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Tönisvorst
Ideenschmiede mit den Bürgern

Tönisvorst. Die Menschen in St. Tönis und Vorst könnten näher zusammenrücken und mithelfen, ihre Stadt interessanter und dadurch attraktiver zu machen. Dieses Konzept des Stadtmarketings stellte Michael Konken jetzt vor. Von Willi Schöfer

"Stadtmarketing – mehr als Werbung?" diesen Slogan hatte Michael Konken seinen Ausführungen im St. Töniser Ratssaal vorangestellt. Der 56-jährige Diplom-Verwaltungswirt und Journalist, der an der Universität Vechta journalistisches Schreiben, Politik und Kommunikation doziert, relativiert dies im Laufe des Abends. "Wir brauchen erst einmal mehr Kommunikation untereinander."

Etwa 60 Leute waren zu der Informationsveranstaltung gekommen, darunter Stadträte, Werbering-Verantwortliche, Hoteliers, Einzelhändler und Vereinsvertreter. "Wir möchten erst einmal über Möglichkeiten aufklären, mit denen das Potential in unserer Stadt gesteigert werden könnte", meinte Bürgermeister Thomas Goßen. Ob daraus etwas Konkretes entstehen könne, müsse sich dann zeigen.

In anderen Städten erfolgreich

Der Referent erläuterte dann einige von ihm betreute Projekte, die in einigen Städten bislang sehr erfolgreich durchgeführt wurden und die allesamt das gleiche Ziel hatten: dass die Bewohner mithelfen, ihre Stadt erlebbarer und dadurch schöner zu machen. Beispielhaft nannte Konken Tourismus, Einzelhandel, das direkte Umfeld oder Verbesserungen für die Jugend, die unbedingt mit einzubinden sei. "Es muss gelingen, die Menschen mitzunehmen, bei ihnen ein Wir-Gefühl zu entwickeln", meinte der Referent.

So wurde es bereits unter anderem in Troisdorf, Bad Bevensen oder Vechta praktiziert. Durch eine Einwohnerbefragung oder durch eine "Impulsveranstaltung" werden die verschiedenen Bedürfnisse und Verbesserungswünsche für einen Zeitraum von etwa zehn Jahren abgefragt, dann in Arbeitsgruppen und Workshops konkretisiert und in Abstimmung mit Rat und Verwaltung in einer öffentlichen Anhörung sowie einer Abschlusskonferenz verabschiedet. Eine Lenkungsgruppe aus Vertretern von Verwaltung, Rat, Handel und Vereinen sollte das Ganze leiten und überwachen. Das Verfahren sollte nach etwa neun Monaten abgeschlossen sein. "Damit nichts auf die lange Bank geschoben wird."

Alleine in Bad Bevensen seien 326 Maßnahmen aufgelistet worden, so Konken. Darunter unter anderem die Ziele, jugendlichen Bandmitgliedern Proberäume zur Verfügung zu stellen, leerstehende Geschäftszeilen wieder zu beleben, Einkaufsgutscheine neue Sport- und Kulturangebote oder auch nur ein Brunnenbau. Querdenker seien also gesucht, die aktiv an dieser "Ideenschmiede" mitarbeiten.

Einzelhandel attraktiver machen

"Wie kann unser Einzelhandel attraktiver gestaltet werden?", wollte der St. Töniser Werbering-Chef Stefan Robben vom Journalisten wissen. "Auch dies könnte in den Arbeitskreisen erörtert werden", sagte Michael Konken. Bürgermeister Thomas Goßen fasste zusammen: "Ein sehr informative Veranstaltung." Ob daraus mehr entsteht, wird sich zeigen.

Quelle: RP
 
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