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Stadt Willich
Integrationskonzept ist bald fertig

Stadt Willich: Integrationskonzept ist bald fertig
FOTO: Kaiser, Wolfgang (wka)
Stadt Willich. Die Frage der Asylbewerber-Integration ist eine der Kernsorgen in den Bürgerbriefen zu den Asylbewerber-Unterkünften. Die Willicher Verwaltung hat bereits erste konkrete Antworten. Von Nadia Joppen

Die Verwaltung weitet die Sozialarbeit für Asylbewerber mit einer halben Stelle beim Partner AWO und einer weiteren halben Stelle aus. Dazu soll ein hauptamtlicher Koordinator die ehrenamtlichen Betreuungsaktivitäten für die Asylbewerber und Flüchtlinge begleiten, bei der Stadt oder bei einem Partner, und der "Arbeitskreis Fremde in der Stadt Willich" stellt einen "Bundes-Freiwilligen" ein. Das schilderten die Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger und Susanne Kamp, Leiterin des Geschäftsbereichs Jugend und Soziales im Gespräch mit der RP.

Schon in der Integrationsarbeit aktiv sind die drei Hausmeister, die die Asylbewerber-Unterkünfte betreuen, ein Verwaltungsmitarbeiter mit Büro in der von Flüchtlingen bewohnten Niershalle, der dortige Sicherheitsdienst, Marco Härtel als Koordinator bei der Verwaltung, ein Bauhof-Mitarbeiter sowie seit Mittwoch ein befristet eingestellter Mitarbeiter. In den nächsten Wochen werden die Hausmeister-Stellen nach Bedarf ausgeweitet.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Zusätzlich funktioniert in den etablierten Unterkünften der soziale Umgang der Asylbewerber untereinander: Die länger in Willich lebenden Menschen beraten Neuankömmlinge. Mit diesem Konzept will die Verwaltung die Flüchtlinge bei der Integration begleiten, die in den zu bauenden Unterkünften in Schiefbahn und Neersen wohnen sollen. Wichtig: Alle Neueinstellungen greifen, bevor das erste Gebäude der geplanten Asylbewerber-Wohnungen/Sozialwohnungen bezugsfertig ist: Sie stehen auf der Tagesordnung des Sozialausschusses am 1. Dezember, und die Politik hat Zustimmung signalisiert. Erfolgt diese, werden die Stellen ausgeschrieben - für externe Bewerber und für Verwaltungsmitarbeiter. Die Besetzung kann sich je nach beruflicher Situation der Bewerber über etwa drei Monate erstrecken, so Schwerdtfeger: Würde die Stelle intern besetzt, könne die Verwaltung den Tätigkeitsbeginn über Organisationsveränderungen beschleunigen. Ein externer Mitarbeiter müsse Kündigungsfristen wahren.

Unstrittig ist für beide, dass die Ehrenamtler eine wichtige Stütze sind und jeder mitmachen kann, der sich Sorgen um die Integration der Menschen macht: Am Montag hat es eine erste Helferkonferenz gegeben - mit AKF, Vertretern der Kirchen, aus der Gruppe der Niershallen-Ehrenamtler und Bürgern - insgesamt 30 Menschen. Außerdem setzen beide darauf, dass in Willich das Ehrenamt gepflegt wird und Strukturen wie das Netzwerk Neersen eingebunden werden.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Die Anforderungen des Themas an die Stadt sind groß: Zwar ist sie nicht für 450 Menschen im Katharinen-Hospital zuständig, aber für 367 Menschen im Asylbewerbungsverfahren - davon sind rund 100 Menschen der Stadt seit Anfang November neu zugewiesen worden - Stand Mittwochabend. Die Bezirksregierung hat wöchentlich mindestens 25 "Zuweisungen" angekündigt, und die Menschen werden wohl lange bleiben: Bei ihnen und den schon in Willich lebenden Asylbewerbern handelt es sich zunehmend um Antragsteller mit "erhöhter Bleibeperspektive": aus Eritrea, Iran, Irak sowie 85 Syrern. Der Anteil der Asylsuchenden aus "sicheren" Balkanländern liegt bei 2,4 Prozent, "das ist rapide gesunken", so Schwerdtfeger. Sie erwartet, dass der Flüchtlingsstrom anhält und zwischen den Feiertagen Neuankömmlinge eintreffen. Die Stadt hat einen Bereitschaftsdienst eingerichtet, der jederzeit für den Security-Dienst erreichbar ist. Letztlich habe sie keinen Einfluss darauf, wann wie viele und welche Menschen kommen - Familien, alleinreisende junge Männer oder unbegleitete Minderjährige. Die Beigeordnete sieht als einzige Möglichkeit einer menschenwürdigen und dezentralen Unterbringung "bauen, bauen, bauen!". Sie ist stolz, dass alle Fachbereiche der Verwaltung zusammenarbeiten und etwa in kurzer Zeit die Niershalle mit allem Notwendigen ausgestattet haben. Auch bei den Bauvorhaben arbeiteten alle Bereiche gut zusammen. Bis der hauptamtliche Koordinator da ist, gibt es als Kontaktmöglichkeit für alle Freiwilligen gina-marie.koch@stadt-willich.de.

Quelle: RP
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