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Stadt Willich
Gymnasiasten erinnern an Pogromnacht

Stadt Willich. Am kommenden Mittwoch nähert sich der Oberstufen-Literaturkursus dem Thema. Von Eva-Maria Geef

Es war eine Form des Protests und ein Zeichen für den Widerstand innerhalb der deutschen Bevölkerung: Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938, bei der jüdische Geschäfte und Wohnungen vom NS-Regime gestürmt und zerstört, Synagogen niedergebrannt und 91 Juden getötet wurden, fanden sich Literaten zusammen, um diese Erlebnisse zu verarbeiten. Die Schüler und Schülerinnen des Oberstufen-Literaturkurses des St.-Bernhard-Gymnasiums haben sich dieser Bewegung und ihrer Schriftsteller angenommen. Im Rahmen eines Gedenkabends für die Opfer dieser Nacht soll die damalige Zeit durch verschiedene Bühneninszenierungen rekonstruiert werden.

"Das Thema Nationalsozialismus ist bereits in den Jahrgangsstufen 9 und 12 fester Bestandteil des Unterrichts, dann hauptsächlich in den Fächern Geschichte und Religion", erklärt Maxime Bleuzé, Leiter des Literaturkurses. "Durch diesen Gedenkabend in Form einer Theater- und Musikaufführung fügen wir nochmals einen weiteren wichtigen Akzent hinzu." Schon lange habe ein solcher Gedenkabend an der Schule stattfinden sollen, nun ist es so weit. Bevor dieser abgehalten wird, fand jetzt vor Schülern eine Generalprobe statt. Das einstündige Programm der 23 Schüler umfasst Auszüge aus Tagebüchern von den verfolgten Juden Anne Frank und Dawid Sierakowiak, Gedichten, Kabarett und die sogenannten Flüsterwitze. Begleitet wird der Abend mit Musik und Gesang der Chor-AG.

Schülerin Francesca Plückhahn begrüßt die Anwesenden und führt die Zuschauer in das Thema ein. "Ich kann die Gedanken der Schriftsteller gut nachvollziehen", erklärt die 16-Jährige. "Das liegt aber auch daran, dass wir die Literatur aus dieser Zeit darstellen, das ist noch einmal etwas anderes, als wenn man es nur erzählt bekommt." So könne man sich besser in die Zeit und die Akteure hinein versetzen.

Für Leonie Hinker (16), die in zwei Beiträgen auftritt, ist es wichtig, dass man sich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzt. "Diese Geschehnisse dürfen nicht vergessen werden, auch wenn sie nicht schön waren", sagt sie. "So verhindert man, dass sich so etwas wiederholt." Es gehe darum, zu erinnern und auch gerade jüngeren Schülern aufzuzeigen, was passiert ist.

Der Gedenkabend findet am kommenden Mittwoch, 18. November, um 19 Uhr im Forum des St.-Bernhard-Gymnasiums statt. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP
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