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Stadt Willich
Hilfe für schwierige Zeiten

Stadt Willich: Hilfe für schwierige Zeiten
Anja Tams von der Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn zeigt eine Flagge von Tansania, die Besucher aus Afrika der Hilfsorganisation als Gastgeschenk mitgebracht haben. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. In Afrika verschlimmern sich Armut und Perspektivlosigkeit. Für die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn ein Grund mehr, die dortigen Probleme noch intensiver anzupacken. Doch dafür wird Unterstützung benötigt. Von Bianca Treffer

"Uhuru na Umoja" ist auf der Fahne zu lesen, die das Wappen von Tansania zeigt. "Übersetzt heißt das ,Freiheit und Einigkeit'", sagt Anja Tams mit Blick auf die Handarbeit, die der Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn als Gastgeschenk mitgebracht wurde. Afrika steht derzeit besonders im Fokus des Vereins, denn dort häufen sich die Probleme. Nicht nur der Völkermord im Sudan, sondern auch Wasser- und Hygienemangel sowie fehlende Bildung setzen dem Kontinent zu. Die Möglichkeit der Menschen dort, auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst zu versorgen, ist mangelhaft.

Wie es vor Ort aussieht, erfuhr der Schiefbahner Verein aus erster Hand, denn im Oktober und November besuchten verschiedene afrikanische Geistliche und Schwestern die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn. "Momentan sieht es so aus, dass sich Armut und Perspektivlosigkeit verschlimmern. Das Problem liegt darin, dass eine Generation nahezu völlig fehlt", berichtet Tams. Unzählige Kinder wachsen so aktuell bei ihren Großeltern auf, weil die Eltern oft an Aids gestorben sind. Die Großeltern wiederum haben keine Chance, den Enkeln eine Schulbildung zu ermöglichen, weil es ihnen selbst an einer Lebensgrundlage fehlt. Ohne Bildung stehen die Chancen der Kinder und Jugendlichen, später unabhängig in geordneten Verhältnissen leben zu können, gleich Null. Es sei ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gelte, bemerkt Tams.

Daher lautet das Stichwort "Hilfe zur Selbsthilfe". Es ist ein Schwerpunkt, den die Aktion Mission und Leprahilfe gesetzt hat und der im augenblicklichen Zustand von Afrika wichtiger denn je ist. Denn nur, wenn sich die Zustände im eigenen Land verbessern und es Möglichkeiten eines normalen Lebens gibt, bleiben die Menschen auch in ihrer Heimat und wandern nicht aus. "Wir versuchen, in Afrika Zukunftsperspektiven zu schaffen", betont Tams. In Tansania wird so ein Geflügelzuchtprojekt von Schiefbahn unterstützt. Ebenfalls in Tansania läuft eine Aktion für eine Regenwasserauffangeinrichtung. Damit soll den Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Gartenbau ermöglicht werden. In Molo in Kenia gibt es eine Gruppe von jungen Menschen, die durch eine Schafzucht eine Einkommensquelle realisieren möchten. In Nyayomo, das auch zu Kenia gehört und wo die Aids-Rate sehr hoch ist, hat sich eine Frauengruppe gebildet. Diese Frauen, zum größten Teil Witwen, versuchen, durch eine Sojabohnenzucht ihr Überleben zu sichern. Das Projekt gibt jeder Frau die Möglichkeit, Sojabohnen auf einer bestimmten Flächengröße anzubauen und an eine Fabrik zu verkaufen. Mit dem Geld können sie sich und ihre Kinder ernähren und für Schulbildung sorgen.

Dazu kommen Projekte im Bildungsbereich, bei denen Schulen unterstützt werden. "Wir können aber nur helfen, wenn wir wiederum finanzielle Hilfe erhalten. Jede noch so kleine Spende hilft uns weiter", sagt Tams. Daneben schickt die Aktion Mission und Leprahilfe weiterhin Hilfsgüter in Containern nach Afrika. Wobei hier insbesondere Nähmaschinen, Stoffe, Nähutensilien, Brillen, Schreibwaren in Form von Papier und Stiften als auch Krücken oder Rollatoren benötigt werden.

Aber nicht nur Afrika erfährt aus Schiefbahn Hilfe. Der Verein unterstützt auch ein Leprahospital in Indien und eine Leprastation auf den Philippinen. "Wir informieren die Bürger gern ausführlich über unsere Projekte, einfach anrufen unter 02154 951888 oder zur Hochstraße 14 kommen", sagt Tams.

Quelle: RP
 
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