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Stadt Willich
Internationales Flair und Solidarität

Stadt Willich: Internationales Flair und Solidarität
Für die jüngeren Festbesucher gab es ein besonderes Programm. Groß war der Andrang der Kleinen an der Schminkecke. Zum Sommerfest des Arbeitskreises Fremde kamen am Samstag mehr als 500 Besucher. FOTO: Kaiser
Stadt Willich. Der Arbeitskreis Fremde hatte am Samstag ein Sommerfest am Anrather Bahnhof organisiert. Viele Bürger kamen und feierten mit den derzeit in der Stadt Willich lebenden Flüchtlingen. Von Willi Schöfer

So international und vielfältig wie das Buffet, bei dem viele Flüchtlingsfrauen Spezialitäten aus ihren Ländern gekocht und gebacken hatten, waren die Menschen, die sich gerade an der Asylunterkunft am Anrather Bahnhof begegneten. Mittendrin waren ausländische und deutsche Bürger. Schon nach etwa zwei Stunden wurden beim Sommerfest, zu dem der "Arbeitskreis Fremde" eingeladen hat, mehr als 200 Besucher gezählt. Soviel wie zuletzt beim vergangenen Fest den ganzen Tag über. Mehr als 500 Besucher dürften es am Ende des Tages gewesen sein. Egal, ob mit ohne Parteibuch, ob als Einzelperson oder mit der ganzen Familie. Und alle hatte etwas gemeinsam: die Menschen mit der deutschen oder ausländischen Sprache besser kennen zu lernen. So wie es die zahlreichen Arbeitskreis-Mitarbeiter schon lange tun, unter anderem auch durch die zahlreichen Deutschkurse, die sie für die erwachsenen Flüchtlinge anbieten.

Der achtjährige Ivanilson aus Angola spricht schon sehr gut deutsch. Sein Freund ist der gleichaltrige Bagdeelet aus Kirgistan. Beide gehen in die Klasse 3 a der Alt-Willicher Grundschule im Mühlenfeld. Ivanilson findet Mathe super, hat aber auch nicht so gute Erfahrungen gemacht: "Obwohl wir darüber in der Klasse mit der Lehrerin gesprochen haben und es besser geworden ist, werden wir immer noch von einigen deutschen Mitschülern gehänselt und beleidigt."

Die beiden Jungen lernen gerade beim DJK/VfL Willich Judo. Gemeinsam mit deutschen Kindern und Jugendlichen zeigen sie beim Fest einige Ausschnitte aus ihrem Trainingsprogramm. Die von Thomas Rips geführte Abteilung ermöglicht den Kindern diesen Sport. DJK/VfL-Vorsitzender Helmut Frantzen ist auch da, hat für die Kinder sechs Trainingsanzüge, 20 Tischtennis-Trikots und einige Frisbee-Scheiben mitgebracht. Friedrich Lang, Präsident des Willicher Rotary Clubs, übergibt dazu eine Spende von 500 Euro.

Ein neunköpfiges Team, unter anderem mit Gaby Pedersen, Annedore Kirchner und Maria Funken, hatte das Fest organisiert. Dabei amüsieren sich vor allem die Kinder. Ein Clown ist da, das Spielmobil des Kreis-Jugendamtes, es gibt eine Schminkecke, eine Spritz- und Kletterwand. Gerade tragen Frauen aus Serbien, darunter Olga Hasanovic und Dimitrijevic Ljihjoaxnia, fruchtige Spieße aus Trauben, Melonen und Erdbeeren oder den Nachtisch "Bunte Salami" zum Buffet.

Viele der derzeit 264 in der Stadt Willich lebenden Asylbewerber sind gekommen. Sie stammen aus 38 Nationen. 30 Ausländer-Kinder besuchen jetzt die Grundschulen und 31 die weiterführenden Schulen. Gerade berichtet die Arbeitskreis-Vorsitzende Jutta van Amern von einem kleinen Erfolgserlebnis: "Der Roma-Junge Rejhan, er ist 16 und besucht die Anrather Hauptschule, hat die 10 B-Zulassung geschafft."

"Heute hier und morgen dort" spielt unter anderem eine Band von Willichern, darunter sind unter Ulrike Buschmann, Hans Blassen, Norbert Flatters, Gerd Holthausen, Jochen Contzen und Klaus Haselhoff, die viele Asylbewerber schon von anderen Auftritten kennen.

Heute hier und morgen wieder in der ungeliebten Heimat: dies könnte auch bald auf eine junge serbische Familie zutreffen. Sie hat gerade die Ablehnung ihres Asylantrages bekommen. Begleitet wird sie seit längerem von Maria Funken. Und sie sagt: "Es tut sehr weh, wenn man ihre leidvolle Geschichte kennt und sich bald von ihnen verabschieden muss."

Einige Besucher erklärten sich spontan bereit, beim Arbeitskreis mitzumachen - wie die Anratherin Marina Fliter. Am frühen Nachmittag kommt Peter Holzapfel vorbei. Er gehört dem Vorstand des Kaarster Vereins der "Afrika Hilfe" an. Die Gemeinschaft will die Lebensverhältnisse in afrikanischen Ländern verbessern, damit die Menschen dort eine bessere Zukunft haben.

Quelle: RP
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