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Stadt Willich
Immer mehr Müllsammler machen mit

Stadt Willich: Immer mehr Müllsammler machen mit
Auch die Neersener St.-Sebastianus-Bruderschaft machte mit und befreite das Gelände rund um den Schwarzen Pfuhl von achtlos weggeworfenem Müll. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Am Wochenende zogen wieder Hunderte Helfer durch Willichs Stadtteile, um Straßen, Wege und Grünanlagen von herumliegenden Unrat zu befreien. Die Stadt hatte zum 16. Mal die Aktion "Willi Wisch" organisiert. Von Willi Schöfer

"Es wird in jedem Jahr mehr, ich meine weniger den Müll, sondern vielmehr die Menschen, die mitmachen", sagte Ute Cöhnen. Die Mitarbeiterin der Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW) hatte zum fünften Mal die Willi-Wisch-Aktion allein koordiniert. Hunderte Kinder sowie junge und ältere Helfer waren in den vergangenen Tagen mit den Müllbeuteln und Greifzangen in den vier Stadtteilen unterwegs.

Bereits vor Tagen hatte die Aktion, es war die insgesamt 16. in der Stadt Willich, an einigen Schulen begonnen. Dazu gehörten unter anderem die Vinhovenschule, die Grundschule im Mühlenfeld, die Albert-Schweitzer-Schule, die Schiefbahner Gesamtschule oder die OGS der Anrather Gottfried-Kricker-Schule. Darüber hinaus hatte bereits Mitte März an der Wekelner Grundschule die Aktion "Paula Putz" stattgefunden. Dabei wurden sogar die Klassenräume geschrubbt.

Der eigentliche "Wisch-Tag" war am Samstag. "Wir haben sogar Hannelore Kraft und Hans Smolenaers im Gebüsch entdeckt", sagte schmunzelnd Bürgermeister Josef Heyes. Er hatte sich den oliven "Kampfanzug" übergezogen, reinigte gemeinsam mit Adele Grootens und Agnes Kresken den Außenbereich an der Römerstraße (Schiefbahn) und entdeckte dort im Gestrüpp alte Wahlplakate und Relikte von der Landtagswahl - eben mit Kraft und Smolenaers drauf.

"Ich räume sogar manchmal zu Hause auf oder die Spülmaschine aus", sagte der achtjährige Philipp. Er war wie etwa 20 seiner Freunde als Pfadfinder des Stammes St. Katharina unterwegs. Und die Jungs und Mädels der Baghira- und Akela-Gruppen, darunter auch Lian (10), Mia (9) und die achtjährigen Katharina und Philipp, brauchten zwischendurch Hilfe von den Erwachsenen: Sie fanden auf der Route vom Begegnungszentrum Krumm über den Alleen-Radweg sogar einen Camping-Grill, eine Fritteuse und einen Toilettentopf.

Ute Cöhnen konnte nur noch den Kopf schütteln: Soeben hatte man ihr mitgeteilt, dass an einem Feldrand im hinteren Bereich der Ritterstraße zehn Kanister Alt-Öl entdeckt worden waren.

Mit etwa 25 Personen, darunter einige Kinder, war der Arbeitskreis Fremde mittendrin, Helga Loth, Hans Thelen und Peter Friedel Mingers führten die Gruppen mit den Flüchtlingen aus Eritrea oder Syrien in den Neersener Außenbereich Niersplank und Nierssee. "Wir haben unzählige Kippen und Glasflaschen, sogar einen Autoreifen und eine Toilettenbürste gefunden", erzählte Mingers.

Es waren aber auch viele kleine Gruppen unterwegs. "Wir sind die B 7 runtergelaufen, vom Biohof-Stauten bis zum Schwarzen Pfuhl", berichtete das Neersener Ehepaar Hans-Heinrich und Marlene Kresken. Auch sie fanden viele Flaschen, Radkappen und vor allem arglos weggeworfene Kaffee-Becher aus Pappe. Ein Ehepaar sammelte mit der 19-jähirgen Tochter Julia am Park-and-Ride-Parkplatz neben den Autobahnauf- und -abfahrten an der A 52 in Schiefbahn; auch dort vor allem Kippen und Papp-Becher. Susanne Orlowski säuberte mit ihrem vierjährigen Sohn Paul vor allem das Freizeitzentrum in Willich; dort waren kleine Schnapsflaschen, zerbrochenes Glas und Mengen von Kronkorken der "Renner".

Bürgermeister Heyes dankte im Schlosskeller den Helfern, wo Sabine Drawe und Susanne Floß den vielen Helfern eine kräftige Erbsensuppe ausgaben. "Heute kann man wirklich von einem Frühlingsanfang sprechen", lobte er den umweltfreundlichen Einstieg in die Jahreszeit.

Quelle: RP
 
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