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Stadt Willich
Haushalt 2018: Es ist wieder Geld da

Stadt Willich: Haushalt 2018: Es ist wieder Geld da
Kämmerer Willy Kerbusch (von links), Simone Küppers, Leiterin des Geschäftsbereiches Zentrale Finanzen, und Bürgermeister Josef Heyes zeigen den Haushaltsplan-Entwurf 2018. FOTO: Marc Schütz
Stadt Willich. Gestern hat Willichs Kämmerer Willy Kerbusch den Haushaltsentwurf 2018 vorgestellt. Dieser sieht ein Plus von 2,6 Millionen Euro vor - und das, obwohl in vielen Bereich wieder mehr Geld ausgegeben werden soll. Von Marc Schütz

Es gibt wieder ein bisschen was zu verteilen in Willich: Die Grundreinigung in Schulen und Kitas soll wieder eingeführt, das Budget für die Grünpflege erhöht werden, ebenso das für Friedhofpflege, Straßenreinigung und Gebäudeunterhaltung, die Grundschulen sollen besser ausgestattet werden, und es soll mehr städtisches Personal eingestellt werden. Und trotzdem soll der Haushalt im kommenden Jahr noch ein Plus von gut 2,6 Millionen Euro abwerfen. Gestern Abend stellte Willichs Kämmerer Willy Kerbusch den Politikern im Stadtrat den Etatentwurf 2018 vor. Diese nahmen ihn zur Kenntnis und werden ihn jetzt beraten und vermutlich weitere Wünsche äußern, bevor der Haushalt - vermutlich im Dezember - verabschiedet wird.

Vieles hat Kämmerer Kerbusch schon vorweggenommen, was möglicherweise an Wünschen aus der Politik kommt. Denn die vergangenen Jahre waren hart. Seit 2013, als Willich finanziell wegen der Finanzkrise am stärksten in Schieflage war, griff ein hartes Konsolidierungskonzept, das dringend notwendige Einschnitte an allen Ecken und Enden vorsah. "An manchen Stellen haben wir durchaus übersteuert und Schaden angerichtet. Hier müssen wir jetzt mit Augenmaß nachsteuern", sagte Kerbusch - und nannte beispielsweise die städtischen Grünflächen: "Deren Qualität bekommen wir tagtäglich von den Bürgern um die Ohren gehauen." Auch die Grundschulen seien jetzt an der Reihe, was Modernisierungen betrifft, mehr Mitarbeiter soll es unter anderem geben, damit Baugenehmigungen schneller vonstattengehen. Insgesamt seien die Standards in Willich aber nach wie vor sehr hoch, sagte Kerbusch und appellierte an die Politik, nun, da sich die finanzielle Situation der Stadt verbessert hat, nicht gleich wieder ein Wunschkonzert anzustimmen. Der Kämmerer möchte mit dem Plus von 2,6 Millionen Euro im Jahr 2018 und den zu erwartenden positiven Ergebnissen der Folgejahre nämlich gern die Ausgleichsrücklage der Stadt wieder auffüllen.

Denn diese Kasse, mit der es in den vergangenen Jahren gelungen war, den Haushalt zumindest fiktiv auszugleichen, ist so gut wie leer. Gerade mal 638.000 Euro liegen drin, da das Jahr 2016 am Ende wirtschaftlich doch noch besser lief als erwartet. Der Haushalt 2015 hatte noch mit einem satten Minus von fast 4,4 Millionen Euro abgeschlossen, da die Einnahmen aus der Gewerbesteuer erheblich eingebrochen waren. Kerbuschs Planung sieht vor, dass die Ausgleichsrücklage bis 2021 wieder auf knapp 8 Millionen Euro steigt. Und das, obwohl er vorsichtshalber weiter von relativ niedrigen Gewerbesteuereinnahmen ausgeht.

Aber nicht nur die Rücklage möchte der Kämmerer auffüllen. Ebenso wichtig ist ihm, die Kassenkredite, die vergleichbar sind mit dem teuren Dispo eines Privathaushalts, zurückzuschrauben. Derzeit liegen sie bei 22 Millionen Euro, 2021 sollen sie auf knapp 3,5 Millionen Euro gesunken sein. Zwar sind die Zinsen für geliehenes Geld derzeit noch niedrig, aber wenn sich das wieder ändern sollte (und das ist abzusehen), kann es richtig teuer werden.

Fairerweise muss man allerdings auch dazusagen, dass die nun wieder gute finanzielle Situation auch auf der schlechten Lage der Vergangenheit beruht. 2018 gibt es nämlich einmalig 2,2 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen vom Land - eine Folge der schlechten wirtschaftlichen Lage in den vergangenen Jahren. "So konnten wir die Kehrtwende schon früher schaffen, als erwartet", so Kerbusch, der auch den Wegfall des "Kommunalsolis" aufzählt, der die Stadt noch im vergangenen Jahr fast 800.000 Euro kostete. Bei den Haushaltsberatungen 2017 hatte Kerbusch noch eindringlich gefordert, dass sich die Politik für 2018 dringend Gedanken über Einsparmöglichkeiten machen solle. Dass dies nun doch nicht nötig sein wird, kam einigermaßen überraschend und freut nicht nur den Kämmerer, sondern auch Bürgermeister Josef Heyes.

Quelle: RP
 
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