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Stadt Willich
Imponierend: Vier Nachwuchssänger überzeugten restlos

Stadt Willich: Imponierend: Vier Nachwuchssänger überzeugten restlos
Düsseldorfer Nachwuchssänger standen im Mittelpunkt der Gala bei den Schlossfestspielen. FOTO: norbert prümen
Stadt Willich. Seit 13 Jahren sind Mitglieder der Deutschen Oper am Rhein regelmäßig zu Gast bei den Neersener Schlossfestspielen. Von Gert Holtmeyer

Stefan Heidemann hatte seinerzeit die Kontakte hergestellt und ist nach wie vor der Verantwortliche für die musikalische Abschlussgala der Festspiele. Der Bariton der Düsseldorf-Duisburger Oper und die Sopranistin Geesche Bauer feierten im vergangenen Jahr einen großen Erfolg mit Hauptrollen in einer Operninszenierung von Puccinis "La Bohème". In diesem Jahr, kündigte Geesche Bauer an, wollten sie sich "aufs Altenteil zurückziehen", um dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Sie wollten sich aufs Moderieren beschränken. Nun, der Nachwuchs nutzte seine Chance glänzend. Zweifel, ob die beiden gestandenen Vollblutsänger Bauer und Heidemann sich des Singens wirklich restlos enthalten könnten, waren natürlich berechtigt. In wenigen, aber wirkungsvollen Auftritten zeigten die beiden Altmeister, dass sie nach wie vor nicht zum alten Eisen gehören und nach wie vor singen und spielen können - beides mit viel Spaß an der Freud. Aber ihr Versprechen, der jungen Generation den Vortritt zu lassen, hielten sie unabhängig davon trotzdem.

Die vier ausgezeichneten Nachwuchssänger sind oder waren alle Mitglieder des Opernstudios der Rheinoper, dem Zwischenglied zwischen Gesangsstudium und festem Engagement. Sie imponierten durch eindrucksvolle, tadellos ausgebildete Stimmen, engagiertes Spiel und darstellerische Ausstrahlung - im Opernfach genau so wie in der Operette. Ibrahim Yesilay begeisterte mit Verdi ("La donna e mobile") genau so wie mit Lehár ("Dein ist mein ganzes Herz"). Als Bizets sinnlich-laszive Carmen überzeugte die Mezzosopranistin Maria Boiko ebenso wie mit Robert Stolz ("Spiel auf deiner Geige"). Mozarts Don Giovanni gelang Bariton Sebastià Peris genau so gut wie Millöckers "dunkelrote Rosen".

Und mit vital-erotischer Ausstrahlung gewann Luiza Fatyol (Sopran) im Nu ihr Publikum, ob als Gounods Juliette, als Kálmáns Csárdásfürstin oder als liebestolle Lehár-Giuditta ("Meine Lippen, sie küssen so heiß"). Auch der Humor kam auf seine Kosten, dafür sorgten nicht zuletzt die beiden älteren Semester, so Geesche Bauer mit Künneckes Künstlerball bei Kroll oder Stefan Heidemann mit Ziehrers "Das Herz ist nur ein Uhrwerk".

Für die zuverlässige Begleitung am Klavier zeichnete der Leiter des Opernstudios Ville Enckelmann verantwortlich. Erstmals bei einer Schloss-Gala wirkte mit Flavius Petrescu ein Trompeter mit, der mit Barock (Torelli), Klassik (Haydn) sowie spanischen und wienerischen Klängen eine weitere Klangfarbe beisteuerte.

Besonders munter ging es zu, wenn das ganze Ensemble gemeinsam auftrat, mit einer Szene aus Mozarts Zauberflöte vor der Pause oder Millöckers "Der Pole trinkt galant" zum Abschluss.

Wirklich Schluss war aber erst, als nach begeistertem Beifall hiervon noch ein Da Capo als Zugabe zu hören war.

Quelle: RP
 
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