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Stadt Willich
Hilfsgüter für Afrika gepackt

Stadt Willich: Hilfsgüter für Afrika gepackt
Mitarbeiter der Leprahilfe und Schützen des Wachzuges "Wer weet wat kütt" samt König Stefan Straßer der St. Johannes Bruderschaft Niederheide haben den Container für Ghana mit gesammelten Hilfsgütern beladen. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Unter die Packer gingen die Schützen der St. Johannes Bruderschaft Niederheide. Für die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn befüllten sie einen Container, der jetzt nach Ghana unterwegs ist. Von Bianca Treffer

"Der Container kommt", der Ruf von Kurt Gietenbruch, Vorstandsmitglied der Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn lässt Mitarbeiterin Anja Tams aus dem Büro in Richtung des hinteren Ausgangs eilen, wo schon auf Paletten die diversen Hilfsgüter gestapelt sind. Auf dem Wallgraben ist ein Fahrer dabei, den Auflieger mit dem sechs Meter langen, 2,50 Meter breiten und 2,50 Meter hohen Container an den Seitenstreifen zu fahren, so dass vorüberfahrende Autos auch noch Platz finden. Einige Minuten später stehen Auflieger und Container an Ort und Stelle. Die Zugmaschine ist abgekoppelt, und der Fahrer ist mit dem Hinweis, dass er gegen 21 Uhr alles abholen kommt, wieder abgefahren.

Während Gietenbruch Pylone auf der Straße aufstellt, damit der Gabelstapler ungehindert an den Container heranfahren kann, trudeln die ersten Schützen des Wachzuges "Wer weet wat kütt" samt König Stefan Straßer der St. Johannes Bruderschaft Niederheide ein. Schon seit Jahren ist es Tradition, dass die Schützen packen helfen, wenn die Aktion Mission und Leprahilfe Schiefbahn einen Container verschifft. Wobei sich die Schiefbahner und Niederheider Schützen abwechseln.

"Das ist ja ein Kinder-Container", scherzt Bernd Roß vom Wachzug. Er hat beruflich mit anderen Größenordnungen von Fracht zu tun hat. Kollege Dirk Heitmann holt indes eine Leiter, denn so ohne weiteres kommt man nicht in den Laderaum hinein. Peter Kirchkamp von der Leprahilfe schwingt sich auf den ausgeliehenen Gabelstapler und fährt den Gabelträger unter die erste Palette, auf der etliche zu Ballen gepresste Kleidungsstücke sowie Wolldecken liegen. Ein kurzes Rangieren, und der Gabelstapler rumpelt in Richtung Container, wo die ersten Schützen mit Hilfe der Leiter ins Innere gestiegen sind. "Ich dachte mir, dass wir zuerst eine Reihe Klamotten an der Rückseite des Containers stapeln. Falls einmal schwerer Seegang aufkommt, sind die Sachen, etwa die Solarkollektoren, gut abgefedert", meint Kirchkamp, als er seine Ladung auf dem Container-Boden absetzt. Hände in Arbeitshandschuhen greifen zu den einzelnen, rund 30 Kilogramm schweren Ballen und ziehen sie in Richtung Rückwand.

Die leere Palette geht wieder zurück in den Innenhof, wo schon die nächsten Schützen eingetroffen sind. Die Männer schleppen Taschen und Kartons voller Schuhe, Verbandsmaterial, Hygieneprodukte, Spielzeug sowie Brillen aus dem Lager und stapeln alles auf den Paletten. Dazu kommen zwölf Nähmaschinen, Rollatoren, Rollstühle und Krücken. Aus dem Schuppen rollt der nächste Trupp eine Handvoll Fahrräder heraus, die ebenfalls nach Ghana gehen.

"Die Sachen sind alle für die Gemeinde von Pfarrer Sylvester Agyapong in Akim Oda sowie für die Steyler Missionsschwestern, die in Accra ein Hospital und eine Schule betreuen, bestimmt", sagt Tams. Inzwischen hat Kirchkamp die erste der großen, dick gepolsterten Kisten mit den Solarkollektoren auf die Gabelträger genommen. Langsam und vorsichtig geht es mit der Kiste in Richtung Container. Mit Hilfe der Solarmodule und den ebenfalls mitgeschickten Akkus kann zukünftig den zahlreichen Stromausfällen im afrikanischen Hospital entgegengewirkt werden. Beim Packen läuft den mithelfenden Schützen im Container derweil so manche Schweißperle über die Stirn. Langsam aber arbeitet man sich vor. Schließlich ist der letzte Karton verladen und nach einem abschließenden Blick schließen sich die Containertüren.

Tams versorgt den mittlerweile zurückgekehrten Fahrer mit der Packliste, auf der detailliert aufgezählt ist, was sich im Container befindet. Von Schiefbahn aus geht es nun nach Antwerpen, wo das Schiff "Grande Luanda" am 19. Juli ablegen wird. Wenn alles nach Plan funktioniert, läuft das Schiff in der ersten Augustwoche in der Hafenstadt Tema in Ghana ein, wo Pfarrer Sylvester die Hilfsgüter aus Schiefbahn entgegennehmen wird, die dank dem Einsatz vieler Bürger dort Gutes tun werden.

Quelle: RP
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