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Stadt Willich
Initiative fordert Entlastung für Baugebiet

Stadt Willich: Initiative fordert Entlastung für Baugebiet
Thomas und Josef Selders vom Geretzhof im Diepeshof wehren sich mit weiteren Landwirten gegen die Schiefbahner Nordumgehung. Nach bisherigen Planungen würde der Straßenverlauf eine Kulturlandschaft zerstören. Verkaufen würden sie ihre Grundstücke sowieso nicht. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. im Technischen Rathaus sind die Pläne für den Bebauungsplan "Schiefbahner Dreieck" offengelegt. Bis zum 15. März können Bürger ihre Anregungen und Bedenken dort los werden. Eine Initiative kämpft für ein Umdenken im Rat. Von Willi Schöfer

Noch bis zum 15. März können beim Technischen Dezernat Anregungen und Bedenken zum Bebauungsplan Nr. 44 S (Korschenbroicher Straße/Willicher Straße) vorgebracht werden. Wem dies nichts sagt: es geht um die Bebauung im sogenannten "Schiefbahner Dreieck", zwischen Korschenbroicher Straße, Willicher Straße und Rubensweg. Und zuletzt waren Folke Stengel und Ralf Lück von der Initiative "Verkehrsbelästigung Schiefbahner Norden" noch eifrig dabei, weitere Unterstützer ihres Protestes zu suchen und viele ihrer Argumente gegen diese Bebauung zusammen zu stellen.

Nach wie vor kann Ralf Lück über das Bauvorhaben nur den Kopf schütteln: "Das ist wie bei der Quadratur des Kreises." Er meint damit: Man habe sich mit dieser Bebauung etwas Unmögliches vorgenommen, weil man vorher nicht an die Ursachen der schon lange überfrequentierten Schiefbahner Durchgangsstraßen herangegangen sei. Lück: "Erst einmal müssen diese Sünden der Vergangenheit ausgeräumt werden, bevor überhaupt neue große Wohngebiete entstehen können." Jedenfalls sei die Initiative nach wie vor im engen Kontakt mit einigen Ratsmitgliedern von CDU und SPD, um doch noch ein Umdenken zu erreichen.

Nach wie vor wünscht die Initiative eine Entlastungsstraße. Kürzlich war dem Planungsausschuss die lang ersehnte Machbarkeitsstudie für eine Schiefbahner Nordumgehung vorgelegt worden (die RP berichtete). Dabei hatte der Gutachter unter anderem festgestellt, dass solch eine Umgehung kaum Abhilfe schaffen könnte, da nur zehn bis zwanzig Prozent der Fahrzeuge Durchgangsverkehr seien, die Entlastung also dann mit tausend bis 1.500 Fahrzeugen pro Tag sehr gering sei. Die Initiative glaubt auch nicht an die Machbarkeit einer Umgehung an der geplanten Stelle. Sie bleibt dabei: ohne eine spürbare Entlastung, ohne eine Verringerung des Verkehrs- und Straßenlärms keine Neubebauung. Von daher würden diese zwei Dinge, Entlastung und Bebauung, eng zusammen gehören. Es könne nicht erst ein Bebauungsplan beschlossen und danach händeringend nach einer Entlastung gesucht werden. Zumal jetzt erst einmal die Fraktionen über diese Machbarkeitsstudie in den eigenen Reihen diskutieren und dann bis zum Sommer im Planungsausschuss eine endgültige Entscheidung zur Nordumgehung treffen wollen. Die Bürgerinitiative hat aber Verständnis für die Landwirte, die an der möglichen Trasse einer Nordumgehung ihre Felder bewirtschaften und sagt: "Vielleicht ließe sich eine Umgehung etwas nördlicher von diesen Ackerflächen realisieren." Die Initiative bleibt dabei: erst Entlastung, dann eventuell eine Bebauung, unter sinnvollen Voraussetzungen, bei einer vertretbaren Wirtschaftlichkeit. So wird unter anderem weiterhin ein großer Kreisverkehr an Korschenbroicher Straße/Willicher Straße abgelehnt, die vorgesehene vier Meter hohe Lärmschutzwand an der Willicher Straße als zu gering und die von der Verwaltung ins Gespräch gebrachten 330 Euro je Quadratmeter Bauland als viel zu hoch angesehen.

Quelle: RP
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