppen

Dieser Schultisch ist etwas Besonderes: Er ist 3,30 mal 1,80 Meter groß, aus wetterfestem Holz und steht nicht im Klassenzimmer, sondern im Schatten der großen Blutbuche im Schulgarten der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schiefbahn. "Dank einer Spende des Fördervereins ist unser Grünes Klassenzimmer jetzt komplett - der Tisch war schon lange ein Wunsch, damit wir auch im Freien gut arbeiten können", freut sich Christa Röhrscheid, die Leiterin der Schulgarten-AG, dass sich der Wunsch jetzt erfüllt hat. Zur offiziellen Einweihung des Grünen Klassenzimmers waren Stephanie Pappenheim und Roman Lieutenant, die Vorsitzenden des Fördervereins, sowie Schulleiterin Cerstin Pelz gekommen. "Jetzt können wir hier unsere Werkzeuge abstellen, mit Lupen arbeiten oder auch schreiben und malen", freut sich Röhrscheid.

Dazu gibt es vier Bänke - zwei stehen am Tisch, zwei im Schulgarten, um den Kindern Sitzgelegenheiten bei der Beobachtung von Tieren und Pflanzen im Garten zu geben. Die Schulgarten AG gibt es seit etwa 20 Jahren - die Kinder sind "Gastgeber für viele Tiere". Sie möchten Vögeln, Insekten und Kleintieren einen Lebensraum bieten, in dem sich diese so wohlfühlen, dass sie den Garten nicht mehr verlassen möchten. "Gastfreundschaft bedeutet, achtsam zu sein, die Tiere und ihren Lebensraum zu schützen, zu pflegen und zu erhalten, die sich bei uns angesiedelt haben", schildert Christa Röhrscheid.

Dabei gibt es viel zu entdecken - auf einer kleinen Obstwiese wachsen Apfelbäume der alten Sorte "Stern Renette" - an den Stämmen hängen Blumentöpfe verkehrt herum, um Ohrenkneifern Schutz zu bieten - die Kinder lernen, dass die Krabbeltiere die Läuse von den Bäumen fressen. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Nabu ist ein Wildbienen-Hotel entstanden, eine Totholz-Ecke bietet Lebensraum für Marienkäfer, im Teich gibt es keine Goldfische, dafür Molche und Libellen-Larven, "die Kinder konnten in diesem Jahr eine Libelle beim Schlüpfen beobachten, das hat sie fasziniert", berichtet Christa Röhrscheid, die die AG mit Christine Steinweger-Dudek und Melina Kleinert betreut. Seit Kurzem ist die Schule auch ein "Fledermaus-freundliches Haus" - an einer Seite hängen Fledermaus-Kästen, die die Kids ebenfalls mit dem Nabu gebaut hatten.

"Manchmal sitzen wir einfach nur hier, beobachten die Tiere oder hören den Vögeln zu", erzählt Christa Röhrscheid. Charlotte (9 Jahre) aus der 4a ist in die Schulgarten-AG gekommen, "weil ich gerne mit Natur zu tun habe, es gefällt mir, wir können viel sehen und den Tieren helfen". Auch Joanna gefallen die "spannenden Sachen, die wir hier machen" - und der gleichaltrige Valentin (4c) ist fasziniert von der Aufgabe an diesem Tag: Die rund 20 Kinder bauen drei Igelburgen aus Weidenkörben, die sie umdrehen und dann mit dem zusammen gekehrten Laub aus dem Garten bedecken. Damit ist eine sichere Überwinterungs-Möglichkeit für die Stacheltiere im Garten vorhanden. Spannend ist für die Kinder auch, dass sie selber die Gartenprodukte wie Johannisbeeren, Kartoffeln oder Äpfel verarbeiten können und so lernen, wie Nahrung entsteht und zubereitet wird.

Der Schulgarten wird auch von den anderen Klassen der Grundschule oder den OGS-Kindern genutzt.

Quelle: RP
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