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Sara Caspari
"Ich möchte Lebensqualität schaffen"

Willich. Die gebürtige Westfälin, die in Köln studiert hat, ist neu im Team Stadtplanung der Stadt Willich. Sie setzt auf Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der Verwaltung, aber auch mit den Bürgern.

WILLICH (RP) Sie ist "die Neue" im Team - und will unter anderem dafür sorgen, dass genau dieses "Team"-Work Früchte trägt: Sara Caspari ist seit Anfang Oktober im Geschäftsbereich Stadtplanung in Willich hauptsächlich für "Rahmenplanung und Stadtentwicklung" zuständig. Studiert hat die gebürtige Westfälin unter anderem in Detmold und Köln, wo sie jetzt lebt und auch ihren Master in "Städtebau" abgelegt hat.

Platt gefragt: Wie kommt man darauf, Städtebau zu studieren?

Caspari Vielleicht, weil man irgendwann - und wirklich nicht nur an guten Beispielen - begriffen hat, dass Städtebau, dass Stadtentwicklung und ihre Folgen letztlich viel mit der konkreten Lebensqualität des Einzelnen zu tun haben. Und dann eben an einer besseren Stadtentwicklung mitarbeiten, Lebensqualität schaffen möchte.

Und dann kommt man als junger Mensch mit dem Lebensmittelpunkt Köln in Sachen potenzielles Betätigungsfeld ja quasi automatisch auf Willich ...

Capsari (lacht) Nein, nicht zwingend, und ich habe mich natürlich nicht nur hier beworben. Aber die Ausschreibung der Stelle hat mich wirklich sehr angesprochen, das konkrete Aufgabengebiet, die Vielfältigkeit, die sich eher in einer überschaubar großen Verwaltung bietet: Eine breite Palette von Aufgaben - aber eben auch Möglichkeiten. Auch das Image Willichs als wachsende, junge und durchaus dynamisch-handelnde Stadt hat mich sehr angesprochen, und die Gespräche liefen gut. Es hat gepasst.

"Breite Palette von Aufgaben" - klingt ein wenig nach Gemischtwarenladen ...

Caspari Falsch. Es geht ganz klar umrissen um die Aufgabe Stadtentwicklung, aber die hat eben ganz viele Facetten: Da ist interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt, der Austausch mit unterschiedlichen Akteuren - aber auch ganz klar analytisches, konzeptionelles Arbeiten, das mit gestalterischen und kreativen Aspekten kombiniert wird. Wenn es gut läuft.

Und wie kriegt man das konkret hin?

Caspari Indem man auf Zusammenarbeit setzt. Nicht nur im eigenen Team und interdisziplinär in der Verwaltung, sondern auch mit Blick auf die letztlich ja betroffenen Bürger: Was als "bürgerschaftliche Teilhabe" noch eher formal trocken und lehrbuchhaft klingt, wird greifbarer und lebendig, wenn man die Bürger über die vorgeschriebenen Verfahren hinaus informell einbindet. Partizipation ist das Stichwort, Teilhabe, mitmachen lassen. Den Bürger, alle Akteure in den Planungsprozess gleich zu Anfang einbinden, ihn mitreden lassen, gemeinsam etwas erarbeiten - und dabei auch Potenziale der Menschen, die ihre Umgebung kennen, im Prozess erkennen, nutzen, einsetzen. Und natürlich mit Entwicklungen arbeiten, statt sich von ihnen nur reagierend treiben zu lassen.

Das heißt konkret?

Caspari Nehmen Sie zum Beispiel die Schlagworte Demografie, Klimawandel und Flüchtlingspolitik: Die daraus entstehenden vermeintlichen Herausforderungen und tatsächlichen Veränderungen, die Fachleute reden hier gerne von einem "Transformationsprozess", kann man durchaus als Herausforderung annehmen und gestaltend steuern. Und auch stadtplanerisch für alle das Beste daraus zu machen versuchen.

Was steht an Projekten nach der Einarbeitungs-Phase an?

Caspari Langweile wird wohl kaum aufkommen: Allein im integrierten Handlungskonzept sind bis 2023 genau 44 größere und kleinere Projekte aufgelistet: Der Kaiserplatz wurde schon feierlich eingeweiht, die Umgestaltung des Marktplatzes kommt jetzt richtig in Fahrt, die Gestaltung des Innenstadtkarrees steht an - da kommt viel in Bewegung. Das alles muss begleitet, gesteuert werden, auch hier wollen wir die Bürger einbinden, mitnehmen - es bleibt spannend.

Quelle: RP
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