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Stadt Willich
Ingenieure analysieren in Münchheide

Stadt Willich. Die Firma Rohm Semiconductor hat gestern ihr neues Hochleistungs-Labor in der Willicher Europa-Zentrale vorgestellt. Da es eine solche Einrichtung am Markt nicht zu kaufen gibt, entwickelten Mitarbeiter das Labor selbst. Von Marc Schütz

Der Laie verstand nur Bahnhof, als sich gestern knapp 50 Fachjournalisten aus aller Welt bei der Firma Rohm Semiconductor im Willicher Gewerbegebiet Münchheide II trafen. Anlass der Einladung war die Vorstellung des neuen "Power Lab" des Unternehmens - ein Labor, in dem Leistungselektronikkomponenten und -systeme getestet werden. Dort gibt es unterschiedliche Prüfstände und einen separaten Hochvolt-Bereich. Fürs Auge ist das alles allerdings nichts. Man wähnt sich nicht in einem James-Bond-Film, das 300 Quadratmeter große, klimatisierte Labor, in dem bis zu zwölf Mitarbeiter messen und analysieren, besteht aus einigen Schreibtischen, unscheinbaren Instrumenten und ein paar Schaltschränken.

Dennoch ist das "Power Lab" etwas Einzigartiges: Denn da es ein Solches auf dem Markt nicht zu kaufen gibt, machte sich die Firma Rohm selbst ans Werk und baute die Einrichtung in einem Nebengebäude auf. Mehrere Monate dauerte es, bis aus der Halle, in der zuvor ein paar Tischtennisplatten standen, die einige der 200 in Willich beschäftigten Mitarbeiter in ihren Pausen nutzten, das High-Tech-Labor wurde. "Elektrofahrzeuge, Infrastruktur für Ladestationen, industrielle Maschinen, Solaranlagen, Windkraftanlagen und weiße Ware wie Waschmaschinen erfordern mehr und mehr Leistungshalbleiter, um den Energieeffizienzanforderungen zu entsprechen. Diese Leistungselektronikkomponenten müssen in einer frühen Entwicklungsphase getestet und validiert werden", erläuterte der Leiter des Power Labs, Aly Mashaly. Der Prüfstand kann mit sehr hohen Strömen testen und verfügt über eine Klimakammer für Tests unter bestimmten Temperaturbedingungen. Das Spektrum reicht von minus 40 Grad bis zu plus 180 Grad. Die Luftfeuchtigkeit kann zwischen 10 und 98 Prozent eingestellt werden.

Als Gäste hatte Christian André, Rohm-Europa-Chef, auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes und Franck Baldet als Vertreter des Formel-E-Rennteams Venturi, mit dem Rohm kooperiert, eingeladen. Denn die Rohm-Technik kommt auch in dieser erst drei Jahre alten, aber sich rasant entwickelnden Renn-Serie zum Einsatz. Zentrale elektronische Komponenten von Hybrid- und Elektrofahrzeugen sind Leistungshalbleiter. Und auch, um solche Bauelemente zu entwickeln und zu testen, wurde das "Power Lab" in der Europazentrale in Willich in Betrieb genommen.

Quelle: RP
 
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