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Kreis Viersen
Heimatgeschichte in Rekord-Werk

Kreis Viersen: Heimatgeschichte in Rekord-Werk
Ausschnitt aus einer kunstvollen Ablassurkunde zur Marienwallfahrt von 1470 aus dem Kempener Propsteiarchiv. Sie ist zu finden in dem Beitrag von Vera Henkmann über die Marienleuchter des späten Mittelalter. FOTO: NN
Kreis Viersen. Mit 400 Seiten ist das neue Heimatbuch des Kreises Viersen für 2016so dick wie nie zuvor. Besonders lesenswert sind die Erinnerungen des früheren Oberkreisdirektors an die kommunale Neugliederung 1970. Von Andreas Reiners

Dieser Mann hat die Geschichte des heutigen Kreises Viersen an maßgeblicher Stelle mitgeprägt. Der Kreis, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen bereits gefeiert hat, hat in dem früheren Oberkreisdirektor Rudolf H. Müller einen profunden Kenner der kommunalpolitischen Entwicklung des ehemaligen Landkreises Kempen-Krefeld und des heutigen Kreises Viersen. Müller, der mit fast 91 Jahren in bemerkenswerter geistiger Frische nach wie vor die Geschehnisse verfolgt, berichtet - nach vielen Jahren der Zurückhaltung - nun erstmals aus seiner aktiven Dienstzeit. Dies tut der gebürtige Oberhausener, der mit seiner Familie seit Jahren in Kempen lebt, mit einem besonders lesenswerten Beitrag über die kommunale Neugliederung vor mehr als 40 Jahren in der neuen Ausgabe des Kreis-Heimatbuches 2016. Dabei schildert er die Entwicklung bis zur Neugliederung 1970 aus eigenem Erleben.

Stellten das neue Kreis-Heimatbuch im Kempener Kreisarchiv vor (von links): Dr. Gerhard Rehm, Rudolf H. Müller und Dr. Andreas Coenen. FOTO: Kaiser

Bei der Vorstellung des neuen Geschichtsbuches im Kreisarchiv in der Kempener Burg erzählte Müller sehr viel aus alten Zeiten - ohne dabei jedoch indiskret aus dem Nähkästchen zu plaudern. Landrat Dr. Andreas Coenen hörte aufmerksam zu, würdigte Müllers Verdienste um den Kreis und speziell seinen Beitrag im Kreisheimatbuch. "Glasklar geschrieben, gut strukturiert, sauber analysiert - einfach lesenswert", meinte Coenen.

Das neue Heimatbuch ist wieder eine gelungene Mischung von heimatgeschichtlichen Beiträgen über Menschen, Ereignisse, Kunst und Natur im heutigen Kreisgebiet. Kreisarchiv Dr. Gerhard Rehm, der Redakteur des Buches, war "erstmals nahezu zufrieden" mit dem Werk. Die Themenmischung und die Qualität der Beiträge stimmten. Kleiner Wermutstropfen für den Schriftleiter Rehm: Die Autoren neigen dazu, immer längere Beiträge zu liefern. "Da müssen wir dran arbeiten, um die Reihe lesefreundlich zu halten", meinte Rehm.

Über den Kiebitz, der auch im Kreis Viersen heimisch ist, berichtet Stefani Pleines von der Biologischen Station Krickenbecker See. FOTO: Hans-Georg Wende

Eine Premiere gibt es in der 67. Auflage des Kreis-Heimatbuches: Erstmals sind hier Schüleraufsätze enthalten. Seit einigen Jahren unterhält das Kreisarchiv eine Bildungspartnerschaft mit dem Kempener Gymnasium Thomaeum. Fünf Arbeiten von Schülern des Geschichtskurses von Dr. Johannes Vossen zum Projektthema "Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus" finden sich auf knapp 20 Seiten im neuen Heimatbuch.

Neben dem traditionell umfangreichen historischen Themengebiet wird im Buch auch wieder ein besonderer Fokus auf Natur und Landschaft im Kreis Viersen gelegt So berichtet Jürgen Karsten über den Naturpark Schwalm-Nette, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feierte.

Quelle: RP
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