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Stadt Willich
Internationale Beziehungen stärken

Stadt Willich: Internationale Beziehungen stärken
Anfang des Jahres war eine Delegation aus Smiltene zu Gast im Neersener Schloss. Im kommenden Jahr soll eine offizielle Städtepartnerschaft mit der lettischen Stadt geschlossen werden. FOTO: Deutsch-Lettischer Freundeskreis
Stadt Willich. Die Stadt Willich will weitere Städte-Partnerschaften eingehen. Im Haupt- und Finanzausschuss ging es jetzt um die Beziehungen zu Smiltene in Lettland und Marugame in Japan. Von Nadia Joppen

Die Empfehlung der Politiker im Haupt- und Finanzausschuss (HuF) an den Rat war einstimmig: Willich soll im nächsten Jahr mit der Stadt Smiltene in Lettland einen offiziellen Städte-Partnerschaftsvertrag abschließen. Außerdem soll es eine Freundschaftsbekundung mit der Stadt Marugame in Japan geben - Ziel ist es, die Kontakte zwischen Vereinen und Organisationen weiter auszubauen und auf "eine breitere gesellschaftliche Basis zu stellen" - letztlich soll ebenfalls ein Städte-Partnerschaftsvertrag abgeschlossen werden.

In der Einführung zu den beiden Tagesordnungspunkten zitierte Bürgermeister Josef Heyes Passagen der Rede, die der vor wenigen Wochen verstorbene Bürgermeister von Linselles, Jacques Remory, zur Feier der 40-jährigen Städtepartnerschaft Willich-Linselles im Jahr 2006 gehalten hatte: "Jeder muss sich darüber im Klaren sein, dass der scheinbar so sichere Frieden brüchig ist. Spannungen können urplötzlich entstehen ... Deshalb sind wir uns bewusst, dass alles, was die Menschen verschiedener Nationen zusammenführt, gefördert werden muss."

Die Vorsitzenden aller Fraktionen nahmen ebenfalls grundsätzlich zu dem Thema Stellung. Johannes Bäumges (CDU) sagte, sowohl die Termine der HuF- als auch der Ratssitzung zu diesen Themen schrieben Stadtgeschichte. Erst vor wenigen Wochen sei das 50. Jubiläum der Partnerschaft mit Linselles gefeiert worden, "die Aussöhnung mit Frankreich ist gelungen". Jetzt gehe es um Nationen am Rande Europas, "wir wollen Lettland nach Europa bringen". Bernd-Dieter Röhrscheid (SPD) betonte ebenfalls, dass die Länder am Rand Russlands wichtig für Europa seien. Bezüglich der Kontakte zu Japan erwartete er auch viele Anregungen zum Austausch durch die bereits in Willich ansässigen Japaner. Hans-Joachim Donath (FDP) sagte, dass der mit Smiltene abgeschlossene Freundschaftsvertrag in den vergangenen 14 Jahren gelebt worden sei. "Ich bin zuversichtlich, dass daraus noch mehr wird." Bezüglich der Kontakte zu Japan hielt er es für wünschenswert, eine ähnliche Ebene wie bei den Kontakten zu Smiltene zu erreichen. Dr. Raimund Berg (Grüne) wies auf historische Bezüge Deutschlands zu den heutigen Ländern am Baltikum hin: Über die Hanse-Handelsbeziehungen seien schon im Mittelalter Kontakte geknüpft worden. Die Städtepartnerschaft außerhalb Europas sei "schwieriger, aber spannend."

In den Unterlagen für die Sitzung gab es ausführliche Darstellungen der jetzigen Kontakte zu beiden Städten - federführend sind der Deutsch-Lettische Freundeskreis und der Japan-Club Willich. Der Freundeskreis will sich weiter ehrenamtlich um den Ausbau der Kontakte kümmern. Ein anderes Beispiel: Schon im Juni dieses Jahres hatte eine Delegation aus Marugame das St.-Bernhard-Gymnasium besucht - für 2017 ist der erste Schüler-Austausch geplant.

Quelle: RP
 
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