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Stadt Willich
Gute Laune bei Jazz und Handwerk

Stadt Willich: Gute Laune bei Jazz und Handwerk
Auf der Bühne der Rheinischen Post vor dem Schloss wurde bei "Jazz und Handwerk" jede Menge swingende Musik für besonders gute Laune geboten. FOTO: Hüskes, Achim (achu)
Stadt Willich. Die Besucher strömten am Wochenende in Scharen zum Neersener Schloss. Zum 13. Mal in Folge hatte die von Thomas Gartz angeführte Neersener Kaufmannschaft das bemerkenswerte Event möglich gemacht. Von Willi Schöfer

Die zahlreichen Besucher wurden nicht nur von einigen Jazzbands unterhalten. Beim Kunstmarkt "Jazz und Handwerk" zeigten an zwei Tagen auch etliche Handwerkskünstler, zu was sie in der Lage sind. Angefangen vom Maler über den Korbflechter bis hin zum Graveur für individuelle Gürtelschnallen. Seit den Anfängen wurde das Veranstaltungskonzept immer wieder verbessert und verfeinert.

"Anfangs war alles noch sehr hausbacken, war es mehr oder weniger ein Laiengefummel", sagte Elisabeth Könings-Schumann. Die Neersener Keramik-Künstlerin hatte 1989 den ersten Handwerkermarkt mit ins Leben gerufen, war jetzt auch wieder aktiv dabei. Zur Premiere kamen damals 15 Hobbykünstler. Jetzt waren es 45. Und was die Mit-Initiatorin, die wieder ihren Lebenspartner und Tontöpfer Walter Könings mitbrachte, besonders freute: "Dass es hier nicht nur Angebote für die Frauen gibt."

Von Laien konnte überhaupt keine Rede sein. "Das ist ja unglaublich", sagte Magdalena Heckrodt. Der 74-Jährigen aus Viersen-Helenabrunn hatte es eine Halskette in Grün-Tönen angetan. Das Besondere daran war: Katrin Enstrup aus Wuppertal hatte diese aus Papier hergestellt. "Sie ist imprägniert, lackiert und gut versiegelt, hält den Regen aus, nur keine Seife", sagte Enstrup. Für 33 Euro wurde der Handel schnell perfekt gemacht. Etwa 50 Meter zog ein Hutmacher aus Krefeld ein buntes Band über den Hut, der er ebenfalls aus gewickeltem Papier hergestellt hatte.

Gerade spielte vor dem Schloss das "Becky Becker Quartett" den modernen Jazz. Die Kreativen erlebte und hörte man auch im Schlosskeller oder auf den Schlosswiesen. An einem ruhigen Ort konnte man den Klang einer Chalumeaus erleben, dem Vorgänger der Klarinette, die Petra und Res Neuenschwander meist aus Nuss- oder Birnbaumholz geschnitzt hatten. Seifensiederinnen, Glasbläser, Graveure oder originelle und witzige Handpuppen oder Filzpantoffeln waren mittendrin. Und auch der fast blinde Maler "Der Dieckmann" eröffnete mit seinen Öl- und Acryl-Bildern trotz seiner nur noch schwachen Sehkraft dem Betrachter den besonderen Blick auf die Natur.

Ein Eifeltischler brachte seine Möbel mit, die Neersenerin Agnes Brock aus ihrem Maß-Atelier die gemütliche, aber auch festliche Garderobe oder ein "Münzsäger" seine filigrane Metallsäge, mit der er verschiedene Motive aus den alten Münzen zauberte. Seine individuellen Schmuckgravuren und Wappensiegel bot Uwe Wybierala an. Auch für das leibliche Wohl war sorgt. Die Neersener Kaufmannschaft gab kühle Getränke aus, ein Anrather Imker kredenzte unter anderem Aprikosenwein. Es gab Crepes und Flammkuchen, natürlich auch Pommes und Grillwurst.

Studenten aus den Niederlanden stellten ihre Mini-Companys und ihre Produkte vor. So hatten zum Beispiel Andre Dörfer, Manuel Manzano und Andreas Scheufel alte Pool-Billard-Kugeln ausgehöhlt und daraus Teelichter oder aus Resten blauer Weinflaschen dekorative Schalen gemacht.

Gestern spielte zunächst die Mönchengladbacher Formation der "Redhouse Jazzband". Am Nachmittag kam die Dixielandmusik und der Swing von "The New Savoy Jazzmen" aus Schwerte.

Vertreten war beim Fest auch die Stadt Willich. Unter anderem nutzten die städtischen Mitarbeiter Susanne Purath und Melanie Pfeiffer die Gelegenheit, auf die bald beginnenden Festspiele, auf den 2. Willicher Kultursamstag ("Kunst im Kern") am 29. August oder auf schöne Radtouren hinzuweisen. Viele waren bei dem schönen Wetter mit dem Rad gekommen und freuten sich schon auf den Kunsthandwerkermarkt im nächsten Jahr.

Quelle: RP
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